Einfachheit ist ne feine Sache – Übervereinfachungen können dagegen irreführend sein!

Am Anfang die ganz einfache Festellung: da wir alle seine Gebote nicht halten, würden wir alle Jesus nicht lieben. Aber schon unsere Kinder zeigen uns, wie konstant sie uns lieben – völlig unabhängig von der konkreten Einhaltung elterlicher Vorschriften. Man mag diese Art der Liebe für schwach halten, aber es ist Liebe …

… Petrus wird von Jesus drei Mal gefragt, ob er ihn liebe. Jesus stellt diese Liebe keinen Moment in Frage, trotz des vergangenen und zukünftigen Versagens von Petrus.

Außerdem verdrehen wir die Reihenfolge, wenn wir sagen: Gebote Jesu halten = Liebe zu Jesus. Die Liebe zu Jesus ist das Motiv zum Festhalten und Einhalten SEINER Gebote (und etwa nicht „Mach ich lieber, sonst komm ich vielleicht in die Hölle“ oder ein „Was denken dann die anderen Christen von mir?“ oder „sonst werde ich nicht gesegnet“). Womit wir wieder bei Thema „alles, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde“ wären … das ist nun mal die Hauptproblematik bei der These „Hauptsache Gebote halten“.

Die Befolgung seiner Gebote „Bleibt in mir!“ oder „Bleibt in mir“ oder „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer[also dem Gesetz]!“ oder „Liebt euch untereinander!“ zeigt, von wem wir etwas erwarten und wo die Quelle unseres Lebens ist. Wir ehren Jesus, indem wir von ihm „Gnade und Gnade“ (Joh 1) nehmen – denn damit sind an diesen konkreten Punkten nicht mehr die Angebote dieser Welt unsere Quelle, sondern eben Jesus. Wir sind gehorsam, wir sind es „von Herzen“, wir sind es aus Glauben. Denn wir verlassen uns auf jemand, den wir nicht sehen (im Gegensatz zu der Welt, die wir sehen können). Und sich an Jesus zu wenden für unsere Bedürfnisse ist: eine Form der Liebe zu ihm. Und eine Form des Gehorsams – auch wenn wir selbst am meisten dabei profitieren. So wie das Kind zu seinen Eltern geht und nicht zu den Nachbarn …

… und wenn es zu den Nachbarn geht, hat es entweder unfähige Eltern oder ein völliges Zerrbild von ihnen. Und bei dem Bild, daß manche Christen von Gott haben – da würde ich auch nicht zu ihm gehen und um irgendwas bitten. Aber seltsam: woher haben sie nur dieses Bild? Doch bestimmt nicht von gesetzlichen Christen? Nein, denn die sagen ja, daß sie ihn erkannt haben …

Im ganzen Abschnitt 1.Joh 2,3-11 geht es um Behauptungen, die Menschen über sich selbst aufstellen; immer wieder die Formulierung „Wer aber sagt“ (Ich habe ihn erkannt (Vers 4), dass er in ihm bleibe (Vers 6), dass er im Licht sei (Vers 9). Für diese Behauptungen werden dann Kriterien angegeben, woran wir uns und andere überprüfen können.

1.Joh  2,3 „Und hieran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben; wenn wir seine Gebote halten.“ Wo immer wir Probleme haben mit einzelnen Geboten Jesus, dann ist die Antwort eben nicht „Einfach halten!“ – sondern Jesus mehr erkennen. Das Problem ist die überzogene oder falsche Behauptung „Ich habe ihn erkannt“. Das korrigiert Johannes. Hier geht es nicht um Errettet-Sein. Jedenfalls dann nicht, wenn ein Christ diese Behauptung aufstellt.

Noch mal die ganz EINFACHE Festellung: wir alle halten seine Gebote nicht. In diesem Sinne macht 1.Joh 2,4: „Wer sagt: Ich habe ihn erkannt, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in dem ist nicht die Wahrheit“ wirklich Sinn.

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