Diesen Beitrag haben wir mit freundlicher Genehmigung von hier übernommen: http://aufdurchreise.com/2013/02/17/ist-systematische-theologie-uberflussig/  [die Seite aufdurchreise.com wurde inzwischen eingestellt] Zur beiderseitigen Entlastung sei gesagt, dass es ansonsten zeitweise nicht unerhebliche Meinungsunterschiede gabbei Errettung und Heiligung. Aber wo er recht hatte, hatte er recht …

Immer wieder einmal kommt es vor, dass wirklich gute und treue Christen in Gesprächen, Kommentaren oder Andeutungen festhalten, dass Theologie nicht so wichtig sei und ihnen die Bibel und die persönliche Erfahrung reichen würden. Mit Theologie meinen sie damit in der Regel die sogenannte Systematische Theologie. Ist das wahr?

Wir haben den Geist Gottes, der uns laut Jesu Verheissung in alle Wahrheit leitet (Joh 16,13), warum also Systematische Theologie?

Es ist wahr, der Geist Gottes leitet alle Gläubigen an, wenn sie das Wort Gottes lesen und Ihm nachfolgen wollen (1.Kor 2,12-16). Davon bin ich überzeugt. Trotzdem gibt es unter Christen viele verschiedene Auffassungen über die richtige Auslegung unterschiedlichster Bibelstellen und die richtige Anwendung biblischer Wahrheit auf die Nachfolge. Es gibt zwar einen Herrn, einenGlauben und einen Geist (Eph 4,1ff.), aber offensichtlich schaffen es verschiedene Christen trotzdem, zu verschiedenen Ergebnissen zu kommen.

Und gerade hier kommt die Systematische Theologie ins Spiel.

Was ist Systematische Theologie?

Benedikt Peters bringt es in seiner Erklärung auf den Punkt:

‚Die systematische Theologie versucht alles, was die Bibel in fortlaufender Offenbarung Stück um Stück entfaltet, in ein logisch geordnetes System zu bringen. Sie folgt dabei nicht der zeitlichen Reihenfolge, in der die göttlichen Wahrheiten geoffenbart wurden, sondern sie ordnet alle in der abgeschlossenen göttlichen Offenbarung vorliegenden Wahrheiten nach ihrem inneren Gehalt und nach ihren logischen Beziehungen zu den übrigen Wahrheiten. Die systematische Theologie will die Summe all dessen sein, was uns Gott in Seinem Wort geoffenbart hat.‘[1]

Jeder hat eine Systematische Theologie

Die Systematische Theologie hilft uns also, die Wahrheiten der Bibel besser zu verstehen und richtig einzuordnen. Jeder Mensch hat irgendeine Systematische Theologie vor Augen, wenn er die Bibel liest. Jeder von uns ist geprägt von seinen Mitchristen, von den Pastoren seiner Gemeinde, von der Bibelschule, die er besucht hat, von seinem Umfeld.

Es gibt keinen Menschen, der uneinvorgenommen an die Bibel herangeht. Jeder Mensch hat eine Theologie, das heisst, ein bestimmtes Bild von Gott. Und wir tun gut daran, alles daran zu setzen, ein richtiges Bild von Ihm, unserem Schöpfer, Herrn und Erlöser, zu entwickeln.

Was ist Gottes Meinung zu Systematischer Theologie?

3.Mose oder 5.Mose sind sehr systematisch. Paulus‘ Gedankengänge und theologische Erklärungen sind so hoch, durchexerziert und systematisch, dass sogar Petrus Mühe hat zu folgen. Der Hebräerbrief ist eine hochtheologische, christuszentrische Abhandlung über den besseren neuen Bund. Gott hat das Amt des Lehrers in der Gemeinde eingesetzt (Eph 4,11). Warum ist ein Amt des Lehrers notwendig, wenn doch jeder seine Bibel und persönliche Erfahrung hat? Was muss er dann genau lehren?

Den allzu «charismatischen» Korinthern lässt Paulus wissen, dass Gott nicht ein Gott der Unordnung ist (1.Kor 14,33). Was bringt uns auf die Idee, es sei falsch, systematisch und geordnet über diesen Gott und Sein Wort nachzudenken?

Die Notwendigkeit der Systematischen Theologie

Die Bibel ist einfach genug, dass jeder, der sie liest, Gott finden und sich bekehren kann. Tatsächlich kenne ich einen Christen, der sich ganz und gar ohne fremde Hilfe bekehrt und auch vieles in seinem Leben geändert hat, ohne dass ihn irgendein anderer Christ dazu aufgefordert hätte. Der Heilige Geist hat diesen Menschen überführt und in alle notwendige Wahrheit geleitet. Trotzdem entwickelt er nun, ob er es will oder nicht, eine Systematische Theologie, mit deren Hilfe er die Bibel besser verstehen und auf sein Leben anwenden kann.

Systematische Theologie ist notwendig für ein richtiges Lehrverständnis. Älteste müssen in der Lage sein, «sowohl mit der gesunden Lehre zu ermahnen als auch die Widersprechenden zu überführen». Sie müssen dem «Wort nach der Lehre» anhängen (Tit 1,9). Was bedeutet das anderes, als dass sie das Wort im Licht der einen, wahren Lehre verstehen sollen?

Und wie kommt man der einen Lehre am nächsten? Durch Bibelstudium. Und durch Systematische Theologie, die zusammenfasst, was die Lehre der Bibel ist. Darum sind theologische Diskussionen, Abhandlungen etc. nicht überflüssig. Es ist nicht überflüssig, sich Gedanken über Ersatztheologie, Endzeit, Heilssicherheit, Erwählung, etc. zu machen. Denn das Resultat unserer Forschungen bestimmt, wie wir über Gott und Sein Heilshandeln denken – und das hat auch Auswirkungen auf uns ganz persönlich.

Viele Christen betonen, dass sie Praktiker sind, keine Theoretiker. Das ist gut. Aber die richtige Praxis entstammt der richtigen Theorie. Es ist wie Ursache und Wirkung. Aus guter Lehre kommen gute Taten und Werke .

Es ist nicht falsch, die biblische Lehre zu systematisieren. Es ist nicht falsch, «ordentlich» über Gott nachzudenken. Es ist nicht falsch, die Tiefe, Höhe, Länge und Breite des ganzen Ratschlusses Gottes, wie sie die Bibel offenbart, verstehen und nachvollziehen zu wollen.

Wer dem widerspricht, sollte besser die Bibel nicht mehr lesen, weil er Gefahr laufen könnte, irgendwann doch über ein Thema, das ihn beschäftigt, systematisch nachzudenken.


[1] Benedikt Peters, «Biblische Glaubenslehre», Manuskript für Fach Theologie, EBTC “

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  1. Hallo,

    nicht aus guter Lehre kommen gute Taten und gute Werke!
    Auch nicht aus Ursache und Wirkung ( das ist buddistisch, philosophisches Geschwätz)!
    Was sagt Jesus? Mt. 7,17 Ein guter Baum bringt gute Früchte, ein fauler Baum bringt böse Früchte.
    Vers 18 ein guter Baum kann nicht böse Früchte bringen und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte hervorbringen!
    Das SEIN entscheidet also über das tun ( bzw. über die Werke)!
    Sicherlich ist Ordnung wichtig, aber nicht systematische Theologie! Der Baum der Erkenntnis führt eben nicht zum Leben sondern der Baum des Lebens schafft neues echtes Leben. Nur wo dies nicht vorhanden ist werden die Regeln, besonders die Briefe des Paulus wieder zum Dogma erhoben. Auch Paulus wollte durch seine Lehren kein neues Gesetz schaffen, dass betont er im Epheser und Kol. immer wieder.
    Was wollte Gott denn eigentlich durch die Kreuzigung Jesu bewirken? Was wollte der Vater?
    Das wir uns als seine Kinder zu „systematischen Theologen“ entwickeln oder als wandelnde Konkordantzen unsere “ systemische Bibelkenntnis (nicht Erkenntnis)👷“ vor der Welt offenbaren?! Oder als Versteher des neues Bundes,
    juristisch korrekte Abhandlungen veröffentlichen und die frisch Bekehrten zu eben Solche erziehen!
    Ich bin mir als irdischer Vater von 3 Kindern sicher das er dies nicht gewollt hat!!! Er möchte das wir eins mit ihm sind, lebendig durch den Geist geführt mit und durch ihn wandeln. Was nützt das beste System wenn kein Leben da ist? Die Lehre ist NACHGEORDNET im neuen Bund! Wenn wir dies nicht erkennen dann landen wir wieder im alten Bund! Die Offenbarung Jesu in uns schafft das neue Leben! Das neue Testament ist nicht der neue Lehrmeister analog zum MOS. Gesetz! Der Buchstabe tötet der Geist macht lebendig. Das ist eben das Problem der neuzeitlichen Theologie, dass sie meinen durch “ nachdenken“ Gott nahe zu kommen. Dabei verhärtet das Herz immer mehr
    und die „;richtige Theologie“ tritt als unbrauchbarer Ersatz in den Vordergrund. Der “ lebendige Glaube“ stirbt und als trauriges Resultat wächst die Zahl der verkrüppelt tod wirkenden Christen ins unermessliche!
    Im Grunde genommen will der Vater uns durch sein Wort zu sich ziehen um dann in uns zu wirken.
    Die Menschen die zu Jesus gekommen sind und die noch kommen, was suchen sie denn? Das Erlebte in den Landeskirchen hat sie abgeschreckt, glaubt ihr jetzt suchen sie in den “ Freikirchen“
    die systematische Theologie – abartig wer so was ernsthaft in Erwägung zieht! Leben suchen sie,
    echtes, authentisches Leben nicht unser dummes Geschwätz! Ja, ich beziehe mich damit ein weil auch ich über viele Jahre ähnlich gedacht habe und meinte durch korrektes auslegen der Bibel andere gewinnen zu können. Wir können auch richtig und korrekt über Gnade,Kraft, Liebe und Heilung lehren und predigen. Nur interessiert das kaum einen außenstehenden solange er all diese Dinge nicht mindestens teilweise an uns sieht!
    Lasst uns also das wichtigste zuerst tun und das unbrauchbare Entsorgen. Theologie führt nur zu “ Kopfsalat“. Trachtet zu erst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit so wird euch solches alles zufallen. Mt.6,33

    Euch alles Liebe,

    B.Borchert

    • Wir widersprechen dir ungern – aber dass „richtige“ Lehre und Theologie wichtig ist, sieht man bereits an dieser Seite. Lehre kann die Gnade nicht ERSETZEN – aber sie kann das Verständnis von Gnade und der Liebe Gottes begünstigen – oder eben behindern.

      Wie wollen wir etwa aus Gottes Gnade und Liebe leben mit einer Lehre bzw. Theologie, die direkt oder indirekt bestreitet, dass Gott uns bedingungslos liebt und erlöst hat?

      Die Überbetonung von VERSTEHEN beginnt da, wo wir nur noch richtige Gedanken wollen und von diesen alles erwartet. Die richtigen Gedanken verweisen aber „nur“ auf das, was an kraftvollen Realitäten da ist: Gottes Gnade und Liebe …

      … und ja: den Vernunftbetonten würde man gerne ins Stammbuch schreiben: auch die Sonne wärmt uns nicht durch die Gedanken, die sie uns schickt 😉 … und das gilt natürlich auch für Gott: er beschenkt uns nicht vor allem mit richtigen Gedanken (das auch), sondern mit Liebe und Erlösung. Aber wie man sieht, sind das Konzepte, die man in Sprache ausdrücken kann und deswegen auch vermitteln kann (ob sie geglaubt werden, ist was anderes).

  2. Hallo,

    ich sage ja auch nicht, dass Theologie und Lehre überflüssig sind. Und die Betonung der Gnade ist selbstverständlich wichtig.
    Aber die Lehre soll nicht zum Ersatz für das lebendige Leben mit Jesus werden. Und umso mehr sich der Christ mit systematischer Theologie und mit der Lehre beschäftigt desto wichtiger wird ihm die selbige. Die Reihenfolge ist wichtig! Erst die lebendige Beziehung zu Jesus und dann aber nur wenn nötig die Lehre beachten. Da wo das Leben pulsiert benötigt man wenig Lehre und noch weniger Theologie.
    Es ist wie in einer Ehe wenn die Ehepartner viel Zeit miteinander verbringen ( in Liebe) wachsen sie zusammen und benötigen kein Eheseminar! Viel Theorie und in unserem Fall Theologie zerstört – ich sage teilweise – die lebendige Beziehung zu Gott und Jesus! In meinem obrigen Beitrag habe ich deshalb versucht zu verdeutlichen was Gott eigentlich möchte. Was ihm wirklich wichtig ist. Wie zwischen zwei sich liebenden Menschen möchte er mit uns leben. Nachmöglichkeit ohne Regeln aber da er das verkorkste Menschengeschlecht gekannt hat, blieb ihm wohl selbst für den “ neuen B und nichts anderes übrig als ein Minmum an Regeln als Leitlinie weiterhin gelten zu lassen. Ich glaube aber nicht mit der Absicht, dass wir uns mehr mit der Theologie und den daraus erwachsenen
    Erkenntnissen beschäftigen, als mit ihm selbt.Fast die gesamte Christenheit beschäftigt sich ja fast ausschließlich nur noch mit Theologie und Lehre ( zb. Sonntagspredigt,Hauskreise etc.)und bemerkt garnicht das dieses Verhalten mittlerweile zu einem Selbstläufer geworden ist. Wenn wir die Beziehung zu Jesus wirklich pflegen und ihn in allem um Rat fragen, IHM all unsere Sorgen bringen und mit seiner Antwort RECHNEN, da er ja in uns ist – denkt darüber mal einen Moment nach- dann kannst du 99% der christlichen Literatur getrost in die Altpapiertonne donnern. Denn dann pulsiert das Leben! Der Teufel ist kein dummer Teufel. Du kannst endlose Diskussionen über alle möglichen christlichen Themen führen, da unterstützt er uns sehr gerne dabei! Selbst das Fachsimpeln über die Bibel stört ihn nicht im geringsten. Solange du nur nicht mit Jesus lebst und mit ihm in allem rechnest bist du dem Satan ein willkommener Helfer. Der Teufel liebt die Disskusion und die Theorie! Deshalb fördert er die theologischen Seminare auch durch reichlich staatliche Subventionen. Viele beginnen als gläubige, teilweise brennende Christen eine Bibelschule zu besuchen und gehen als tote,abgestorbene Theologen in die Welt um das Feuer bei den noch “ brennenden Christen“ möglichst schnell zu löschen. Unbemerkt sind sie zu „Feuerlöschern“ ersten Grades geworden. Wir Christen leben eigentlich wie die Politiker dieser Welt, sie reden auch viel,…….,….! Aber was bleibt uns jetzt zu tun übrig? Wie ich schon im Beitrag Nr. 1 erwähnt habe ( Mt.6. 33) denkt darüber mal nach! Ganz vieles fällt dann unter den Tisch. Ich will ja garnicht irgendwelche Einzelpersonen kritisieren auch nicht die von Jesus heiß geliebten “ systematischen Theologen🙋“! Es geht doch um viel mehr
    – hoffentlich merken das einige von euch-! Möge diesen Beitrag niemand so verstehen als würde ich vom lesen der Bibel abraten. Es soll ja Menschen geben die missverstehen wollen!
    Übrigens freue ich mich über Kritik wenn sie, nicht nur durchdacht ist, sondern das eigentliche Ziel Gottes dabei nicht aus den Blick verliert!
    Ich persönlich möchte nicht mehr thelogisieren sondern mir und anderen den Weg zum lebendigen Wasser ( zur Quelle des Lebens ) aufzeigen. Wir müssen wieder zu den Anfängen zurück und der Anfang ist das lebendige Wasser, Jesus Christus in uns!

    Euch allen Gottes Erkenntnis,

    B. Borchert

    • Danke für diese lehrmäßigen und systematischen Ausführungen! 😉

      … gegen falsche Lehraussagen helfen nur richtige Lehraussagen – nicht der Verzicht auf Lehre. Dein Beitrag ist auch ein Beweis dafür.

  3. Zum „löschenden“ Effekt des Theologiestudiums möchte ich gerne was beitragen, aus eigener Anschauung:
    „Erstsemesterschock“ ist der Name, der sich dafür eingebürgert hat. In milder Form trifft er viele – diese vielen aber hauptsächlich deswegen, weil sie sich vor der Einschreibung nicht klargemacht haben, daß das Fach Theologie an einer Universität natürlich genauso wissenschaftlich betrieben wird wie jedes andere Fach und es sich NICHT um einen Konfirmandenunterricht auf höherem Niveau handelt. Viele springen schon wegen der intellektuellen Anforderungen ab. Die „tiefe Enttäuschung“ bezieht sich dann entweder darauf, daß sie die Theologie als Studienfach gewählt hatten in der Annahme, daß das ein besonders einfaches, arbeitsarmes „Laberfach“ wäre. Oder aber darauf, daß sie sich vom Theologiestudium eine Glaubensunterweisung erhofft hatten. Das ist aber einfach nicht die Aufgabe eines akademischen Studiums.

    Dann kenne ich aber auch solche, die der „Erstsemesterschock“ wirklich tief getroffen hat. Das an diesen Leuten geschehen zu sehen, hat mich wirklich bewegt.
    Vieles davon war eigentlich menschliche Enttäuschung: Sie hatten durchaus damit gerechnet, an der Uni mit Gedanken und Methoden konfrontiert zu werden, die ihnen neu sein würden. Was sie aber tief verletzte und verstörte (m.E. zu Recht): Daß IHRE Sichtweise nirgendwo Platz hatte. Bestenfalls wurde einfach konsequent darüber geschwiegen (z.B. darüber, daß man die Bibel auch synchron, also von der vorfindlichen Endversion her, auslegen kann und viele dies auch tun). Schimmstenfalls wurde darüber sehr vollmundig gespottet. Da kommt man also an einen Ort, wo man so etwas wie geschwisterlichen Austausch erwartet, durchaus auch inklusive viel Konfrontation mit anderen Meinungen als der eigenen – statt dessen trifft man auf eisige Ablehnung oder offene Feindschaft. Das noch dazu an einem Punkt im Leben, wo sich die meisten innerlich nicht sehr gefestigt fühlen (man zieht zu Hause aus, tritt in die Erwachsenenwelt,…).

    Vielfach kam aber auch noch dazu, daß diese sehr jungen Männer (Frauen fallen mir dazu nicht ein, fällt mir gerade auf) es wirklich nicht gewohnt waren, nachzudenken; zu prüfen. Sie lebten wirklich NUR von der Begeisterung. Und mein Eindruck ist, daß diese Begeisterung nicht unbedingt nur vom Heiligen Geist war, sondern auch einfach selbsterzeugte Begeisterung. Etwa durch Gruppendynamik in ihrer Herkunftsgemeinde. Oder durch den Einduck eines sehr feurigen (und bedrohlichen) Predigers. Oder Ähnliches. Damit will ich diesen Brüdern NICHT den Glauben absprechen, auf keinen Fall! Eben deshalb hat es mich ja bewegt.
    Sie haben aber auffallenden Anstoß daran genommen, ihre Auffassungen zu prüfen. Obwohl es ja heißt „prüft alles, das Gute behaltet“. Ja, Glaube ist etwas anderes als noch so flammende Begeisterung für das Abwägen verschiedener Positionen. Glaube ist existenziell und unaufgebbar. Damit er das aber überhaupt sein kann, muß er auf die Realität bezogen sein. Nicht aus eigener Erfahrung in der Welt abgeleitet, aber auf das eigene erlebte Leben bezogen. Von den Kommilitonen, die wegen des Erstsemesterschocks das Studium sehr schnell abgebrochen haben, vermute ich sehr stark, daß ihr Glaube früher oder später durch das Leben selbst unter Beschuß gekommen sein wird (und ich hoffe, daß sie gereift und gestärkt daraus hervorgegangen sind). Anfechtung kommt immer – früher oder später. Und man muß da durch. Ich kenne auch solche, die größere persönliche Reife hatten und die das eingesehen haben – daß sie da durch müssen. Sie haben echt gelitten, semesterlang. Und sind mir jetzt, Jahre nach dem Studium, die kompetentesten und erwachsensten Vorbilder, Berater, Vertrauenspersonen, Seelsorger, Beichtväter, Brüder.

    Nicht das gründliche Nachdenken über den Glauben ist Schuld, wenn jemand erkaltet.

    Ich kenne allerdings noch eine viel größere Fülle solcher Fälle, wo „systematische Theologie“ im Sinne von „Beschäftigung mit den Theoriegebäuden diverser berühmter Theologen“ mit Glauben verwechselt wurde. Das betrifft aber (so weit mir persönlich bekannt, ich weiß ja nicht alles) immer entweder Liberale oder Anhänger der Lutherischen Orthodoxie (im Gegensatz zu orthodoxen Lutheranern…).
    Umgekehrt kann die Beschäftigung mit theologischen Aussagen aber auch zum Glauben hinführen. Das kann ein langer und verworrener Weg sein. Er führt deswegen aber nicht zwangsläufig in die Irre.

  4. Über die Gefahren einer „irdisch-siegreichen“, „systematischen“ Theologie: Gesetz vs Gnade

    (Hab selbst von Theologie wenig Ahnung, bin eher J. Prince Video-Seher mit eigenen Eingebungen ! Dies war mal meine (etwas wirre) Zusammenfassung, warum alle organiserte Theologie immer Gefahr läuft, die einfache himmlische Gnaden-Botschaft irdisch zu relativieren. Vielleicht was Interessantes zum Durchlesen dabei ?! Hoffentlich verständlich ? Steht eigentlich alles irgendwo bei euch, Löschen no Pro.!)

    Eine Hauptgefahr der Theologie, die wohl auch Jesus, z.B. im Gespräch mit Nikodemus, ansprach, ist ihre Tendenz vom Menschen – vom Irdischen – auf den erhabenen Gott hin zu abstrahieren und so Denksysteme zu bilden. Wobei der wirkliche Prophet umgekehrt, direkt von persönlicher göttlicher Erfahrung auf den gefallenen Menschen deduziert: vom Himmlischen auf das Irdische. Und so kommt es wohl, dass sich Prophet und Theologe, himmlische und irdische Perspektive nur schwer verstehen: „Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?“ Denn eine Theologie, eine Schriftgelehrsamkeit, eine Religion, eine Kultur, die sich in der Welt durchsetzen will und muss, bleibt notwendiger Weise stark im Irdischen, Weltlichen, „Fleischlichen“ verwurzelt. Aber, wie Johannes der Täufer sagt: „Der von oben kommt, ist über allen; der von der Erde ist, ist von der Erde und redet von der Erde her…“ usw.
    Hier einige Beispiele, die vielleicht verdeutlichen, wie wohl Johannes d.T., Jesus und Paulus diesen Gegensatz zwischen himmlischer und irdischer Perspektive gesehen haben könnten…

    * Beispiel: Messias-Prophetie des Jesaja (Jes 53):
    Sie wird heute offenbar noch von den jüdischen Schriftgelehrten als nebensächlich und vorübergehend angesehen, da in ihr der „Arm Gottes“, der Messias und die wahre Religion nicht als irdischer, kämpferischer Sieger gezeigt wird. Wie können die Macht und der Glanz Gottes in der Welt auftreten und dann als leprös-kranker, verachteter, verurteilter Sünder erscheinen !? Gott muss doch das Böse, seine Feinde, einmal glanzvoll besiegen !? usw. Diese Fragen scheinen aus irdisch-religiöser Perspektive berechtigt. Aber gelten sie auch aus himmlischer, prophetischer Perspektive ?! Liegt dieser Theologie nicht ein irdisches Sieges-Denken zugrunde, das davon ausgeht, das Gott sich nur dann als echter strahlender, heldischer Gott erweist, indem er einen bösen, mächtigen Gegner bezwingt !? Aber macht man da Gott in seiner ewigen Erhabenheit nicht kleiner als er ist: Muss ein ewig lebendiger Schöpfer-Gott, durch den und in dem alles gnädig im Leben erhalten wird, überhaupt „zum Schwert greifen“ und irgendeinen Feind besiegen?! Erhöht er damit nicht durch Kampf und Sieg seine unwürdigen Feinde zu würdigen, ewigen Gegnern…? usw.

    * Sieg über bzw. Bestrafung des Bösen vs. Erlösung von dem Bösen:
    Eine besondere Theologie, Religion und Kultur, eine besondere Moral muss sich irdisch behaupten, durchsetzen: Sie hat daher immer die Tendenz einen weltlichen „Siegeszug“ antreten zu wollen, in den Kategorien von „Sieg und Niederlage“, „Bestrafung der Feinde“ usw. zu denken. Doch ein solches Denken bleibt streng gesehen im Irdischen verwurzelt. Denn aus himmlischer Perspektive eines allumfassenden, allerhaltenden, ewig lebendigen Schöpfergottes, vor dem nichts als Gegner lebendig besteht und der in allem besteht, sind irdische Kategorien wie „Sieg“, „Niederlage“, „Feindschaft“ bedeutungslos. Dies betrifft streng genommen sogar die menschliche Sünde. So wie Jesus und Johannes d.T. sagten: „Gott kann aus toten Steinen gerechte Söhne Abrahams bzw. jubelnde gerechte Glaubende“ neu schaffen. Er kann einen todsündig Toten gegen alle irdische Moral zu ewig jubelnder Herrlichkeit und Gerechtigkeit erwecken – denn er „erbarmt sich wessen er will“ (Paulus). Gott ist in seiner Gnade also nicht an ein irdisches „Sieg und Niederlage“, einen menschlichen, moralischen Sieg, menschliche moralisch-theologische Erkenntnis, Leistung, Werke usw. gebunden, sondern er verteilt schöpferisch Sieg und Niederlage, ja sogar moralische Gerechtigkeit, ewiges Leben usw. (vgl. „ewige Gerechtigkeit als Geschenk“ !). Islamisch naiv gesagt: „Gott ist groß“ – und zwar wahrhaft groß, weil er in seiner Gnade überhaupt nicht an menschliche religiös-moralisch-theologisch-philosophische Denksysteme – irdische Weisheit, irdischen Sieg, irdische Leistung – gebunden ist.
    Damit steht aber diese naive, irrationale, „unphilosophisch-untheologisch“ gnädige Größe Gottes in einem verborgenen Gegesatz zur organisierten Religion und ihren Denksystemen, Denkschulen und Hierarchien. Dies wird am Umgang aller Religion/Theologie und ihrer Schriftgelehrten mit der Problematik der Sünde besonders deutlich: Es zeigt sich hier die Tendenz die biblische, göttliche „Erlösung von den Sünden“ in einen irdischen, theologisch geleiteten, ritterlichen Kampf gegen die Sünde umzudefinieren und eine irdische Legitimation daraus abzuleiten, dass man sich am Kampf und Sieg Gottes über die Süde herausragend beteiligt. Aber Gott zeigt sich in den Evangelien – in Jesus – nicht als heldischer Sieger, als asketisch-moralischer ritterlicher Elite-Kultur-Kämpfer gegen Sünder und Sünde, sondern als eine Art „Alchemist der Liebe“, der das sündige Leben der verlorenen, zum Glauben an ihn findenden Menschen in Gnade, mitsamt dessen Schwächen und Fehlern, in eine höheres, wahres Leben erlösen will und wird: als transzendent-himmlischer Retter, Transformater von Sünde zu Höherem, Wahrem und nicht als heldisch-irdischer Sieger, Vernichter, Ausmerzer menschlicher Schwächen und Sünden… (z.B. Ps 130; Mt 1,21)

    * Irdisch (-theologisches) Leben unter Gesetz vs himmlisches Leben aus Gnade
    Aus irdischer Perspektive ist eine Unterordnung des sündigen Menschen unter das Gesetz ohne Frage zu begrüßen und zur Erhaltung irdisch-staatlicher Ordnung notwendig: ohne Regeln besteht kein Gemeinwesen. Aber aus himmlischer Perspektive des NT – vom Standpunkt reiner, pardiesisch-himmlischer Gnade und Liebe – erscheint das vermeintlich heilige Gesetz dann doch stark als irdisch-profan, fleischlich-unrein, im Buchstaben sklavisch, ja sogar im Gegensatz zum „lebendigen Gott der Lebenden“ als unpersönlich, verurteilend-tödlich: als eine Art toter, steinerner Gegner wahren geistig-lebendigen Glaubens (2Kor3) Nicht ohne Grund spricht deshalb Paulus davon, dass der wahrhaft Glaubende ein Sohn des „himmlischen Jerusalems“ – seiner gnädigen, freien, ewigen Mutter in den Wolken – ist und nicht sklavischer Untertan eines unreinen irdisch-fleischlichen („irdisch gezeugten“) Jerusalems, eines Gemeinwesens, das zornig ein heiliges Gesetz verehrt und dafür kämpft. Er ist ein Sohn und Vertreter einer persönlichen himmlischen, mütterlichen Gnade und kein Kämpfer für eine irdisch-fleischliche, staatlich-gemeinschaftliche Ordnung, eben kein Kämpfer für eine abstrakte moralisch-theologische Gebots-Ordnung (z.B. Gal 4) usw. Denn, die Welt aus himmlischer Perspektive betrachtend, betont Paulus in vielen Formulierungen eine enge Verzahnung von Gebot und Sünde, die scheinbare Heiligkeit, szs. eine Scheinheiligkeit des Gebots, des Gesetzes: „ohne Gesetz war die Sünde tot“, „mit dem Gesetz wird die Sünde mächtiger“, „die Kraft der Sünde ist das Gesetz“, „das Gesetz richtet Zorn an“ usw. Diese merkwürdigen Formulierungen sind aus irdischer, philosophisch-logischer Perspektive kaum verständlich. Sie machen aber durchaus Sinn, wenn man versucht, sie als Worte eines „neuen Adam“, eines neuen Menschen zu lesen, der aus erlöster, himmlisch-pardiesischer Perspektive spricht und empfindet und z.B. sagt: „Du sollst nicht begehren!… Ich lebte einst ohne Gesetz; als aber das Gebot kam, wurde die Sünde lebendig, ich aber starb…“ (Röm 7) Er spricht und fühlt hier wohl ganz in Analogie zur alten 2. Paradieserzählung (Gen 2): Mit dem Gebot des Nichtbegehrens wurde die Sünde, die Schlange, der Geist der Übertretung zuerst lebendig – sie kamen zur Existenz. Die Welt war nicht mehr „sehr gut“ (Gen1), denn der Geist der Sünde, der möglichen Übertretung des Gebots und dann der Geist der Strafe, des Zorns, schließlich des Todes war plötzlich in ihr. Somit geht das logisch „heilige“ Gebot, das Gesetz aus ewiger himmlischer Perspektive gesehen immer schon mit dem Geist der Sünde einer gefallenen, dem Tod Frucht bringenden Welt einher, denn: Wahres himmlisches Leben aus vollkommener Gnade kannte noch kein Gebot, keine Sünde, keinen Zorn über Übertretung, keinen Tod ! Es war in sich und aus sich heraus „sehr gut“ ! usw.
    Also, abschließend zusammengefasst: Es scheint so, als habe alle Theologie die Tendenz, sich dadurch zu legitimieren, an einem irdischen gedachten Sieg und Kampf Gottes, einer göttlich-gesetzlichen Moral und Kultur mitzuwirken: am tödlich-zornigen Sieg und Kampf Gottes über die Feinde seiner Gebote, Statuten und Kultur. Die Bibel, vor allem aber das NT, zeigt aber eine andere Bildsprache. Gott ist das ewig lebende, schöpferisch gnädig geschenkte, friedliche, reine Leben selbst. Wer sich von dieser geschenkten Gnade und ewigem Leben abwendet, oft sogar durch fanatischen, kämpferischen, verurteilenden, zornigen Gesetzeseifer und Gesetzeskampf, der wendet sich vom wahren Leben ab und sirbt innerlich ab. Ganz wie eine Weinrebe, die sich dem in ihr fließenden ewigen reinen Wein der Gande verschließt, dem reinen Wasser, das in der irdisch verlorenen Wüste gnädig Leben gibt und sich im Weinstock zu Wein verwandelt, usw. Gott als „Gott des Friedens“, “Gott der Gnade“, muss also nicht um einen Sieg, schon gar nicht um einen irdischen, kämpfen, denn jeder der gegen ihn, seine umfassende himmlische Gnade, kämpft – nicht aus ihr heraus hoffend lebt – zerstört von sich aus langsam die Gnade seiner Existenz. Er sägt am Ast der Gnade, auf dem er sitzt, dem er unverdient sein Leben, sein Dasein verdankt usw.

  5. Merkwürdigkeiten der „himmlischen“ Gnaden-Theologie des Paulus: Personifikation der Sünde, Abraham als Glaubensvater
    (Ihr sprecht von der abgehobenen Theologie des Paulus ! Das waren mal 2 Punkte, die ich mal für mich herausgearb. hab, um Paulus + Gnade besser zu verstehen ! Löschen no Pro.! Vielleicht was interessant ?!)

    Personifikation der Sünde
    Ohne Zweifel liegt bei Paulus eine himmlische Perspektive, eine Glaubenserfahrung zugrunde, die man heute nur noch sehr schwer nachvollziehen kann. Er scheint „Sünde“ als etwas Fremdes, von sich Abgespaltenes, zu betrachten, das zwar noch in seinem „Fleisch“, seinem irdischen Tun, lebendig ist, aber geistig – im Glauben an himmlische Gnade, an die geschenkte Auferstehung Jesu – vollkommen überwunden. „Ich weiß nämlich, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt: Das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen (…) Jetzt also gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus Jesus sind…“ (Röm 7/8) usw. Die Sünde ist und bleibt also im Fleisch, in der sichtbaren Welt, lebendig, ist aber unsichtbar, im Geist (durch die geschenkte Gnade der Auferstehung) überwunden, szs. tot. Mit diesem Denken scheint Paulus die Sünde zu personifizieren – als einen irdisch lebendigen, irdisch wirksamen, unreinen Geist darzustellen, der den Menschen in den Tod, in die Abkehr von der reinen Gnade Gottes, verstricken will. Und das Merkwürdige dabei ist: Die Sünde, der Geist der Unreinheit, bedient sich dazu auch des geistig Richtigen, im Prinzip Guten – des Gesetzes, des Gebots z.B.: „Denn nachdem die Sünde die Gelegenheit ergriffen hatte, die ihr durch das Gebot gegeben war, täuschte und tötete sie mich durch das Gebot…“ (Röm 7) Überhaupt zeigt sich erst hier die hinterlistige Größe der (personifizierten) Sünde: Sie ist nicht einfach nur das zerstörerisch Böse- szs. der schwarze, direkt böse Hollywood-Bösewicht. Sondern in ihrer höchsten Vollendung tritt sie sogar als Anwalt des Guten auf: Sie kleidet sich in das edle Kleid einer logisch richtigen Gesetzlichkeit, des Rechtes und wird so erst richtig lebendig ! Wie Paulus sinngemäß sagt: „Sie hat mir durch das Gute den Tod gebracht, auf dass die Sünde so über alle Maßen sündig werde, weil sie selbst das Gute benutzt, um mich zu richten…“ (Röm 7,13) Hier knüpft er an eine andere Denkfigur an: Satan als „Wolf im Schafspelz“, der als „Engel des Lichts“ und „Diener der Gerechtigkeit“ (2Kor11) auftritt. Doch anders als Jesus beim Abendmahl als wahrer Diener der Gerechtigkeit, wäscht er nicht ohne zu fragen den sündigen Erdenstaub von seinen glaubenden, hoffenden Brüdern, sondern zeigt sich als subtiler „Ankläger“ (Offb. 12, Hiob u.a.) mangelnder Gesetzestreue, mangelnder Treue zu Gott: Er will die Brüder von der Hoffnung auf Gnade, auf Rettung, ewiges Leben abbringen, so ihre Seele versklaven… usw.

    Abraham als Vorbild im Glauben
    Abraham und sein Glaube scheinen bei Paulus (und Jesus) als großes Vorbild, nach dem Motto: „Umkehr zum wahren Glauben als Hinwendung zum alten Glauben Abrahams!“ Denn nach Paulus empfand sich der Nomade Abraham im Glauben als „Fremdling auf Erden“, szs. als ein „verlorener Sohn“, mit einem Vaterland, das im Himmel, in den Sternen, liegt. Er gründete deshalb keine irdische Stadt und wohnte in Zelten, weil er eigentlich immer auf seine Heimat im Himmels-Sternen-Zelt, im Haus, im Reich des Vaters hoffte (Hebr. 11). Und er glaubte ja immer an Gott als seinen guten Hirten, der ihm den rechten Weg in der Fremde, im Feindesland, zeigt und ihm täglich in seiner Güte den Tisch deckt und vor dem Bösen behütet. An einen Gott, der im Unsichtbaren, Geistigen wohnt und ihm seine Wahrheit und Weisheit im Verborgenen gnädig kundtut usw. Darüber hinaus kannte Abraham noch kein Gesetz – lebte also nicht im trügerischen, falschen stolzen Vertrauen auf seine eigenen Werke. Er lebte allein aus dem Glauben an den letztendlichen Segen, an die letztendliche Gnade Gottes, trotz seiner vor Gott unwürdigen Sünden, Fehlern, seiner menschlichen Schwäche. „Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt“ – an einen gnädigen Gott der gegen alles Irdische alle gnädige Allmacht hat, die „Toten lebendig zu machen“ und „das was nicht ist, ins Dasein zu rufen“ (Röm 4). Dieser naive, untheologische Glaube an Gottes Willen zur Gnade, zum Segen wird von Gott durch die übernatürliche, geistig bewirkte Gnaden-Geburt Isaaks belohnt: Gott übergeht die menschliche Schwäche Saras und belohnt ihren Glauben an seine Gnade. Nicht ohne Grund wird sich dann Maria nach der Verkündigung an die Verheißung Abrahams erinnern und damit ihre eigene verheißene Gnadengeburt in die Nachfolge ihrer „Mutter im Glauben“, Sara, stellen…(Lk 1) Und nach Paulus glaubte Abraham auch nach der Geburt Isaaks weiter der frohen Sternen-Botschaft Gottes, seine Nachkommen werden ewigen Glanz und Segen des Himmels erlangen. Abraham glaubte selbst bei der Opferung Isaaks nicht daran, dass Gott der eigenen Verheißung untreu wird: „Er dachte: Gott kann auch von den Toten erwecken; als ein Gleichnis dafür bekam er ihn auch wieder.“ (Hebr. 11) Darüber hinaus stellte Abraham vor der Opferung gegenüber Isaak fest: „Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ausersehen“ ! (1Mos22). Denn er glaubte: Gott braucht keine Sünd-Opfer, keine besonderen Werke, der schwachen Menschen, um besänftigt zu werden: Er sieht allein auf den Glauben an seine Gnade, auf den Glauben an seine Güte, auf den Glauben an seinen Sternen-Segen ! Gott, der vorher seinen Segen gegeben hat, wird also das Opferlamm selbst stellen… Damit verweist Abrahams Glaube auf das Opfer Jesu, den „Vollender des Glaubens“ (Hebr. 12). Er verweist auf die Gnade und brüderliche Liebe Gottes, die dann von den Sternen zur verlorenen Erde kam und wie einst Isaak, das Holz selbst zum Opferberg trug, um sich dann für den Frieden zwischen Gott und den schwachen, sündigen Menschen zu opfern – zum Zeugnis, dass Gott gnädig den Glaubenden von den Toten zu ewigem wahren Leben erweckt…

    Zusammengefasst: Paulus zeigt„Abraham als „Vater des Glaubens“, als das Urbild des naiv an die Gnade und Größe Gottes Glaubenden: an die verheißene Gnaden-Sternen-Größe Israels und seiner Söhne. Eines Glaubens an den einen persönlichen bramherzigen Gott, der die menschlichen Schwächen von sich aus gnädig überwinden wird und „diejenigen heilt, die zerbrochenen Herzens sind und der alle seine Sterne mit Namen kennt“ (Ps 147). Ein Glaube der dann in Jesus seine Erfüllung findet, dem guten Hirten und Morgenstern aus dem Himmelshaus des Vaters, der sein Leben für die Schafe Israels gibt, alle seine Schafe mit Namen kennt und sie in den ewigen Sternen-Glanz des Himmels führt… usw.

  6. zu: naiv an die Gnade und Größe Gottes Glaubenden … (letzter Absatz)

    Hier finde ich es als wichtig, die Gebote der Gnade nicht zu vernachlässigen und sie zu erwähnen:

    Bleib in der Liebe Gottes zu dir!
    Streng dich nicht an, dich nicht anzustrengen!
    Tu lieber das, was du von Herzen tun kannst – und nicht all das, was richtig wäre!
    Hüte dich vor dem Sauerteig des Gesetzes!
    Verurteile andere ruhig erst mal – aber frag dich, warum du das tust!
    Schau, ob die Last auf deinen Schultern leicht ist!
    Rede locker mit Gott und nicht geschwollen-religiös!
    Sei ehrlich! vor Gott, vor dir selbst und manchmal auch vor anderen!
    Ersetze die alten Gebote nicht durch neue

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