Das Neue Testament berichtet uns von den Wundern und Heilungen in der dreijährigen Tätigkeit von Jesus in Israel. Das wäre an sich nichts, was unser eigenes Leben direkt betrifft.

ABER Jesus hat seine Vollmacht auch seinen Nachfolgern in Aussicht gestellt. Und uns wird berichtet, daß insbesondere die Apostel (aber nicht nur die!) ebenfalls Wunder taten und die Kranken heilten.

… eigentlich gibt es keinen Grund anzunehmen, daß sei heute nicht mehr möglich – obwohl es natürlich diverse Schulen der Bibelauslegung gibt, die genau das bestreiten (und dann gerne auch mal über eine Krankenheilung berichten, die sich „trotzdem“ in ihren Reihen ereignet habe – sie also erleben, was sie eigentlich für theologisch unmöglich erklärt haben ).

Leider hat sich aus der Auffassung, Jesu Zusagen würden weiterhin gelten, die Tendenz entwickelt, der Entstehung echter Vollmacht massiv vorzugreifen. Wir haben es heute weitgehend mit behaupteter Vollmacht zu tun. Wäre es nicht so, ständen die Handyfilme längst bei youtube, bei denen entweder die üble Hautkrankheit einer Passantin von einem Moment auf den anderen verschwunden ist; oder der Rollstuhlfahrer auf Einkaufstour im Stadtzentrum plötzlich aufsteht und ganz normal geht (nicht nur für ein paar Sekunden mühsam durch die Gegend krückt!); oder oder oder …

Denn wäre sie eine Vollmacht, wie wir sie an Jesus und den Aposteln sehen, hätte sie auch deren Qualität. Hat sie aber nicht. So simpel ist das.

Wir können uns über alle Wunder und alle Krankenheilungen freuen, die heute passieren (und wirklich aufgehört haben sie nie). Aber wir sind noch nicht auf der Höhe dessen, was Jesus uns zugesagt hat.

Und nun wird es höchst problematisch: indem Menschen und Gemeinden und Bewegungen so tun, als sei das nicht so, verursachen sie eben auch viel Frustration und Leid und Enttäuschung. Die Aufforderung, so was zu unterlassen oder die eigene, sehr beschränkte Vollmacht ohne jegliche Show wirken zu lassen (und dann wäre es interessant, ob nicht sogar mehr passiert unterm Strich!) – ist leider sinnlos. Denn es gibt immer Christen und andere Menschen, die solchen Personen folgen. Und welcher normale Mensch verzichtet schon auf so etwas.

Wie in vielem sind wir da als Einzelne verantwortlich: wir entscheiden, was wir unterstützen – mit Geld, Engagement, Zeit, Anwesenheit. Falsche oder problematische Auffassungen werden nicht durch Widerlegungen wirkungslos gemacht (das gehört natürlich auch dazu) – sie müssen ihre Unterstützer verlieren.

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