Hier werden wir im Laufe der Zeit weitere Antworten auf häufig gestellte Fragen geben.

Gnade bringt doch Werke hervor! Warum betont ihr das nicht stärker?

Die Gnade bringt so oder so Werke in uns hervor. Das muss man nicht stärker betonen. Nur die Gesetzespredigt hat es nötig, dass es ihre werke-bewirkende Kraft betonen muss. Dass diese Werke „tot“ sind, verschweigt sie natürlich.

Wie könnt ihr sagen, dass Christen ohne Werke erlöst sind und bleiben? Das fördert doch Trägheit unter Christen!

Nein, das fördert keine Trägheit. Das ist eine pure Behauptung und unterschätzt die veränderende Wirkung der Gnade völlig. Christen müssen nicht mit Drohungen motiviert werden.

Fördert ihr nicht, dass Christen einfach tun und lassen, was sie wollen?

Ja, das tun wir. Die Alternative wäre, dass sie heucheln und tun und lassen, was sie nicht wirklich wollen.

Verkündigt ihr nicht einen Friede-Freude-Eierkuchen-Gott?

Das würden wir dann tun, wenn wir behaupten würden, niemand brauche die Gnade Gottes und die Menschen seien sowieso alle Gottes Kinder. Das tun wir aber nicht.

Warum sagt ihr so wenig darüber, was Christen tun sollen?

Es ist sinnlos, das Werk der inneren Veränderung bei einem Christen vorwegnehmen zu wollen und Christen mit lauter Verhaltensanweisungen zu terrorisieren. Sobald die innere Veränderung da ist, bringt sie auch ein neues Handeln hervor.

Der Geist in uns erfüllt doch die Forderungen des Gesetzes – warum eure ganze Mühe mit Freiheit und Gnade?

Die Gnade befreit uns vom Gesetz und seinen Forderungen. Der Geist ermutigt uns nicht, das Gesetz zu erfüllen, sondern uns von ihm fernzuhalten.

Warum plädiert ihr nicht deutlich gegen das Sündigen von Christen?

Wir tun das nicht, weil es sinnlos ist. Wie Paulus reden wir über die Erlösung und die Größe der Gnade. Alles weitere folgt daraus – und NUR daraus.

Christen können sich doch durch den Geist leiten lassen – warum macht ihr ihnen so viele Vorschriften? Ist das nicht auch gesetzlich?

Alle Regeln und Zusammenhänge, auf die wir aufmerksam machen, haben keinen Zwangscharakter. Niemand wird bestraft, wenn er sie mißachtet. Gott ist nicht böse, wenn sie jemand nicht erfüllt. Und Geistleitung ist kein Ersatz für die Kenntnis der Erlösung.

Sollte unser Verhalten nicht im Einklang mit Gott sein?

Das ist niemals der Fall. Unser gutes Verhältnis mit Gott ist nicht davon abhängig, ob wir tun, was er sich wünscht – sonst wäre dieses Verhältnis niemals in Ordnung.

Warum warnt ihr nicht vor bestimmten Lehren und Predigern?

Wir glauben an die Mündigkeit von Christen. Je besser sie erkennen, was die Gnade sagt und bewirkt, desto leichter können sie auch ihre bisherige Lieblingsprediger beurteilen.

Schüttet ihr nicht das Kind mit dem Bade aus? Brauchen wir nicht Regeln?

Hier hilft immer nur der konkrete Punkt, wo angeblich das Kinde mit dem Bade ausgeschüttet wird bzw. welche Regeln denn gelten sollen. Es gibt Regeln ohne Zwangscharakter, die unser Neues Leben unterstützen.

Durch den Geist können wir den Willen Gottes doch erfüllen – warum sagt ihr das nicht?

So etwas ähnliches sagen wir – aber wir halten das nicht für einen perfekten Zustand, sondern für einen lebenslangen Prozeß mit Vor und Zurück, mit Scheitern und neuen Anläufen.

Warum seid ihr nicht einverstanden, dass wenigstens die 10 Gebote weiter gelten können?

Jesus sagt, dass kein Jota am Gesetz geändert werden soll. Es gilt entweder das ganze Gesetz – oder nicht.

Wie könnt ihr sagen, dass die Regeln in den Briefen keine Gebote sind, denen wir gehorsam sein müssen?

Das wäre die Übertragung des Gesetzesmodells auf die Regeln des Neuen Bundes. Im Neuen Bund geht es nicht mehr um Müssen, sondern um Können. Wer kann, der wird auch. Wer kann, muss nur noch angestupst werden – Schubsen ist überflüssig. Wer nicht kann, den bringt auch Müssen nicht weiter.

Ermutigt ihr Christen nicht dazu, einfach weiter zu sündigen?

Das muss man nicht ermutigen – das passiert einfach. Ohne echte Lösungen wird gesündigt. Wir ermutigen Christen, nach echten Lösungen zu suchen und in der Zwischenzeit nicht die Nerven zu verlieren.

Bleibt ihr nicht bei der Vergebung aus Gnade stehen? Die Gnade verändert uns doch auch!

Eben – die Gnade verändert uns. Und diese Veränderung kann dann auch nur die Gnade Gottes bewirken – und nicht unser Wille zur Veränderung und kein Basteln am eigenen Charakter und kein noch so starkes Anders- oder Besser-Sein-Wollen.

Aber ich soll doch um Vergebung bitten für meine Sünden – wie könnt ihr also sagen, dass alle meine Sünden bereits vergeben sind?

1.Joh 1,9 ist keine Anweisung, sondern eine Zusicherung. Damals wie heute hat es Christen gegeben, die ihre Sünden bekennen möchten. Auch in diesem Punkt tut jeder, was er auf dem Herzen hat.

Warum sagt ihr nichts  zur Endzeit?

Wir sehen nicht, dass diese Thema unsere Verankerung in der Gnade Gottes fördern und haben weder Zeit noch Lust, eine alternative und biblisch fundierte Sichtweise zu entwickeln. Das mag sich ändern.

Warum unterstützt ihr Israel nicht? Es ist doch Gottes Augapfel!

Es gibt genug gesetzliche Christen, die Israel „unterstützen“. Und sie tun das meist so, dass uns das eher abschreckt.

Aber es gibt doch Sünden, die einen selbst und anderen schaden? Sollten die nicht unterlassen werden?

Wenn möglich ja. Wenn nicht möglich, dann sollten sie in harmlosere Bahnen gelenkt werden.

Ihr fördert ein fleischliches Christsein. Was sagt ihr dazu?

Das tun andere – denn das Halten des Gesetzes ist fleischlich. Und fördert noch das Sündigen.  Weder Gesetz noch Sündigen können die Lösung sein. Das Halten des Gesetzes aber trennt uns von der Gnade. Das wird vom Sündigen nie gesagt.

Warum sagt ihr wenig bis nichts zu Geistesgaben, Zungenreden und Prophetie?

Dies ist keine charismatische und keine evangelikale Seite. Wir beurteilen charismatische „Phänomene“ danach, ob sie unsere Verankerung in der Gnade Gottes fördern oder gefährden. Oft sehen wir eine Gefährdung (konkretisieren das aber nicht weiter), selten eine Förderung.

Wie steht ihr zu Prophetie?

Wir warten auf die erste Prophetie, die das Volk Gottes ermahnt, sich vom Gesetz fernzuhalten und allein auf die Gnade zu vertrauen 😉 … Joyners „Bürgerkrieg in der Gemeinde“ kommt dieser Anforderung noch am nächsten.

Warum sagt ihr nichts über die Kosten der Nachfolge?

Dazu sagen wir sehr wohl etwas – es hat nur nicht viel mit dem zu tun, was man sonst darunter versteht. Der Verzicht auf eigene Anstrengung etwa kann einen durchaus etwas kosten; oder auch der „Abschied“ vom bisherigen christlichen Lieblingsautor oder -prediger.

Glaubt ihr nicht an den perfekten neuen Menschen, der (sündlos) im Geist wandeln kann?

Wir glauben an den unperfekten Neuen Menschen, der im Geist wandeln kann. Wir glauben an wachstümliche Veränderung, sobald es um Gefühle, Neigungen und Verhalten geht.

Wie steht ihr zu anderen „Gnade“-Bewegungen?

Manchmal kennen wir die gar nicht, bis uns jemand darauf aufmerksam macht. Die Lehre „befreit vom Gesetz“ begrüßen wir immer – das Einschmuggeln von neuen Gesetzen im Namen von „Gnade“ aber nicht.

Glaubt ihr, dass ihr die einzigen seid, die Gnade lehren?

Nein, das denken wir nicht.

… to be continued

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  1. Klasse! Prima Seite, genau das, was ich gesucht habe!
    Ich hoffe, ich bin hier mit meiner Frage richtig… eine konkrete Antwort habe ich nicht finden können.
    Wie argumentiert ihr gegen die häufige Behauptung: „Wenn ich mich bewusst gegen Gott entscheide, dann bin ich nicht mehr gerettet.“
    Wenn es da schon einen guten Beitrag oder einen Link gibt, wäre ich für einen Hinweis wirklich dankbar.

    • Wenn wir durch die Neue Geburt Kinder Gottes sind, dann ist es schwer vorstellbar, wie man sich „dagegen entscheiden“ kann … der Fehler liegt ja schon darin, dass wir öfter gesagt kriegen, wir hätten uns „für Gott entschieden“. Haben wir nicht.

      … unsere biologischen Kinder können sich auch nicht dagegen entscheiden, nicht mehr unsere Kinder zu sein. Sie können uns vielleicht ignorieren, den Kontakt abbrechen, uns hassen etc. – aber sie sind und bleiben unsere Kinder.

  2. Hallo, erst einmal schätze ich eure Meinungen und Beiträge sehr und bin Gott dankbar hierauf gestoßen zu sein.
    Eine Frage die sich mir immer wieder stellt und zu der ich (aufgrund diverser alter Prägungen) eigentlich immer nur eine „Wahrheit“ kannte ist folgende:
    Kommen Menschen die Jesus und sein Opfer nicht angenommen haben in die Hölle? Und was heißt Hölle? Ich meine das der Teufel da nicht nochmal Macht bekommt die ungehorsamen Seelen zu peinigen oder welcher Schwachsinn auch immer da geredet wurde, ist mir klar.
    Aber gibt es den ewigen Feuersee und das ewige Gericht in Form von ewiger Strafe? Ich meine Jesus Geschichte von Lazarus der höllische Qualen litt und auch nur einen tropfen Wasser wollte, ist ja schon Crazy…

    • Es mag sein, dass beim Konzept „Hölle“ auch eine ganze Masse theologischer Schutt und Fehldeutungen beiseite zu räumen sind. Dazu haben wir uns bisher aber nicht in der Lage gesehen. Die Allversöhner haben das eine oder andere gute oder bedenkenswerte Argument (sind aber selbst oftmals auch „streng“). Wir sind in dieser Frage nicht festgelegt. Aber ein Studium von „Gericht“ zeigt, dass es Gott dabei darum geht, Menschen „zurechtzubringen“ und nicht, sie zu bestrafen.

      Vor allem ist es seltsam (wenn auch logisch), dass viele Christen anscheinend was dagegen hätten, wenn es das klassische Konzept „Hölle“ (ewige Verdammung, Gottesferne) so gar nicht gäbe. Was wäre damit für uns verloren? Eine zweifelhafte Motivation fürs Evangelisieren? Eine noch zweifelhaftere Motivation, an Jesus „dran zu bleiben“ (Drohung mit Heilsverlust!)? Wer sich durch und durch beschenkt weiß, ist jedenfalls nicht beleidigt und gekränkt, sollten Menschen auch ohne Umkehr von Gott angenommen werden; gekränkt und beleidigt sind nur die, die sich „für Jesus“ (oder was sie dafür halten) abgerackert haben und ein wenig auf ihre „Verdienste“ und „Werke“ schielen.

      Wir haben auch keinen Zweifel daran, dass wir alle die Hölle verdient hätten – aus der Sicht des Gesetzes. Aber das Gesetz ist nun mal nicht mehr unsere Regel, unter der wir leben.

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