Christen haben oftmals die Vorstellung, dass ein von den moralischen Maßstäben Gottes geprägtes Gewissen sie leite. Dabei übersehen sie, dass unser Gewissen quasi in Gefangenschaft ist – die Wärter sind moralische Maßstäbe aller Art und Schuldgefühle in allen Stärkegraden. Etwas vorsichtiger ausgedrückt, ist unser Gewissen „schwach“:

1Kor 8,7 Die Erkenntnis aber ist nicht in allen, sondern manche essen es, da sie bis jetzt an den Götzen gewöhnt waren, als Götzenopferfleisch, und ihr Gewissen, da es schwach ist, wird befleckt.

Hier sehen wir das „schwache“ Gewissen in Aktion: Fleisch essen ist völlig ok, Götzenopferfleisch essen auch. Dieses Fleisch war zudem auch noch vergleichsweise billig und als Nahrungsquelle für Leute mit wenig Geld attraktiv. Bei denen, deren Gewissen „schwach“ ist, führt es aber offensichtlich zu Selbstanklagen.

Paulus fordert zwar in Kapitel 8 und 10 des 1.Korintherbriefes zur Rücksicht gegenüber Christen auf, die ein schwaches Gewissen haben – aber er sagt damit nicht, dass deren Gewissen nun auch so schwach bleiben muss über die Monate und Jahre. Ihr schwaches Gewissen soll durch die Gnade umgeprägt werden – das ist die einzige Alternative zur Prägung durch das Gesetz. Denn so sehr auch manche Menschen versuchen mögen, amoralisch zu leben – der Diktatur von Falsch und Richtig entkommen sie nicht (der Philosoph Nietzsche wäre ein Beispiel). Und Gott hat diese Diktatur gewollt – darum hat er das Gesetz gegeben. Statt aber nun dieser Diktatur entkommen zu wollen und sich nach der Gnade auszustrecken, haben viele von uns sie verinnerlicht. Und auch die Gnade Gottes sehen sie unter dem Aspekt, was sie unter der Gesetzesdiktatur für sie tun kann. Aber wir schweifen ab …

Tit 1,15 Den Reinen ist alles rein; den Befleckten aber und Ungläubigen ist nichts rein, sondern befleckt ist sowohl ihre Gesinnung als auch ihr Gewissen.

Hier sehen wir, dass ein „beflecktes“ Gewissen keine Frage unseres Verhaltens ist. Wenn wir rein sind, sind wir rein – und die ständige Selbstanklage durch unser Gewissen kommt zur Ruhe.

1Tim 1,19 indem du den Glauben bewahrst und ein gutes Gewissen, das einige von sich gestoßen und so im Hinblick auf den Glauben Schiffbruch erlitten haben

Ein gutes Gewissen ist Teil unseres Glaubens – und eine Teil unserer Erlösung. Unsere Gedanken, die sich ständig „untereinander verklagen“, kommen zur Ruhe (zumindest zeitweise … und dann auch immer öfter). Ein gutes Gewissen ist ein Geschenk und keine Folge von etwas, dass wir tun könnten.

Wodurch wird unser Gewissen „schwach“? Durch die Predigt von Gesetz und Moral und „Werten“ als Leitfaden für unser Leben als Christ. Sie fördert Selbstgerechtigkeit (ein abgehärtetes Gewissen) und das sogenannte „schlechte Gewissen“, durch das wir Schuldgefühle haben und Strafe fürchten. Damit sind wir weit entfernt von der Gnade Gottes, die uns in die Freiheit von Schuldgefühlen, Bestrafungsängsten und Verhärtung führen will.

Das Gesetz behauptet „Du kannst ein gutes Gewissen haben, wenn du alles richtig machst“ – die Gnade Gottes sagt „das klappt sowieso nicht“. Das gesetzlich geprägte Gewissen fragt „ist es richtig oder falsch?“ – das von der Gnade geprägte Gewissen fragt „Nützt es mir?“. Das gesetzlich geprägte Gewissen achtet auf die Mücken, verschluckt aber ganze Kamele – das von der Gnade geprägte Gewissen „sieht“ die wirklich problematischen Verhaltensweisen.

Unter der Gnade ist ein „gutes“ Gewissen ein Geschenk, dass uns zu teil wird – jenseits unseres Tuns und Lassens:

Hebr 9,14 wie viel mehr wird das Blut des Christus, der sich selbst durch den ewigen Geist als Opfer ohne Fehler Gott dargebracht hat, euer Gewissen reinigen von toten Werken, damit ihr dem lebendigen Gott dient!

Die toten Werke des Gesetzes sind das, was unser Gewissen verunreinigt. Und sie sind nur eine Folge davon, dass wir das Gesetz bejahen und verinnerlicht haben und es befolgen wollen.

Wenn wir von etwas „gereinigt“ werden müssen, dann nicht von unseren Sünden (das ist ein für allemal geschehen!), sondern von unserem schlechten Gewissen. Vielleicht sind auch die Christen aus 1.Johannes 1 Christen, die noch nicht ganz verstanden haben, was ihnen in Christus zu teil geworden ist und die Gnade Gottes munter mit dem Gesetz verquicken. Denn das weckt zwangsläufig Zweifel an der vollkommenen Vergebung Gottes für unsere Sünden.

Schauen wir uns noch ein paar Beispiele für „Götzenopferfleisch“ in unseren Tagen an:

  • Saunabesuche
  • Rauchen
  • kurze Röcke
  • große Autos
  • von Stütze leben
  • Alkohol
  • experimentierfreudiger Sex
  • Fleisch
  • Tanzen
  • keiner geregelten Arbeit nachgehen
  • FKK-Strände
  • Glücksspiel
  • erotische Filmszenen
  • langhaarige Männer
  • kurzhaarige Frauen
  • Scheidung

Wie man sieht, werden besonders gerne Dinge problematisiert, die Spaß machen 😉  . Oder Dinge, die nicht in unsere Leistungsgesellschaft passen; oder nicht als „ordentlich“ gelten. Alle paar Jahrzehnte, wenn das gesellschaftliche Klima sich ändert, fallen Dinge heraus und es kommen Punkte hinzu.

Das „schlechte“ Gewissen schweigt aber bei „Kamelen“ wie

  • schlechte Bezahlung von Mitarbeitern
  • gewalttätige Filmszenen
  • Abqualifizieren anderer Christen
  • Wetten an der Börse
  • Selbstgerechtigkeit
  • erzwungenem Sex
  • Cliquenbildung
  • nicht-öffentlichen Affären
  • Gewalt gegen die eigenen Kinder
  • Lästern beim Austauschen von Gebetsanliegen
  • Aufrechterhalten kaputter Ehen
  • emotionalem Fremdgehen

Auch bei dieser Aufzählung sind vielleicht Punkte dabei, die unter der Gnade nicht problematisch sind (aber unter dem Gesetz sehr wohl!) … aber wie auch immer: sie werden offensichtlich nicht durch ein Gewissen beendet, dass von der Diktatur von Falsch und Richtig geprägt ist. Nur die verändernde Gnade Gottes schafft hier Abhilfe und Einsicht – oder vielleicht auch da und dort mal durch einen kräftiger verbaler Rempler von denen, die genug Mut haben, die „Angesehenen“ in der Gemeinde zu konfrontieren.

Natürlich müssen wir mit unserer Freiheit nicht hausieren gehen. Wir müssen uns auch nicht lustig machen über die, deren Gewissen „schwach“ ist. Wir müssen sie auch nicht verführen, Dinge zu tun, zu denen ihr Gewissen eben noch nicht bereit ist:

1.Kor 8, 9-10: 9 Seht aber zu, dass nicht etwa diese eure Freiheit / Macht / Vollmacht den Schwachen zum Anstoß werde! 10 Denn wenn jemand dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch liegen sieht, wird nicht sein Gewissen, da er schwach ist, bestärkt / erbaut werden, die Götzenopfer zu essen?

Aber wir können immer wieder die Gnade Gottes erklären und unseren Brüder und Schwestern die Diktatur von Falsch und Richtig erklären. Und dabei kann es helfen aufzuzeigen, wie viel Leid diese Diktatur über Menschen gebracht hat und immer noch bringt. Aber letztlich gilt immer: du mußt spüren, wofür du die Freiheit hast.

Wir leben unter der „Diktatur“ des Könnens (aus unseren Neuen Herzen) und der Nützlichkeit (wo es um unsere Bedürfnisse geht) und der Liebe aus reinem Herzen (wenn uns das Ergehen unserer Mitmenschen berührt)  – und natürlich der Echtheit. Es ist eine „Diktatur“, die ihre Untertanen nicht zwingt und gängelt und zur Eile antreibt – ganz anders als die Diktatur von Falsch und Richtig.

1Tim 1,5 Das Endziel der Weisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.

 

Siehe zu diesem Thema nun auch die Folge 4a und 4b aus der Vortragsreihe „Geheilt in seinen Wunden“ von Michael Trenkel. Die Serie kann hier bestellt werden: http://www.h-o-p-e.de/10.html

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  1. Wenn ich da lese mit was „Götzenopferfleisch“ heute verglichen wird, dann graust es mich. „Götzenopferfleisch“ ist etwas Neutrales wie Geld auch. Erst durch die Gesinnung dahinter bekommt es die jeweilige Bedeutung. Was damit Saunabesuche und erotische Filmszenen usw. zu tun haben frage ich mich wirklich. Die konsequente Gnade hat wohl eine andere Bedeutung, als das Gewissen zu beruhigen: Tit. 2/11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen, 2/12 und UNTERWEIST UNS, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Lüste verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf,

  2. Richtig liebe Ingrid, Fleisch ist etwas Neutrales, genau so neutral wie Saunabesuche, ein FKK-Strand, Erotik oder Sexualität (siehe Hoheslied)!
    Erst die falsche Gesinnung dahinter ist ’nicht nützlich‘. Und leider wird einem durch Dritte dann schnell genau diese finstere Gesinnung unterstellt, erst recht, wenn man nicht jedem ungeschriebenen Gesetz in einer Gemeinde entspricht. Allein, was ich alles zu hören bekam, als ich mich – nachdem ich mich bekehrt hatte – mal hüllenlos an der Ostsee gesonnt habe (das war früher in der DDR völlig normal), so dass ich es auch ohne jeden Gedanken an Konsequenzen Freunden aus der Gemeinde erzählte. Und ob Du es glaubst oder nicht: ich könnte mich in all diesen Zeiten an keinen einzigen „falschen Gedanken“ entsinnen; mein Gewissen war rein. Aber danach die Zeit wurde schlimm, ständig klagte ich mich selbst an. Ich bin dann sogar noch nicht mal mehr in die Sauna gegangen, bloß um nichts Falsches zu machen und hielt mich ständig für unheilig und schlecht, da mir selbst an diesen Dingen nichts Sträfliches aufgefallen war…
    Wie dankbar bin ich für solch eine Arbeit wie sie hier geschieht. Ich kann Dir versichern, dass dadurch nicht eine einzige Person zu ‚lüsternem‘, unmoralischem Verhalten verführt wird. Im Gegenteil macht die Freiheit vom Gesetz uns erst wirklich von innen heraus frei, Jesus in Herzensreinheit zu folgen.
    Liebe Grüße
    Hanna

  3. Zuerst habe ich gedacht, du hast meine Frage bzgl. des Gewissens total falsch verstanden….mir ging es ja mehr um die handfesten Sünden. 😉 ABER…..wie man es auch dreht, am Ende kommt man nicht drum herum – es steht ja wirklich mehrmals da: „ALLES“ ist erlaubt“.
    Hmmm, also es gelten jetzt andere Kriterien: nützlich, erbauend (Liebe), nicht beherrschend, Gott ehrend.

    Interessant ist auch zu wissen, dass im AT für Gewissen immer Herz steht. Jedenfalls ist das Gewissen ein Teil unseres Innersten Wesens, Herzens, ein Teil von uns selbst. Es hat je nach Kultur und Erfahrungen eine Prägung erhalten, die nicht immer mit Gottes Sicht der Dinge übereinstimmt. Im AT stand „das Gesetz“ NICHT in den Herzen, es war ein von außen den Juden aufoptruiertes „Programm“, welches zu halten unmöglich war (und ist) und sie „einfach“ von Sünde überführen sollte. Dies prägte das Gewissen. Gereinigt werden konnte es aber nur duch das Blut Jesu, durch Vergebung.

    Ich vermute – und das ist der Kanckpunkt – HÄTTE Gott ihnen (und auch uns) DIESES Gesetz des Mose ins Herz geschrieben, hätten sie es ebensowenig halten können. (Und wir eben auch nicht.) Weil wir es aus uns ohnehin nicht schaffen… es hätte sich nichts geändert.
    Aus eigener Kraft funktioniert es nicht. Es wäre auch dann nur ein totes (Fleisches-)Werk geworden, ohne Glauben und ohne Gott.

    Nur der Geist kann Gott wohlgefällige Werke in uns hervorbringen.Ohne IHN geht nichts –
    selbst wenn das AT Gesetz gemeint wäre.

    Interessant auch, dass in Jeremia einmal steht, ER wird uns im Neuen Bund sein „Gesetz“ ins Innere geben und auf das Herz schreiben (Jeremia 31,33), und ein anderes mal nur, ER wird uns ein fleischernes Herz, einen neuen Geist und seinen Geist ins Innere geben (Hes. 26,17).

    Und 2. Korinther 3,3:
    „…von euch ist offenbar gworden, daß ihr ein Brief Chrsti seid, ausgefertigt von uns im Dienst, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf Tafeln, die fleischerne Herzen sind.“

    Es ist jetzt der Geist, der unsere Herzen be-schreibt….sie prägt.

    Da wir ja nun frei und nicht mehr unter Gesetz sind, sondern unter Gnade und jetzt dem neuen Gesetz des Gesistes des Lebens dienen, dem Gesetz Christi (Liebe), dem Gesetz der Freiheit, wird ER uns ja kaum durch seinen Geist die AT – Gesetze ins Herz schreiben, wäre nicht logisch?! 😉

    Falls das jetzt alles so stimmig ist (?) ,muß ich dir völlig Recht geben! 🙂
    Unser Gewissen wird durch den Geist im Laufe der Zeit neu gepolt, gereinigt und mit Gott in Einklang gebraucht. Orientieren müssen wir uns aber am Geist selbst und nicht in erster Linie direkt am Gewissen. Korrekt?

    LG
    Petra

  4. Nachtrag:
    Mir ist noch Römer 2 eingefallen:

    14 Denn wenn Nationen, die kein Gesetz haben, von Natur dem Gesetz entsprechend handeln, so sind diese, die kein Gesetz haben, sich selbst ein Gesetz.
    15 Sie beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihren Herzen geschrieben ist, indem ihr Gewissen mit Zeugnis gibt und ihre Gedanken sich untereinander anklagen oder auch entschuldigen –
    16 an dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen richtet nach meinem Evangelium durch Christus Jesus.

    Somit wäre das „Werk des Gesetzes“ in unsere Heidenherzen geschrieben.
    Kann ja nicht sein, dass die Heiden es ins Herz geschrieben haben, die Juden aber nur die Tafeln haben?! Oder? Wären wir ja eigentlich im Vorteil. Auch wenn am Ende Juden und Heiden, beide es nicht halten können.
    Folglich kommt es dann nur auf den Geist an, welcher der Einzige ist, der es in uns ERFÜLLEN kann.
    Vielleicht kann mir das jemand nochmal erklären…wäre ich seeeehr dankbar dafür.
    Ansonsten klincke ich mich hier aus, zu viel Theorie macht mich noch wirrer als vorher.. 😉

    Gute Nacht!
    Petra

    • Die innere Struktur für „Falsch und Richtig“ ist offensichtlich in jedem Menschen vorhanden. Mit welchen Inhalten sie gefüllt wird, ist höchst unterschiedlich – aber in diesem Sinne sind alle Menschen „unter Gesetz“ bzw. unter der Diktatur von Falsch und Richtig. Und entkommen ihm nicht, solange sie nicht die Gnade Gottes verstehen und akzeptieren.

      Das Mosaische Gesetz ist dann „nur“ ein konkreter Inhalt, indem es definiert, was für das jüdische Volk falsch und richtig ist. Für die Heiden hat dieses Gesetz nie gegolten.

      Das macht es auch logisch, dass in Jeremia 31 nicht das Mosaische Gesetz gemeint ist (jedenfalls dann, wenn sich diese Stelle nicht nur auf Juden beziehen sollte).

      • Zur „Diktatur von Falsch und Richtig“ habe ich noch an einen anderen Autor gedacht, den ich sehr schätze und der mal über dieses Thema geschrieben hat. Zum Verständis finde ich das sehr nützlich. Drum würd ich das mal kurz noch zitieren und hoffe, dass es für viele klarer wird….

        Er bezieht sich auf die zwei Bäume im Paradies, dort hat das Desaster begonnen, als unsere Vorfahren von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen gegessen haben….

        „Als Gott der Herr Adam anwies, nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, sagte er nicht: >>Wenn du von diesem Baum isst, werde ich dich töten<> An dem Tag, an dem du von diesem Baum isst, wirst du sterben.<< Es war also nicht nur der Ungehorsam der Menschen, der den Tod auf die Erde gebracht hat; der Grund lag auch in der Frucht des Baumes.
        Der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse ist ein eindrucksvolles biblisches Bild für das <>. Der Apostel Paulus erklärte: <>. (1.Kor.15,56b)
        Diese Aussage ist richtig, weil es stimmt, dass wir unsere Erkenntnis über Gut und Böse vom Gesetz ableiten. Wir werden nur so lange nicht verstehen, wie Erkenntnis uns den Tod bringen kann, bis wir ihre Frucht zu Gesicht bekommen haben. Die Erkenntnis über Gut und Böse tötet uns, indem sie uns von dem ablenkt, der die Quelle des Lebens ist: Der Baum des Lebens – Jesus. Der Baum der Erkenntnis bringt uns dazu, unsere Aufmerksamkeit auf uns selbst zu richten. Das Gesetz gibt der Sünde ihre Macht, weil durch das Gesetz nicht nur das Böse, sondern auch das Gute offenbar wird. Es gibt uns entweder dem Verderben preis oder macht uns selbstgerecht. Und beides führt zum Tod.
        ….
        Nun, nach dem Genuss der Frucht, erkannten sie Gut und Böse und wurden dadurch gezwungen, sich an diesen neu gewonnenen Maßstäben zu messen.
        Es gibt keinen einfacheres Mittel, uns vom Baum des Lebens fern zu halten, als den Menschen dazu zu bringen, auf sich selbst konzentriert zu leben. Und genau das vollbrint das Gesetz.

        Wenn wir den Baum der Erkenntnis als das Gesetz definieren, beziehen wir uns dabei nicht nur auf das Gesetz des Mose. Oft denken wir, dass das Alte Testament Gesetz und das Neue Testament Gnade bedeutet, aber das ist nicht unbedingt wahr. Der Alte Bund ist der Buchstabe, der Neue Bund ist der Geist.

        Der Herr sagte, dass er uns seinen Geist senden wird, damit dieser uns in alle Wahrheit leitet. Alle Wahrheit ist in Jesus…..“

        „Die 2 Bäume im Paradies“ von Rick Joyner S. 16.

      • Ich denke, er meint schon das Richtige und sehe nicht unbedingt einen Widerspruch darin. Er schreibt ja auch: True disciples not only behave different—they are different. Er sagt ja nicht, dass dies in allem und sofort voll sichtbar sein muß?! Er hat es in jedem seiner Bücher als einen Weg beschrieben…so weit ich mich erinnern kann… als einen Prozess innerer Veränderung, den Jesus wirkt. Gut, das ist eine meine persönliche Sicht. 😉
        Aber dass der Mann Tiefgang hat, kann keiner leugnen?!

      • Nietzsche hatte auch Tiefgang 😉

        Ich bestehe auf meiner Beurteilung. Würde er das mit der Gnade klar sehen, würde er es auch klar äußern. Macht er aber nicht. Er sagt Sachen, die man vielleicht so deuten könnte.

        Außerden sieht man ständig bei ihm, dass er die Sache mit „Wem sagt Jesus was?“ nicht verstanden hat.

        • … vielleicht sollte man mal grundsätzlich festhalten: wenn unsere bisherigen Lieblingsprediger und christlichen Bücherschreiber es jahrelang nicht geschafft haben, uns die bedingungslose Gnade Gottes vor Augen zu malen – dann haben sie das vermutlich auch nie versucht (und nie beabsichtigt). Dann macht es auch keinen Sinn, hier Dinge zu harmonisieren, die sich einfach logisch widersprechen. Im Einzelnen mögen sie dann interessante und zutreffende Sachen sagen – im Großen und Ganzen liegen sie aber notwendig falsch, da die Gnade Gottes der einzig legitime Auslegungsschlüssel für das Wort Gottes ist.

      • Kann schon sein, dass ich zuviel hinein interpretiere… was ich sagen kann ist, dass von den vielen christlichen Büchern der letzten 20 Jahre, seine mir wenigstens in Erinnerung geblieben sind. Ich will ihn hier auch nicht zu hoch heben, Ludwig hat mit dem Punkt recht, dass er das mit „Wem sagt Jesus was“ nicht verstanden hat. So weit ich weiß, hat er einen sehr „umfassendes“ Verständinis von dem Begriff „Christen“. Bin auch nicht der Meinung, dass sich die o.g. Stelle auf Christen bezieht, sonst würde Jesus ihnen nicht sagen: „Ich habe euch nie gekannt.“ Widerspricht sich eindeutig.

        Aber Tatsache ist, dass es doch auch Christen gibt, die eben auf der fleischlichen Seite vom Pferd fallen, oder nicht? Die den Wert/Bedeutung der Gnade (der teuren Gnade) eben auch nicht erfasst haben. Ja, klar, Gott ist mit gnädig, kann ich ja machen was ich will…. Das kann man auch „fleischlich“ verstehen und es „mißbrauchen“ – mehr oder weniger bewußt… dann gibt es wirlich keinen Unterschied mehr…. Ist fast genauso übel wie die Gesetzlichkeit…die andere Seite der fleischlichen Medaille.
        An der Stelle war ich auch schon mal im Leben. 😉 ER hat mich da zurückgeholt, in dem ER mir dann gezeigt hat, dass unser gnädiger Gott auch noch ein heiliger Gott ist.
        Wenn wir in unser Fleisch säen, werden wir auch vom Fleisch das Verderben ernten, egal ob Christ oder nicht-Christ, dazu haben wir ja auch die Freiheit…., ist aber dann auch nicht so lustig.
        Oder wo liegt bitte mein Denkfehler?
        Ich habe keine Lust mehr auf irgend einer Seite vom Pferd zu fallen, sondern würde gerne mal oben bleiben… 🙂

        • Man kann „fleischlich“ auf zweierlei Weise handeln: man hält das Gesetz [also sündigt] oder man sündigt [nach normalem Verständnis]. Das erste ist viel schlimmer und destruktiver als das zweite – denn nur beim ersten „fällt man aus der Gnade“.

          Wer als Christ auf das Fleisch sät, tut das NICHT, indem er sündigt – außer er glaubt wirklich daran, dass Sündigen irgendwas ändern würde (was aber unmöglich ist, da er ein Neues Herz hat). Er sät vielmehr auf das Fleisch, wenn er das Gesetz befolgen will (was sowieso unmöglich ist) und an dieses Gesetz „glaubt“.

          Wer sündigt, mißbraucht die Gnade nicht. Er tut nur einfach das, wozu er momentan keine Alternative hat. Dies stellt keinen Mißbrauch, sondern einen legitimen Gebrauch der Gnade dar. Das ist möglich, weil sein Verhältnis zum „heiligen Gott“ auf einer absolut sicheren Grundlage steht und nicht mehr durch falsches Verhalten gestört werden kann.

          Insofern lautet die Metapher: wer auf dem Pferd der Gnade reitet, KANN gar nicht runterfallen. Wer auf dem Pferd des Gesetzes sitzt, hat immer Schräglage und fällt regelmäßig auf beiden Seiten runter.

      • o.k. ich verstehe das und stimme dir auch zu.
        Viele Bibelstellen, die ich trotzdem anführen könnte, fallen auch weg, da ich sie mittlerweile tatsächlich anders verstehe als noch vor ein paar Wochen. 😉 Was mich sehr freut!

        Das wirft aber wieder alles noch weitere Fragen auf, da es ja mit der sichtbaren Realität auch übereinstimmen muß…
        Also wenn das alles so stimmt,
        haben wir dann die Gnade alle von Anfang an nicht begriffen oder wurde uns ständig ein anderer Christus vor Augen gemalt? (Ich tendiere zum letzteren)
        Und weshalb irren manche vom Glauben ab, gewinnen die Welt lieb, erleiden Schiffbruch im Glauben, sind der Wahrheit beraubt, wälzen sich nach der Wäsche wieder im Kot,….usw… (1.Tim., 2.Petrus, usw.)

        Was ist mit den Gemeinden, die geistlich tot sind, in denen sich gar nichts tut, wo einfach kein Wachstum ist (ich meine nicht die Mitgliederzahl) ?
        Oder die vielen Christen die in Psychiatrien landen?
        Was ist mit dem geldgierigen Pator, der gar nicht bemerkt, dass er auf Abwegen ist?
        Oder jener, dessen Schäfchen sich gerade zerstreuen, weil herauskam, dass er seine Frau mit einer Schwester betrogen hat?
        Oder einfach nur die Geschwister, die sich gegenseitig beneiden, demütigen, verletzen, hassen?

        Ist das alles alternativlos? Kann nicht sein….
        Haben sie alle die Gnade nicht begriffen?
        oder haben sie die Heiligkeit Gottes nicht begriffen?
        Oder beides? Eines ohne das andere geht wahrscheinlich nicht…
        Sind alle nur verführt worden?
        Fehlen einfach die Lehrer, Hirten, Apostel? die richtige Lehre? Die Ermahnung? Die Vorbilder? Die Liebe? Die Gnade?

        Tja, viele Fragen…
        ich hoffe ich gehe euch damit noch nicht zu sehr auf die Nerven… 😉
        Und auch, dass sich andere dadurch nicht abgehalten fühlen, selbst etwas zu schreiben….!
        Das wäre schade..

        jedenfalls:

        Danke!! 🙂

        • Die Fragen nach der Situation von Ortsgemeinden und „der“ Kirche insgesamt sind natürlich berechtigt. Und in keinem der geschilderten Fälle ist man „alternativlos“.

          … aber es ist nicht zu erwarten, dass sich viele Leiter, Verantwortliche und Meinungsmacher in den Gemeinden bußfertig an die Brust schlagen und bekennen, dass sie Gesetz gelebt und gelehrt haben.

          Momentan ist vermutlich die hauptsächliche Hoffnung für Opfer dieser „Gemeinde“systeme der innere und äußere Ausstieg. Und der äußere Abstand zu einer „Gemeinde“ kann nur unterstützen, dass man vor allem innerlich und theologisch auf Distanz geht … bei Opfern von geistlichem Machtmißbrauch kann man etwa oft beobachten, dass sie die theologischen Positionen ihrer Mißbraucher weiterhin teilen – und damit weiteren Machtmißbrauch begünstigen …

          … auch der großflächige Ausstieg aus Finanzierung und praktischer Unterstützung seltsamer Dienste und Gemeinden könnte einiges bewirken. Wünschenswert wäre dabei allerdings ein finanzielles Auffangen der Leiter (wenn solche Dienste und Gemeinden dann zusammenbrechen), damit sie beruflich neu durchstarten können. Das gilt natürlich besonders auch für Leiter, die durch das Lehren der Gnade ihr bezahlte Stellung über kurz oder lang verlieren (werden).

          Aber ganz klar muss man auch sagen: Gemeinden auf der Grundlage bedingungsloser Gnade sind unbekanntes Gebiet. Da wird auch nicht alles hübsch und heilig sein (siehe die Briefe an die ersten Gemeinden). So einiges wird dann offen ablaufen und nicht mehr verdeckt (wie unter dem Gesetz). Aber erst Probleme, die offen angesprochen werden dürfen, können auch gelöst werden … aber das wahre Ausmaß der Schwierigkeiten könnte anfangs ernüchternd wirken.

          Ansonsten gibt es unter „Gemeinde – Zerrbild und Zukunft“ weitere Ausführungen zum Thema Gemeinde.

          • Ich habe diese Fragen nicht direkt auf die Situation der Gemeinden bezogen, sondern mal grundsätzlich hinterfragt. Und auch nicht deshalb, um hier zu provozieren etc..Sondern ich mache mir ernsthafte Gedanken, weil ich der Meinung bin, dass wenn das hier die Wahrheit ist (was ich nach wie vor glaube), dann ist es auch nicht nötig es in Schutz zu nehmen, denn es wird dann sowieso jeder Frage standhalten, wenn auch nicht immer alles zu 100% beantworten. Und wir wollen ja schließlich die Wahrheit, und nichts anderes.

            In der Zwischenzeit habe auch ein bißchen weiter gedacht…
            Die Erklärung für die ganzen Mißstände in den Gemeinden, dass wir alle die Gnade nicht wirklich erfasst haben und uns deshalb immer wieder unter Gesetz begeben, was wiederum noch mehr Sünde und geistlichen Tod bewirkt, ist für mich auch nicht befriedigend.
            Denn es gibt auch Gemeinden gibt, die die Gnade predigen, sich aber trotzdem nicht viel verändert oder die sich eher viel mehr der Welt angleichen – also fehlt m.M.n. irgend etwas.
            Ich denke man kann eben vom Gesetz los sein oder man kann gesetzlos sein.

            Die WELT versucht ja auch vom Gesetz loszukommen, in dem sie abschafft bzw. sie nach ihrem Gutdünken abändert, aufzuweicht, dadurch dass sie vieles einfach liberalisieren. Sie wollen halt frei sein davon.Sie reden sich ein, wenn eine Sache nicht mehr gesellschaftlich und juristisch verboten, moralisch akzeptiert ist, und nicht unter Strafe steht, dann sind sie aus dem Schlamassel raus und meinen, sie wären dann „frei“, bräuchten kein schlechtes Gewissen mehr zu haben, denn es gibt ja kein Gesetz mehr, welches sie verurteilt. Ganz einfach.
            Natürlich ist das alles nur ein Selbstbetrug, denn sie können Gottes Gesetz und seine Maßstäbe ja nicht ändern, nach denen sie aber nun mal gerichtet werden.

            Wer nun glaubt, dass die Menschen deshalb weniger sündigen, wenn sie nicht mehr unter einem Gesetz sind, der macht sich was vor. Sie nennen es dann zwar nicht mehr Sünde, aber ihr tatsächliches Tun wird davon LANGFRISTIG nicht weniger, oder besser, sondern mehr und schlimmer.
            Mag sein, dass es sich kurzfristig nach Freiheit anfühlt, das nun nicht mehr Verbotene zu tun… (… wobei auch nicht so klar ist, ob dies daran liegt, dass der Reiz des Verbotenen weg ist oder deshalb weil der Trieb (vorerst) legal befriedigt wurde?)

            Der Beweis dafür ist die Sintflut, Sodom,…. – wenn die Menschen kein Gesetz haben, welches die Begierden usw. in Zaum hält, machen sie wirklich das, was sie wollen.
            Weil das eigentliche Problem nicht das Gesetz selbst ist (das ist gerecht, heilig und gut) , sonder der Mensch, in dem „Gutes nicht wohnt“. (Rö.7,18)
            Durch das Gesetz wurde nur die Sünde sichtbar, welche schon vor dem Gesetz in der Welt war – „denn durch Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde“ (Römer 3,20).

            Man braucht ihnen ja nur mal nur die Straßenverkehrsordnung wegnehmen und sie würden sich alsbald gegenseitig die Köpfe einschlagen. Was bei totaler Anarchie passiert wissen wir auch…totales Chaos, Mord und Totschlag….

            Deshalb wird auch die z.B. die Homosexualität in Zukunft nicht abnehmen, nur weil sie jetzt erlaubt ist, sondern wird zunehmen….werden wir noch miterleben alles, es steht schon in der Bibel wie „gesetzlos“ sie sein werden….ähnlich Sodom.
            Deshalb – ( um mal kurz auf die Faceboockommentare einzugehen, bin da Boykottierer) ist es auch ein großer Schmarrn quasi zu behaupten, ein freizügiger, offener Umgang mit dem Körper und Sexualität würde Pornographie und Vergewaltigungen etc. vorbeugen. Das ist genau die Argumentation, weshalb Kinder sich bereits im Kindergarten und Grundschule sich mit Sex und Geschlechtsorganen befassen müssen und völlig versaut werden. Der Grund für die Zunahme von Sexualverbrechen sind nicht die verschleierten Moslemfrauen, sondern die halbnackten Girls, die an jeder Ecke für Dessouswerbung in Lebensgröße herhalten müssen und die allgemeine Verharmlosung der Sexualität.

            Je enger die Grenzen eines Gesetzes gesetzt werden, umso mehr wird auch die Übertretung deutlich. Damit hatten die Juden einiges zu tun…. und schafften natürlich nicht, es zu halten. Auch wir scheitern daran, wenn wir es auch nur mit den 10, oder 9 versuchen…Adam und Eva sind an einem einzigen gescheitert.

            Wir würden scheitern mit oder ohne Gesetze, deshalb hat es nicht ausgereicht, dass Gott uns „nur“ losmacht vom Gesetz, uns dem Gesetz sterben läßt und uns begnadigt, unter Gnade stellt.
            ER hat das gemacht, damit wir „eines anderen werden“ können! (Rö.7,4).

            SEIN Geist wird uns nicht dahin leiten, Götzendienst zu betreiben, die Ehe zu brechen, zu stehlen usw… ER wird seine Frucht in uns wirken und „gegen diese ist das Gesetz nicht gerichtet“. Natürlich wird der Heilige Geist (er heißt ja nicht umsonst so) nicht gegen Gottes, sprich seine eigenen Gesetze wirken.

            Wir sind deswegen auch nicht „gesetzlos“, obwohl wir los vom Gesetz sind, sondern unter dem Gesetz Christi, dem Gesetz des Geistes des Lebens, dem Gesetz der Freiheit.

            Durch das, dass SEIN Geist in uns lebt, werden wir erst zu einer neuen Schöpfung.
            Die Frucht des Geistes, und auch alles andere, entspringt aus der Vereinigung mit Jesus (Be-fruchtung), wenn wir mit Jesus EINS werden…Darauf kommt es an!
            Es geht nicht um eine Theologie oder ein System der Freiheit , sondern immer um Jesus selbst. ER selbst ist immer das Ziel von allem.

            Vielleicht macht gerade das den Unterschied, ob einzelne Christen oder eine ganze Gemeinde vorankommt oder nicht. Ob sie wirklich vom Gesetz los sind und es bleiben, oder ob sie sich gesetzlos entwickeln…

            Mir ist schon klar, dass auch eine Gemeinde auf Grundlage der Gnade nicht hübsch und heilig ist (bin ich selbst nicht 😉 ), man wird ja auch nicht daran erkennen, dass wir seine Jünger sind, sondern an der Liebe.

          • Jetzt geht alles durcheinander: die Gemeinde ist die Gemeinde – die Gesellschaft ist die Gesellschaft.

            Im Neuen Testament wurde nicht geklagt und gejammert über den „moralischen Verfall“ der römischen Gesellschaft (und die hätten nun wirklich Grund gehabt). UND VOR ALLEM: es gab keine „Initiativen“, dem entgegen zu wirken. Auf diese Idee kommen Christen, die meinen, irgendwann einmal hätte es eine christliche Gesellschaft gegeben (wann denn?), um deren Erhalt und Wiederherstellung man kämpfen müsse. Unser Job ist es nicht, etwa die Sexualmoral einer Gesellschaft zu „verbessern“. Unser Job ist es vor allem nicht, einer Gesellschaft eine „christliche“ Moral aufzudrücken: christliche Ethik ist für Christen – für niemand sonst.

            Eine Gesellschaft gibt sich immer eine Ordnung (das ist ihre Natur), wird also in einem bestimmten Sinne nie „gesetzlos“. Und die Freiheit vom Gesetz ist eine Lehre für die Gemeinde – nicht für die Gesellschaft. Nicht-Christen haben kein Neues Herz, das keine Zwangsjacke braucht.

            Dieses „Klagen und Jammern“ ist EINE Quelle für Moralismus und Gesetzlichkeit in der Gemeinde Jesu: denn letztlich steckt die Vorstellung „die Einhaltung des Gesetzes ist ja solch ein Segen für jeden Menschen“ dahinter. Nein, dazu war das Gesetz nie gemacht – es soll Menschen in die Kapitulation treiben. Die Gnade Gottes ist im übrigen kein „besserer Weg“, um ja nicht gegen das Gesetz zu verstoßen. ENTWEDER Zwangsjacke ODER innere Entwicklung – nicht beides!

            … und man sollte besser nicht enttäuscht sein, wenn die Gnade Gottes nicht den braven, bibelverse-zitierenden, gottesdienstbesuchenden, fromm redenden, angepaßten, „lieben“, über die Unmoral schimpfenden, „Gott ist ja so gut“-sprechenden, „ich bin ja so gesegnet“-bekennenden, sauna-boykottierenden, zwangs-missionierenden, antialkoholischen, niemals-Schimpfworte-gebrauchenden, Zehnten-zahlenden etc. Christen hervorbringt. Jesus und die Apostel waren schließlich auch nicht so.

            Und zum Thema Nacktheit etc: da lesen wir nur GegenBEHAUPTUNGEN und keine GegenARGUMENTE. Ein entspannter Umgang mit dem eigenen Körper, mit Nacktheit, mit Sexualität ersetzt unsere Innere Veränderung nicht – aber sie als ursächlich zu bezeichnen für „sexuelle Unmoral“ in allen Formen ist doch sehr weit hergeholt. Das Konzept der Zwangsjacke für das eigene Gefühls- und Triebleben können wir leider nicht von der Anklagebank entlassen.

          • Ja genau, wir reden völlig aneinander vorbei.
            Ich wollte ja eben genau das aufzeigen, dass es um zwei verschiedene Konzepte geht.
            Der Feind versucht schließlich auch das Echte nachzuahmen, und lockt mit Freiheit.. DESHALB muß man es ja unterscheiden, weil Christen dies allzuoft verwechseln!
            Im NT gibt es sehr wohl Jammern und Klagen über die „Gesellschaft“, denn wir leben ja IN der Welt und leiden auch darunter, da wir ständig konfrontiert sind.
            Wenn ich mich dagegen wehre, indem ich mich AUS DEM GEIST/VON HERZEN HERAUS (nicht, weil und wie das Gesetz es mir befiehlt) anders als sie verhalte oder für die Gerechtigkeit, für die Schwachen usw. einstehe, dann bedeutet das nicht gleich, dass ich ihr eine christliche Moral aufdrücken will. Ich zeige damit lediglich, dass es einen Gott gibt und WIE ER ist. Wie sollten sie es denn sonst erfahren? Durch leere Worte?
            Und auch Christen sind zu abscheulichen Dingen fähig, TROTZ ihres neuen Herzens. Da könnte ich dir eine Menge erzählen…
            Außerdem, wenn du mich kennen würdest, wüsstest du, dass ich ganz und gar nicht in deine Liste passe, ganz im Gegenteil. Aber egal, du willst mich nicht verstehen. Mußt du auch nicht.

          • Ich komme hier mit den Antwort-Buttons nicht so ganz klar, was sich auf wen bezieht, aber egal:
            Danke Petra für Deine Beiträge hier vom 27. und 28.02.2014! Du hast es sehr gut getroffen…

          • Was sagen eigentlichen die restlichen anderen vielen Mitleser dazu?? Es sind ja schon fast 100 Klicks pro Tag…
            Haben die alle keine Meinung oder sind das auch alle so stumme Abnicker wie man sie auch sonst von christlichen Kreisen gewohnt ist? Ach so gar kein bißchen Unterschied? Wie schade…

          • Mir ist auch nicht klar, liebe Petra, worauf Du hinauswillst??. Und diese Haltung dass wir anderen Mitleser keine Meinung haben oder nur stumme Abnicker sind – finde ich sehr heftig und unpassend.
            Danke an „Konsequente Gnade “ für Seine Antworten. Ich bin sehr froh und dankbar diese Seite gefunden zu haben.

          • Lassen wir´s gut sein.
            Ich habe nach Meinungen gefragt, nicht nach „Hä? worum gehts hier eigentlich?“. :-/
            kon-g. hat schon genug geantwortet, auch wenn er leider ausweicht wenn es drauf ankommt..

            Ein Letztes:

            Kolosser 1
            ……………..
            5 wegen der Hoffnung, die für euch in den Himmeln aufbewahrt ist. Von ihr habt ihr vorher schon gehört im Wort der Wahrheit des Evangeliums,

            6 das zu euch gekommen ist, wie es auch in der ganzen Welt ist und Frucht bringt und wächst, wie auch unter/in euch von dem Tag an, da ihr es gehört und die GNADE GOTTES IN WAHRHEIT erkannt habt.

            7 So habt ihr es gelernt von Epaphras, unserem geliebten Mitknecht, der ein treuer Diener des Christus für euch ist

            8 und uns auch eure Liebe im Geist kundgetan hat.

            9 DESHALB hören auch wir nicht auf, von dem Tag an, da wir es gehört haben, für euch zu beten und zu bitten, dass ihr mit der Erkenntnis seines Willens erfüllt werdet in aller Weisheit und geistlichem Verständnis,

            10 UM DES HERRN WÜRDIG ZU WANDELN zu allem Wohlgefallen, fruchtbringend in jedem guten Werk und wachsend durch die Erkenntnis Gottes,

            11 gekräftigt mit aller Kraft nach der Macht seiner Herrlichkeit, zu allem Ausharren und aller Langmut, mit Freuden

            12 dem Vater danksagend, der euch fähig gemacht hat zum Anteil am Erbe der Heiligen im Licht;

            13 er hat uns gerettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe.

            14 In ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.

            ……in diesem Sinne – kein Widerspruch, kein Druck!

  5. Yep! Jetzt hab ich´s wieder! 🙂

    „Für die Heiden hat dieses Gesetz nie gegolten.“ – ein unschlagbares Argument! 😉
    Damit klärt sich so einiges… damit liest sich auch der Römerbrief schon eine Spur anders…
    wenn das mich als Heide (obwohl ich nur halb Heide bin) schon entlastet, dann kann ich mir vorstellen wie es Israel gehen wird, wenn es von seinem Gesetz frei wird…..wie eine Bombe…..

    • Ähm… der Neue Bund wurde aber auch nur mit dem Hause Juda und Israel gestiftet (Jer 31,31 und Hebr 8,8) und nicht mit den „Heiden“.
      Vollendet wird er erst mit dem zweiten Kommen Christi.
      Aus Seiner Gnade dürfen die „Heiden“ aber jetzt schon an ihm teilhaben, wie sie auch aus Seiner Gnade Seine Gebote in unserem Herzen haben.

  6. Ich sehe das so:

    Hebräer 8,8 – es geht noch weiter….

    8 Denn tadelnd spricht er zu ihnen: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da werde ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund schließen,
    9 nicht nach der Art des Bundes, den ich mit ihren Vätern machte an dem Tag, da ich ihre Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie blieben nicht in meinem Bund, und ich kümmerte mich nicht um sie, spricht der Herr.
    10 Denn dies ist der Bund, den ich dem Haus Israel errichten werde nach jenen Tagen, spricht der Herr: Meine Gesetze gebe ich in ihren Sinn und werde sie auch auf ihre Herzen schreiben; und ich werde ihnen Gott und sie werden mir Volk sein.
    11 Und nicht werden sie ein jeder seinen Mitbürger und ein jeder seinen Bruder lehren und sagen: Erkenne den Herrn! Denn alle werden mich kennen, vom Kleinen bis zum Großen unter ihnen.

    Vers 10 +11 machen deutlich, dass JEDER mit IHM eine Beziehung haben wird, sie werden IHN kennen…

    Das ist in Jesus erfüllt, denn durch IHN kennen wir Gott, durch Sein Blut wird die direkte Nähe zu IHM möglich, durch den Geist erkennen wir IHN….

    Lukas 22
    20 Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.

    In Römer 11 steht, dass WIR (aus den Heiden) in den Ölbaum hineingepfropft worden sind, wir sind der gleichen Wurzel teilhaftig geworden.

    daher gehören wir jetzt nicht mehr zu den Heiden.
    1. Kor. 12,2
    2 Ihr wisst, dass ihr, als ihr zu den Heiden gehörtet, zu den stummen Götzenbildern hingezogen, ja, fortgerissen wurdet.

    Wir sind sozusagen das wahre Israel, aus Juden und Heiden, das geistliche Israel.

    Römer 9

    6 Nicht aber als ob das Wort Gottes hinfällig geworden wäre; denn nicht alle, die aus Israel sind, die sind Israel,
    7 auch nicht, weil sie Abrahams Nachkommen sind, sind alle Kinder, sondern „in Isaak wird dir eine Nachkommenschaft genannt werden“.
    8 Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Nachkommenschaft gerechnet.

    So gesehen würde es dann doch wieder stimmig sein, dass ER seine Gesetze, oder Weisungen 😉
    denen ins Herz schreibt, die durch Jesus gerettet werden. (aus Juden und Heiden) 😀

    Irgendwelche Einwände? 🙂

    • Es freut mich, dass Du meinen Gedanken aufgreifst und weiterführst… 😉
      Aber wir driften vom Artikelthema ab, oder?
      Was sagt der Seitenbetreiber dazu? Gibt es eine andere, passendere Stelle , wo wir das alle miteinander austauschen könnten?

  7. Ich glaube wenn es ihn stören würde, hätte er sich schon gemeldet, mach dir mal keine Sorgen. 😉
    So gesetzlich scheint er nicht zu sein…. 😀
    Mir wäre es auch lieber, ich könnte mich über diese Themen normel mit jemanden unterhalten, dann müsste ich mich hier nicht ereifern…. aber erfahrungsgemäß wollen die gesetzlichen Christen um mich herum das leider gar nicht hören….sonst könnte ihr gesamtes Welt- und Gottesbild ins Wancken geraten…. 😉

    • Ereifern hat noch nie was gebracht… siehe Elia, das erste bekannte Burn-out Opfer 😉

      Aber ein paar Anmerkungen habe ich dennoch:
      Die wilden Ölbaumzweige, die wieder eingepfropft werden sind für mich die verlorenen 10 Stämme (Das Gleichnis des verlorenen Sohns ist hier eine schöne Parallele).
      Das waren auch Heiden, die ordentlich Götzendienst betrieben…

      Abrahams Nachkommen waren ja auch die des Ismael (nach dem Fleisch); Die Verheißungen bekamen aber nur Isaacs Erben.

      Und die zerstreuten 10 Stämme, die als Sand unter die wirklich heidnischen Völkermeere (Muscheln) kamen, veredelten diese zu Perlen – mit/durch Seine Gnade.
      Deswegen ist mir das mit dem „geistlichen Israel“ zu einfach gedacht, das echte gibt es ja auch noch und ist NICHT verworfen.

      Der Tag, an dem ALLE IHN erkennen, ist, wenn ER wiederkommt, wenn Juda+Israel wieder vereint sind und aussprechen können: Gelobt sei der da kommt im Namen des HERRN.
      Dann ist der Neue Bund vollendet.

      In mir gerät tatsächlich einiges ins Wanken… 🙂 Positiv gesehen…
      Darüber sprechen ist sicher besser, aber alles hat SEINE Zeit… 🙂
      Geduld zu haben, lerne ich auch gerade…

  8. (Noch!) ohne burn out gesprochen: hast ja gesehen, dass ich vorsichtig schrieb, ich bin halb-Heide, hätte auch sagen können halb-Jude, obwohl ich biblisch gesehen ganz Jude bin.
    Das spielt aber für mich gar keine Rolle. Zusätzlich der Gedanke, dass das Gesetz am Ende doch noch für mich gelten bzw. gegolten haben könnte – war zu abschreckend. 😉
    Oder sollte ich mich sonst vielleicht als Jude besser, oder genauer als etwas Besseres fühlen? Bei vielen Christen hätte ich damit die allerbesten Karten! 😉
    Aber ob ich jetzt zu den verlorenen 10 Stämmen oder sonst wohin gehöre, macht für mich keinen Unterschied. Mein Heil hängt nicht davon ab, weil ich weiß, Juden und Heiden, beide werden sowieso nur IN CHRISTUS gerettet. Vom Volk Israel wird auch nur der Überrest gerettet werden, nämlich die, die Glauben werden an SEIN Blut.
    Ich werde mich hüten irgendein Volk an sich zu verehren, einen Kult daraus machen, oder anfangen mich meines Fleisches, meiner Abstammung etc. zu rühmen, so wie viele Christen das mit Israel tun….ist mir innerlich zu wider.
    Du darfst auch nicht vergessen, dass das Volk Israel zu dem Schattenbild gehört, wie es auch dem Schatten diente, dem Gesetz, welches auch nur ein Schatten der Dinge darstellt, ein Muster. Es ist nicht das Original, nicht das „Echte“. Das Echte ist das Geistliche! Sowie das himmlische Jerusalem das Echte ist, um das es eigentlich geht. Das irdische Jerusalem ist auch nur ein Schatten davon. Es ist also genau umgekehrt…

    Habe außerdem festgestellt, dass sich der Römerbrief wirklich gaanz anders ließt als vorher, speziell Römer 2 und 3 … Vers 22b…“Denn es ist kein Unterschied…“ Und Vers 34!: “ Heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! Sondern wir bestätigen das Gesetz.“
    hat eine ganz andere Bedeutung, wenn man dabei im Hinterkopf hat, wem das Gesetz galt!
    Sehr sehr interessant….

    Und ich bitte natürlich um Verzeihung, wenn ich dich langweile. 😉

    • Kann man einen Schatten lieben? Jer 31,3 sagt: Ich habe Dich (Israel) je und je geliebt…
      Von Langeweile keine Spur… Es ist sehr spannend – um nicht zu sagen markerschütternd und Du weißt ja, warum ich mich nun zurückhalte.

      • Gott hat ja nicht seinen Bund mit Israel (den alten) geliebt – sondern Israel. Dann hat er durch Jesus einen Neuen Bund gestiftet, der allen Völkern und Menschen gilt (also auch Israel).

        Gottes Plan war nicht, dass Israel stur am Alten Bund fest hält, sondern freudig und geschlossen und vor allem ERLEICHTERT in den Neuen Bund übertritt.

        Seitdem es den Neuen Bund gibt, sind ALLE, die glauben, Nachkommen Abrahams. ALLE (auch das jüdische Volk) können nun als Neue Menschen leben und sind als Neue Menschen nicht mehr durch Volkszugehörigkeit, Armut, Reichtum, Geschlecht, Bildung oder was auch immer getrennt, sondern EINE Familie.

        … auffällig ist schon, dass ein Festhalten an einer „Sonderstellung“ Israels fast immer einher geht mit allen möglichen gesetzlichen Tendenzen. Und manchmal geht es sogar so weit, dass Christen gerne Juden werden wollen. Das zeugt nicht gerade davon, dass ihnen die Erlösung in Jesus ausreichend erscheint. Letztlich steckt wohl das Motiv dahinter, dass Menschen was besonderes sein wollen. Aber wie kann man noch „besondererer“ sein als dadurch, dass man ein Kind Gottes ist und zu seiner Familie gehört?

        Natürlich hält sich Gott an seinen Alten Bund mit Israel und alle, die unter Gesetz sein wollen, dürfen das auch – aber es ist kein Privileg, dass Israel im Alten Bund weiter leben will. Es ist eine Not, die Gott irgendwann beenden wird.

        [Schon mal zur Warnung, weil sich bestimmt der eine oder andere Besucher provoziert fühlen mag: alle israel-fanatischen Kommentare, bei denen man nicht mehr spüren kann, wie gut und toll die Erlösung in Christus ist und stattdessen hören muss, wie toll doch der Alte Bund ist, werden wir „gnadenlos“ löschen – daraus ergeben sich nur sinnlose Diskussionen, die zu nichts führen]

  9. Ich möchte nur bemerken, dass ich selten so eine wohltuende und klare Aussage gehört habe!
    Das macht euch noch sympathischer! 😉
    Für mich fühlt sich der stark verbreitete Israel-Fanatismus nach ihn „mit Füßen treten“ an… – wobei,…so wie wir auch sonst mit dem Gesetz/Gnade umgehen nicht wenigier schäbig ist… nur fällt es im Zusammenhang mit Israel mehr auf.

    LG
    Petra

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