Neuer Mensch (wie es wirklich ist)

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Dieses Schaubild ist nicht vollständig bzw. gibt nicht alles wieder, was es zu diesem Thema zu sagen gibt (ein zutreffender Hinweis eines aufmerksamer Leser).

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  1. Interessante Illustration. Und warum streitet dann das Fleisch wider den Geist und der Geist wider das Fleisch? Offensichtlich sind wir nicht nur Schmetterling bzw hat der Schmetterling noch Züge der Raupe, oder?

    • Der „Streit“ zwischen Geist und Fleisch ist eine Feststellung (und keine Aufforderung!): der Geist verändert die alte Prägung (der „Raupe“) unserer Natürlichkeit. Das passiert einfach. Wir müssen uns daran nicht beteiligen 😉

      Wir tun es aber leider oft, weil wir mithelfen wollen. Daher vielleicht der Eindruck, dieser Streit sei ein Kampf mit unangenehmen Konsequenzen für uns.

      Den Geist seine Arbeit tun zu lassen, bedeutet für uns sehr oft simples Abwarten. Dafür braucht man Nerven.

      • Leider sind wir aber immer noch verantwortlich für das, was wir im Fleisch vollbringen. Das hat Folgen für unser geistliches Leben (sprich Wachstum im Glauben und wachsen in der Gnade). Wir sollen den alten Menschen ausziehen und den neun anziehen. Das hat nicht nur mit abwarten und Nerven zu tun, sondern das ist eine Aufforderung an jeden widergeborenen Christen. Außerdem bin ich nicht der Meinung, dass das einfach passiert, sondern ich muss es im Glauben ergreifen und das sehe ich auch so, ich muss Gott die Veränderungen machen lassen, die ich nicht aus meiner Kraft schaffen kann und auch gar nicht aus meiner Kraft schaffen muss.

        • Für unser Handeln sind wir sicher verantwortlich. Und damit haben wir schon genug zu tun. Wenn wir uns auch noch darum sorgen müßten, wie unser Handeln vielleicht Gottes Werk an uns bremst – dann haben wir (zu) viel Verantwortung auf uns genommen.

          Dass unser Handeln „Folgen für unser geistliches Leben“ haben soll – ist sicher dann der Fall, wenn wir glauben, es gäbe diese Folgen (zumindest für unsere Emotionen wird das Folgen haben). Das Werk des Geistes wird nur da gehindert, wo wir uns aktiv auf ein Sollen, auf ein Gesetz stützen, das von uns erfüllt werden muss. Unser Scheitern an sich oder unsere (vermeintlichen) Erfolge hindern Gott aber in keiner Weise, uns weiter zu verändern (das tut nur das Halten von Gesetzen, also unser „ich leiste meinen Beitrag“).

          Den Widerspruch zwischen „einfach passieren“ und „im Glauben ergreifen“ gibt es nicht – wenn man darüber spricht, was denn da „ergriffen“ wird, nämlich unsere Veränderung, die an uns geschieht. Dazu reicht bereits die innere Einsicht und Zustimmung, dass nur Gott uns verändern kann und wir das eigentlich nicht beeinträchtigen können (außer durch Gesetzes-Halten natürlich).

  2. Waren die Galater Christen? Sagt Paulus nicht zu ihnen, sie seien aus der Gnade gefallen? Liefen sie nicht vorher gut, weil in der Gnade (auf der Grundlage der Gnade)? Was WAR PASSIERT? Sie haben durch ihr Verhalten dafür gesorgt, dass sie aus der Gnade gefallen waren (das heißt nicht, dass sie verloren waren). Das bedeutet für mich, dass Gott nicht mehr (wie vorher) auf der Grundlage der Gnade mit ihnen handelte. Ihr Verhalten hatte also ganz eindeutig Folgen für ihr Leben als Christ, ich könnte auch sagen für ihr geistliches Leben.

    Außerdem ergreife ich im Glauben nicht die Veränderung als solche, sondern ich verlasse mich allein auf Gott. Die Veränderung ist bereits eine Folge meines Glaubens. In den Evangelien kommt es immer wieder vor, dass der Herr Jesus den Leuten sagt. „Dein Glaube hat dich gerettet oder geheilt etc…“ Das ist nicht einfach aus dem nichts passiert, sondern diese Menschen haben ganz konkret in ihrer Lebensituation ihr Vertrauen (ihren Glauben) auf den Herrn gesetzt und das wiederum hat bewirkt, dass etwas passiert, nämlich Gottes handeln an diesem Menschen.Durch Gnade seid ihr errettet mittels des Glaubens, sagt Paulus im Eph 2,8.

    Der Glaube ist demnach das Mittel durch welches sich Gott zum Handeln verleiten lässt.

    In Heb 11 werden die Glaubenhelden aufgezählt und das was sie durch ihren Glauben erreicht haben, bzw was Gott daraufhin dann an ihnen und durch sie getan hat. „Ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zu gefallen“, das sagt uns die Schrift. Um auf den Ursprung dieser Diskussion (siehe oben) zurück zu kommen. Die Veränderung, die der Geist an uns bewirken muss, und die allein der Geist Gottes an uns verändern kann, hat für mich damit zu tun, was ich über den Prozeß dieser Veränderung glaube.Mache ich dabei alles von meinem Verhalten abhängig, liege ich sicher falsch. Mache ich diese Veränderung allein von Gott abhängig, liege ich sicher richtig. Die Frage ist doch aber, wie und wann das geschieht?

    Hier meine ich, lehrt uns die Schrift: „Allein durch Glauben“. Einmal schimpfte Jesus seine Jünger ob ihres Unglaubens. Wegen ihrem Unglauben geschah nichts, besser, tat Gott nichts. So wie wir durch den Glauben gerettet wurden, so (und genau so, und nur so) sollen wir nun durch den Glauben wandeln (Gal, ich meine 2,6?, bin jetzt nicht ganz sicher). Und das tun leider nicht alle Christen. Ich habe auch noch nicht festgestellt, dass Gott völlig unabhängig vom Glauben der Seinen, Christen befreit von Gesetzlichkeit. Ich frage mich öfter, warum hat er mich frei gemacht und diesen oder jenen nicht? The answer is blowing in the wind.So gesehen war auch das nicht mein Verdienst, sondern Gnade. Warum schenkt er dem einen den nötigen Glauben, dem anderen nicht? So ist es doch auch mit Erretung vom Tod zum Leben (Bekehrung). Wir wissen, dass der Bekehrte geglaubt haben muss um errettet zu werden.

    Und ich weiß, dass der von Gesetzlichkeit befreite, geglaubt haben muss und immer wieder glauben muss, damit er nicht wieder zurückfällt in Gesetzlichkeit. Meine Erfahrung sagt mir auch, dass die „Befreiten“, normalerweise nie wieder zurück wollen. Das beruhigt mich sehr. Aber genau das macht das Leben unter Christen nicht leichter. Dazu kommt, dass unser Herr (meine ich) auch von uns erwartet, unsere Brüder zu lieben, auch die „Gesetzlichen“. Das finde ich nicht immer leicht.

    • Wenn gesetzliches Verhalten an sich dafür sorgen würde, dass wir aus der Gnade fallen – dann würden wir alle ständig aus der Gnade fallen.

      Offensichtlich gehört eine gewisse innere Bejahung und Überzeugung dazu „ja, Jesus will, dass ich das Gesetz halten. Und das Gesetz rechtfertigt mich. Und wenn ich es nicht tue, gehe ich vielleicht doch verloren“.

      Also ist es nicht das Verhalten, dass uns aus der Gnade fallen läßt – sondern die dazugehörige Überzeugung („… die ihr aus Gesetz gerechtfertigt werden WOLLT“). Die Galater haben an Verhalten geglaubt.

      Zum Glauben: denn gibt es auch unter dem Gesetz … der Artikel hier https://konsequentegnade.wordpress.com/freiheit-vom-gesetz/glaube-unter-dem-gesetz/ erklärt das vielleicht ganz gut. Glaube unter Gnade ist nicht Wohlverhalten – er ist eben Glaube. Wohlverhalten führt unter der Gnade nicht zum Segen – der Segen kommt einfach so. Und wo wäre eine Verbesserung, wenn die Gesetzesdiktatur durch eine Glaubensdiktatur ersetzt wird?

      Glauben kann nicht herbeige“sollt“ werden und auch nicht herbeigeschimpft – und schon gar nicht erglaubt werden. Er entsteht als Reaktion auf unsichtbare Tatsachen, von denen wir hören und die uns richtig erscheinen. Anders gesagt: wir sollten besser nicht an das Glauben glauben 😉

      Das Glauben-Sollen untergräbt die Erwartung, dass Gott uns „einfach so“ beschenkt. Glauben als Geschenk ist keine erarbeitete Leistung; sie ist nicht eine Variante von Wohlverhalten („Gott freut sich, wenn du glaubst“). Er ist einfach irgendwann da. Die Erwartungen an Gott und was er für uns tun will, verändern sich.

  3. Ich möchte noch mal auf die Skizze des Neuen Menschen (wie es deiner Meinung nach) wirklich ist, eingehen.
    Ich vermisse Erklärungen zu dieser Skizze um beispielsweise solche Fragen zu erläutern.

    Kann dieser neue Mensch noch sündigen? Wenn der neue Mensch nicht sündigt, warum sündigen wir Christen noch?
    Wo ist bei diesem Bild der Sitz der Möglichkeit zu sündigen? Was tut ein solcher Mensch, wenn er sündigt? Was genau hat das Sündigen dieses neuen Menschen für Folgen? Wie gefragt, wenn der neue Mensch dies alles gar nicht tut. Wer tut es dann?
    Ich bitte um Erklärungen anhand der o.a. Skizze. Bei dem Anspruch (wie es wirklich ist) ist das bestimmt möglich. Ich gebe auch gerne zu, dass ich diese Skizze so nicht verstehe, weil sie mir nicht das Christenleben erklärt. Du kannst versichert sein, ich bin ein unverrücklicher Fan der Gnade Gottes und mit Vielem auf Anhieb einverstanden, was auf dieser homepage behauptet wird.

    • Ja, dieser Neue Mensch kann sündigen – er ist ja nicht sündlos gemacht worden, sondern „nur“ neu.

      Anderseits ist das eine Sicht des Gesetzes auf den Neuen Menschen. Nur das Gesetz fragt „wie sündig verhältst du dich? Oder wie sündlos“. Gott fragt das nicht – und wir tun das besser auch nicht. Wir fragen besser: „wie heilig, gerecht, geliebt, gesegnet etc bin ich?“ Antwort: „schon ziemlich“ 😉

      Die Möglichkeit zu Sündigen ergibt sich daraus, dass die drei Kreise Wille, Gedanken und Gefühle schraffiert sind: sie sind im Prozess der Umprägung.

      In der Skizze fehlt ein Kreis für „Geist“ und einer für „Fleisch“. Demnächst vielleicht 😉

      Für den Neuen Menschen selbst hat das Sündigen keine Folgen:
      – für sein Verhältnis zu Gott
      – für seinen perfekten Freispruch im Sinne von „er hat nie etwas Böses getan“
      – für sein Verhältnis zu sich selbst: er muss sich nicht verdammen, dazu gibt es keinen Grund

      Manches Verhalten hat naheliegende Folgen auf der natürlichen Ebene, natürliche Konsequenzen: wer zu viel isst, wird dicker; wer jemand umbringt, kommt ins Gefängnis; wer Drogen nimmt, kann sich ruinieren usw. Mit DIESEN Folgen haben wir mehr als genug zu tun.

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