Röm 8,2 Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

Wir  leben mit einem neuen Gesetz. Und es ist ein Gesetz voller Kraft (ähnlich wie das Gravitationsgesetz) – und das muss es auch sein, denn es befreit uns vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ (ein Gesetz, das ebenfalls viel Kraft hat). Es geht hier also nicht direkt um die Befreiung vom Mosaischen Gesetz (oder ähnlichen Regelkatalogen).

Es geht eher um Gesetze im Sinne von Naturgesetzen. Dort werden Kräfte beschrieben, die wirken: Magnetismus, Schwerkraft u.a. Insofern ist die Gegenüberstellung der beiden Gesetze naheliegend, denn beide Gesetze wirken auf den Menschen. Das eine beschreibt die Wirkung von Sünde und Tod auf Menschen – das andere die Wirkung des Geistes des Leben in Christus Jesus. Dass der Begriff des Gesetzes so benutzt wird, zeigt auch die Formulierung „Gesetz des Glaubens“ in Römer 3,27 oder das „vollkommene Gesetz der Freiheit“ (Jakobus 1,25) oder das „andere Gesetz in meinen Gliedern“ aus Römer 7,23.

So erläutert es auch ein Kommentar: „Das [Wort] Gesetz wird für ein Prinzip, eine Kraft oder einen Einfluss angewandt, der eine Person zu einer Aktion oder einem Verhalten nötigt.“

Das Mosaische Gesetz und seine Varianten wirken dagegen nicht im Sinne von Naturgesetzen. Es sind Vorschriften, moralische Regeln. Hinter ihnen steht keine Kraft. Seine Kraft hat dieses Gesetz nicht aus sich selbst.

Aber das Gesetz (im mosaischen Sinne) verbindet sich zwangsläufig mit der natürlichen Seite des Menschen (auch „Fleisch“ genannt). Denn dieses „Fleisch“ hat eine religiöse Seite, einen Zug, sich beweisen zu wollen an moralischen Regeln.  Das verschafft ihm seine fatale Wirkung – weil es sich zwangsläufig auch mit dem „Gesetz der Sünde und des Todes“ verbindet. Deshalb muss es als positives Anliegen scheitern. Negativ dagegen kann es dem Menschen zeigen, wie es wirklich um ihn steht – nämlich dann, wenn er versucht, sich an das Gesetz zu halten.

Reden wir aber wieder über das, was für uns erfreulich ist … das „Gesetz des Geistes des Lebens“ hat Merkmale, die deutlich zeigen, dass es sich in seiner ganzen Art auch vom Mosaischen Gesetz und vom „Gesetz der Sünde und des Todes“ unterscheidet:

  • es übt keinen Zwang aus
  • wir können auch anders
  • es verändert unser Inneres
  • es ist kraftvoll (weil es nicht mehr durch das Fleisch „kraftlos“ gemacht werden kann) … denn:
  • es appelliert nicht mehr an unseren natürlichen Anteil
  • es fordert kein korrektes Verhalten von uns (und schon gar nicht „sofort!“)
  • wir können spüren, dass es uns verändert … denn:
  • es bringt (teilweise schlagartig, teilweise langfristig) neue Gefühle, neue Motivationen, ein neues Wollen in uns hervor
  • es tut etwas für uns
  • man kann ihm entkommen (etwa indem man sich unter das Mosaische Gesetz oder eine seiner Varianten stellt)
  • es ist für den Menschen da

Damit ist es das genaue Gegenteil des Mosaischen Gesetzes und jedes anderen kirchlichen oder religiösen oder moralischen Regelkatalogs – auch wenn es einen moralischen Inhalt hat. Vor allem aber macht es uns lebendig! Und das ist viel wichtiger als „richtig und falsch“.

Dieses neue „Gesetz“ des Geistes des Lebens wirkt immer auf uns als Gläubige – selbst wenn wir der Aufforderung von Jesus „Bleibt in mir!“ nicht folgen. Wir können dieses Gesetz begünstigen, aber wir können es nicht völlig neutralisieren.

Lassen wir es auf uns wirken, können wir Dinge nun (immer öfter) „von Herzen“ (Römer 6,17) tun. Unser Tun wird zunehmend „glückselig“ (Jakobus 1,25).

Die Kraft unseres Neuen Lebens ist durch nichts zu ersetzen – schon gar nicht durch ein Leben unter dem Gesetz. Auch nicht, wenn sich das Gesetz als „Wandel im Geist“ tarnt (https://konsequentegnade.wordpress.com/freiheit-vom-gesetz/der-wandel-im-geist-nach-dem-gesetz/)

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Eine Antwort »

  1. Das Gesetz, das aus deinem Mund kommt, ist besser für mich als Tausende von Gold- und Silberstücken.
    (Ps. 119,72)

    Habe letztens eine Predigt gehört, wo jemand diesen Vers zitierte als Ansporn, sein Leben an den 10 Geboten auszurichten…

    Aber die 10 Gebote kamen ja nunmal nicht aus dem Mund Gottes, sondern „die Steintafeln, vom Finger Gottes beschrieben“. Aus seinem Mund kommt… trara… der Geist! (Er blies dem Menschen den Odem des Lebens in die Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.)
    Was David hier also rühmt, ist genau dieses „Gesetz des Geistes des Lebens“ aus Römer 8,2.

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