Wir halten viel von der Wiederentdeckung des sogenannten fünffältigen Dienstes (der vielleicht auch nur ein vierfältiger ist):

Eph 4,11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer

1Kor 12,29 Sind etwa alle Apostel? Alle Propheten? Alle Lehrer? Haben alle Wunderkräfte?

1Kor 12,28 Und die einen hat Gott in der Gemeinde eingesetzt erstens als Apostel, zweitens andere als Propheten, drittens als Lehrer, sodann Wunderkräfte, sodann Gnadengaben der Heilungen, Hilfeleistungen, Leitungen, Arten von Sprachen.

Wir sehen keinen Grund, warum die Gemeinde nicht immer noch diese vier oder fünf Berufungen braucht. Und es gibt auch viel Grund zu der Annahme, dass die anderen vier Dienste unter dem Fehlen des fünften, des Apostels, leiden.

ABER: die Erkenntnis, dass uns etwas fehlt, ist noch lange kein Grund dafür, dass wir das Fehlende auch ganz schnell von Gott geschenkt bekommen. Ein Beispiel: schon von hunderten von Jahren haben Bibelleser erkannt, dass Gott eines Tages die Juden wieder in ihr Heimatland zurückführen würde. Oder wir sehen auch, dass die ersten Gemeinden offensichtlich anders funktioniert haben als unsere heutigen; trotzdem sind wir nicht in der Lage, diesen Zustand per Willenskraft wiederherzustellen.

Wir haben Kriterien, um angebliche oder echte Apostel zu beurteilen. Fangen wir mal an:

  • die wundervolle Befreiung vom Gesetz wird nicht von „Aposteln“ gelehrt, sondern von Menschen, die keinerlei apostolischen Anspruch haben (aber tun, was die vermeintlichen „Apostel“ auch tun sollten)
  • daraus folgt, dass schon einmal eine wesentliche Grundlage für eine „Reformation“ fehlt, von denen „Apostel“ gerne sprechen (und deren Notwendigkeit wir nicht bestreiten)
  • kein uns bekannter „Apostel“ ist in der Lage, eine apostolische Gnadenlehre zu formulieren. Meist fallen sie noch hinter Luther zurück und machen unsere Erlösung von unseren Werken abhängig.
  • Damit fehlt eine weitere Grundlage für „Reformation“ (passender wäre es von „Deformation“ zu sprechen)
  • viele „Apostel“ lehren die Zwei-Naturen-Lehre des Gläubigen: er sei sowohl Alter wie auch Neuer Mensch; oder sein Alter Mensch lebe weiter in ihm (zumindest jedes Mal, wenn er sündigt)
  • kein „apostolischer“ Dienst zeigt die „Zeichen des Apostels“, Wunder und Heilungen 2Kor 12,12 Die Zeichen des Apostels sind ja unter euch vollbracht worden in allem Ausharren, in Zeichen und Wundern und Machttaten.
  • nicht jeder Apostel muss die Fähigkeit zur Gemeindegründung haben (das ist auch in den ersten Gemeinden nicht so)  – davon zumindest können wir manche „Apostel“ entlasten, die gerne hingehen und sich an der Großen Umverteilung von Christen von hier nach dort beteiligen

Schon in den ersten Gemeinden gab es zudem Menschen, die zu Unrecht den Dienst eines Apostels für sich beanspruchten:

2Kor 11,13 Denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die die Gestalt von Aposteln Christi annehmen.

Offb 2,2 Ich kenne deine Werke und deine Mühe und dein Ausharren, und dass du Böse nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die sich Apostel nennen und es nicht sind, und hast sie als Lügner befunden;

Die betrügerischen bzw. bösen Arbeiter kennen wir aus Philipper 3. Es sind die, die das Gesetz in die Gemeinde bringen. Genau das beobachten wir auch oft an den heutigen „Aposteln“. Daran kann auch die Benutzung von wohlklingenden Vokabeln wie „Reformation“, „Transformation“ etc. nichts ändern.

Und nicht umsonst gibt es Abschnitte wie 2.Korinther 11 und 1.Korinther 9 , in denen wir sehen, wie echte Apostel ticken.

Wenn du also mal irgendwo sitzt, wo ein „Apostel“ redet, frag ihn mal vor den anderen, wie er es mit der Freiheit vom Gesetz hält. Oder der Errettung allein aus Gnade. Wenn er anfängt, viele Worte (inklusive einem entschiedenen Sowohl-als-Auch) darum zu machen, weißt du Bescheid 😉 … und eigentlich ist es ein schlechter Witz, dass oftmals groß daher redenden, visionären „Aposteln“ nichts Besseres einfällt zum Thema Gesetz als ein Aufwärmen altbekannter kirchlicher Irrlehren.

Die Gemeinde ist nicht hilflos ohne Apostel. Aber wir glauben, dass gesetzlichen Dienste und Gemeinden ihr blaues Wunder erleben werden, wenn wieder echte Apostel die Bühne betreten würden [jetzt raunen und drohen wir mal 😉  ]. Diese Vollmacht ist aber noch nicht da – so bleibt uns nur die Abstimmung mit den Füßen und der Entzug der finanziellen Mittel, um seltsamen Diensten und „Gemeinden“ den Garaus zu machen.

Können wir etwas tun für die Wiederherstellung echter apostolischer Dienste? Ja, den Herrn der Ernte um Erntearbeiter zu bitten. Denn was die Ernte betrifft, haben wir im besten Fall Evangelisten – und die lassen die Abgeernteten gerne auf dem Feld liegen. Dazu veröffentlichen sie gerne noch Artikel, in denen sie mit den Zahlen der „Herumliegenden“ protzen. Einem echten Apostel wäre dieses Vorgehen völlig fremd.

Lk 10,2 Er sprach aber zu ihnen: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. Bittet nun den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter aussende in seine Ernte!

[Eigentlich hätte man hier auch wieder eine Polemik-Warnung voranstellen müssen 😉  ]

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