Kreuztragen ist aus der Mode gekommen. Alle wollen sich wohlfühlen. Denn Kreuztragen klingt unangenehm.

Bei näherer Betrachtung stellt sich aber heraus, daß die verbleibenden Verkünder des Kreuztragens gar nicht so genau wissen, wovon sie eigentlich reden. Und damit ist fraglich, ob Kreuztragen (trotz des sprachlichen Anklangs an Golgatha) überhaupt unangenehm ist.

Alle Stellen über das Kreuztragen stehen in Kontexten, die offensichtlich begründen sollen, was denn mit Kreuz-Tragen gemeint ist. Ein Beispiel ist Lukas 14:

Lukas 14,25 Es gingen aber große Volksmengen mit ihm; und er wandte sich um und sprach zu ihnen: 26 Wenn jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben / seine eigene Seele, so kann er nicht mein Jünger sein; 27 und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wer unter euch, der einen Turm bauen will, setzt sich nicht vorher hin und berechnet die Kosten, ob er das Nötige zur Ausführung habe? 29 Damit nicht etwa, wenn er den Grund gelegt hat und nicht vollenden kann, alle, die es sehen, anfangen, ihn zu verspotten, 30 und sagen: Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und konnte nicht vollenden. 31 Oder welcher König, der auszieht, um sich mit einem anderen König in Krieg einzulassen, setzt sich nicht vorher hin und ratschlagt, ob er imstande sei, dem mit zehntausend entgegenzutreten, der gegen ihn mit zwanzigtausend anrückt? 32 Wenn aber nicht, so sendet er, während er noch fern ist, eine Gesandtschaft und bittet um die Friedensbedingungen. 33 So kann nun keiner von euch, der nicht allem entsagt, was er hat, mein Jünger sein. 34 Das Salz nun ist gut. Wenn aber auch das Salz kraftlos geworden ist, womit soll es gewürzt werden? 35 Es ist weder für das Land noch für den Dünger tauglich; man wirft es hinaus. Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Hier haben wir fast alle Zutaten für den üblichen christlichen Leidenscocktail zusammen

  • sein eigenes Leben hassen (Vers 26)
  • sein Kreuz tragen (Vers 27)
  • allem entsagen, was er hat (Vers 33)

Fehlt eigentlich nur noch die Selbstverleugung.

Bloß: was soll das Hausbauen und das Kriegführen in diesem Zusammenhang? Denn das „Denn“ am Anfang von Vers 28 zeigt, daß jetzt eine Begründung folgt für die vorherigen Aussagen. Aber wie oft im Neuen Testament ist der Zusammenhang keineswegs klar – und keiner kann es so präzise erklären, daß es das Thema aus Vers 27 erhellen würde. Und das mit dem Salz  in Vers 34 erst recht nicht.

Aber wir haben ja das, was angeblich klar ist. Aber ist es so klar?

  • das eigene Kreuz ist nicht das von Jesus
  • man hat offensichtlich die Wahl, ob man es tragen will oder nicht

Diese beiden Punkte reichen schon, um eine Menge mystische Kreuz-Tragen-Theologie auszuhebeln. Denn bei den meisten „Kreuzen“, die man mit der klassischen Kreuz-Tragen-Brille in seinem Leben entdecken kann, ist von Freiwilligkeit keine Spur. Sie werden uns aufgezwungen. Und wehe, wir wehren uns gegen sie – denn dann könnten wir nicht mehr im Willen Gottes sein.

Wir haben also auf keinen Fall den Job, Golgatha nachzuahmen. Und wir haben die Wahl, ob wir unser Kreuz (von dem wir noch keine präzise Vorstellung haben, was es denn sei) auf uns nehmen oder nicht.

… bei dem Versuch, unser Kreuz zu definieren, verfallen manche auf den Gedanken, es mit der Kreuzigung des alten Menschen zu kombinieren.

Gal 2,19 Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe; ich bin mit Christus gekreuzigt
Gal 5,24 Die aber dem Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.
Röm 6,6 da wir dies erkennen, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist

Das Problem dabei ist nur: das ist alles bereits geschehen. Es kann also nichts mit dem täglichen Kreuz-auf-sich-nehmen aus Lukas 9,23 zu tun. Diese Deutung fällt also weg – außer natürlich für die, die ihren alten Menschen für quicklebendig und seine tägliche Kreuzigung für notwendig halten. Dann wäre aber das eigene Kreuz nicht mehr identisch mit dem Kreuz-Tragen des Volksmundes, also mit dem (Er)Tragen unangenehmer Dinge aller Art.

Aber für den, der auf der Suche nach Schmerz ist und Schmerz für etwas hält, daß auf jeden Fall sehr wichtig ist für Gottes Pädagogik, der wird sich mit so pingeligen Definitionen des eigenen Kreuzes nicht aufhalten: Hauptsache, es tut weh! Dann wird der Herr es schon in seinen Dienst stellen! Makaber, aber leider wahr …

Was ist dann aber das eigene Kreuz, wenn es

  • nicht ein tägliches Kreuzigen des alten Menschen ist
  • nicht das Ertragen allerlei unangenehmer und schmerzhafter Dinge im eigenen Leben ist

Offengestanden weiß ich es nicht. Und die anderen wissen es auch nicht, wenn sie ehrlich sind. Aber was hilft eine falsche Deutung, bloß damit man eine Deutung hat? Dann lieber das eigene Unwissen eingestehen.

Es kann natürlich sein, daß Kreuz-Tragen ein anderer Ausdruck für Selbstverleugnung – und die Selbstverleugnung konnten wir schlüssig deuten (wenn auch der klassische „Selbstverleugner“ dabei leer ausging).

Zweimal geht es im Abschnitt in Lukas 14 aber um die Dinge, die die Macht haben, uns zu definieren: unser familiärer Hintergrund (Vers 26) und das was wir haben und können (Vers 33). Hier sagt Jesus: laß mich dich definieren. Ich sage dir, wer du bist. Ich definiere dein OK-Sein und nicht mehr deine Familie und die „Werte“, die man dir dort vermittelt hat. Und weil das um so vieles besser für dich, deswegen ziehe klare Grenzen und verleugne deine alte Prägung.

Wenn wir Jesus nachfolgen, dann nützt es uns nichts, wenn wir mehrere Definitionsquellen mit uns herumschleppen bzw. ihnen gerecht werden wollen. Denn alle anderen Quellen als Jesus werden eben nicht die Art und Weise unterstützen, wie Jesus uns definiert.

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  1. Guten Abend,

    ehrlich mein lieber, als ich das eben gelesen habe mußte ich wirklich herzlichst Lachen!!!

    DAber für den, der auf der Suche nach Schmerz ist und Schmerz für etwas hält, daß auf jeden Fall sehr wichtig ist für Gottes Pädagogik, der wird sich mit so pingeligen Definitionen des eigenen Kreuzes nicht aufhalten: Hauptsache, es tut weh! Dann wird der Herr es schon in seinen Dienst stellen! Makaber, aber leider wahr …

    er Text ist sehr erheiternd im positivem Sinn!

  2. Versuch einer Vereinfachung:
    Wir sind erzogen, allen Worten Jesu überzeitliche, ewige Bedeutungen zuzuschreiben, die uns heute direkt betreffen. Heißt das aber nicht, den 2. Schritt vor den 1. machen? Sprach Jesus nicht zu einer ganz besonderen Zeit und Generation Menschen mit einem konkreten historischen Auftrag? Galt die Zeit nicht als die moralisch schlimmste und verhassteste des Judentums. Er musste davon ausgehen, Unfrieden („das Schwert“) in die jüdischen Familien zu bringen, wenn er sich als Messias ausgab. Viele seiner Jünger mussten damals ihre Arbeit aufgeben, ihre Familen zurücklassen, auf Geld verzichten, weite Strecken mühsam zu Fuß gehen um den neuen Glauben zu etablieren. Ständig mit dem Tod bedroht: man konnte am wirklich Kreuz enden; eine Art Bürgerkrieg um den neuen Glauben. Paulus z.B. sah eine Generation später (Römerb.) den Auftrag Jesus weitgehend erfüllt: Das Evangelium wurde in Rom gepredigt und damit zu allen Völkern der Welt.
    Gleiches gilt z.B. auch für die Gleichnisse; sie waren erst einmal für die damaligen Zuhörer gedacht, z.B.: „Und da die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, verstanden sie, daß er von ihnen redete“ (Mat 21,45)…
    Die Christen sind doch heute nicht mehr die Elitetruppe der ersten Jünger, die als Heilige und Märtyrer in die Geschichte eingehen wollten!?

  3. Zum Kreuztragen in bildlicher Bedeutung…
    (löschen kein Problem, hab für mich selbst zusammengefasst !)

    Ihr kritisiert – m.E. völlig zurecht – eine „mystische Kreuz-Tragen-Theologie“, die einen „Leidenscocktail“ mixt und „Selbstverleugnung“ verherrlicht.

    M.E. liegt hier wieder das alte, bekannte Problem vor: Einzelaussagen werden aus dem übergeordneten Gnaden-Kontext gerissen. Schließlich kommt genau das Gegenteil von dem heraus, was eigentlich die Grundidee war. Und die Grundidee war doch: Mit Jesus kam die reine, heitere, heilige Göttlichkeit vom Himmel, um mit uns gefallenen Menschen unser Leid, unseren Fluch, unser „tägliches Kreuz“ zu teilen – und so das aufgebürdete Kreuz eines jeden Einzelnen etwas zu mildern und Zeichen einer tröstenden ewigen Hoffnung zu geben. Jesu Botschaft für uns, die sich seit dem Sündenfall „in Mühsal Nährenden“, war doch: „Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ (Mat 6) Er, der direkt über eine „Speise“ aus dem Reich Gottes verfügte, „von der wir nichts wissen“ (Joh 4), speiste jeden, der Hunger hatte, ohne zu fragen woher er kam und was er getan hatte. Und als Petrus im „Schweiße seines Angesichts“ nichts fängt, beschert Jesus ihm als Zeichen des göttlichen Willens zur Gande den größten Fang des Lebens. (Szs. zur Verdeutlichung: „I never meant to cause you any sorrow / I never meant to cause you any pain…“) usw. Und so ist das Kreuz(tragen) Jesu seiner Grundidee nach nicht ein Zeichen, dass der Mensch neues Leiden, neue Lasten, Selbstverleugnung usw. suchen soll, sondern, dass Gott den Fluch, die Strafen, die uns trafen, in Gnade mit uns teilt und letztendlich überwinden wird. In Jesus teilt Gott am Kreuz freiwillig – aus Mitleid – unseren ursündlichen Fluch, unsere irdische Verurteilung und Leiden, denn „Verflucht ist jeder, der am Holz hängt“ (Gal 3)
    Eigentlich unverständlich ist auch die oft vorgetragene theologische Argumentation in Richtung: „Jesus hat durch das Kreuz gezeigt, dass keine irdische Last (Krankheit, Sorge, Leid) dem einfachen Menschen zu viel sein darf. Der Mensch sei durch Jesu Beispiel verpflichtet, alles Leid, das ihn trifft durchzustehen. Selbstmord, Abtreibung, auch Scheidung usw. sind niemals eine Lösung.“ Hier wird unterschlagen: Jesus war kein normaler Durchschnittsmensch, sondern wohl der gottbegnadetste, stärkste Mensch der Weltgeschichte – und selbst er, konnte sein irdisches Leiden – das irdische Leiden überhaupt – kaum durchstehen. Er verzweifelte z.B. in Gethsemane zu Tode, fiel unter der irdischen Last des Kreuzes mehrere Male (Zeichen !), prophezeite noch schlimmere Zeiten, in denen es für Frauen allgemein besser sei unfruchtbar zu sein und keine Kinder in die Welt zu setzen (Lk 23, Wie stand er also zu Abtreibung, Verhütung ?!) und fühlte sich dann durch sein Leid von Gott verlassen usw.
    Ob man so weit gehen muss wie z.B. Goethe, der in seinem Skandalroman „Werther“ u.a. im Prinzip jedem Menschen als in der Fremde leidenden „verlorenem Sohn“ das jederzeitige Recht einräumte, die „Abkürzung zum Vater“ – den Selbstmord – zu wählen, steht auf einem andern Blatt. Jedenfalls hat er nicht ganz Unrecht, wenn er fragt: „Und ward der Kelch dem Gott vom Himmel auf seiner Menschenlippe zu bitter, warum soll ich großtun und mich stellen, als schmeckte er mir süß?“

  4. Hallo ihr Lieben!

    Ich denke, dass ich hier ein paar Dinge zu dem Thema weitergeben soll:

    Punkt 1)
    Als Jesus seine Jünger am Anfang berief, tat er das sehr unmissverständlich: „Folge mir nach.“
    Nichts von wegen „Wer mir nachfolgen will, der…“ sondern schlicht und einfach: „Folge mir nach.“

    Punkt 2)
    Die Texte, wo vom Kreuztragen die Rede ist, stehen im Zusammenhang mit Errettung, denn
    danach folgt meist die Frage „Was könnte ein Mensch geben als Lösegeld für sein Leben?“
    Die einzig korrekte Antwort auf diese Frage müsste selbst dem leidensverliebtesten Gesetzi einfallen: Nichts. Wir können einfach nichs geben, was unsere Seelen retten könnte. Was zum nächsten Gedanken quasi zwingt ->

    Punkt 3)
    Wenn es also hier um Errettung geht, kann es nur bedeuten: „Das wären die Kosten, die ihr zu zahlen hättet, um aus eigener Kraft für eure Schuld zu bezahlen bzw. Gerechtigkeit zu erlangen. Und selbst das würde nicht reichen! Ihr würdet eure Seelen trotzdem nicht gewinnen und verloren gehen.“

    Punkt 4) (wichtig!)
    Der Zusatz „täglich“ in Luk. 9,23 ist das griechische Wort „hemera“ und wird hier mit „täglich“ falsch übersetzt!
    Es bedeutet wörtlich „von der Morgendämmerung bis zur Finsternis“ (laut Strong’s). Es kann überzragen bedeuten „am Tage“, „tagsüber“ und sogar „am Gerichtstag“.

    Es ist dasselbe Wort wie in dem Vers „Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist, es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.“

    Und es ist absolut sinngleich mit dem hebräischen Wort, das in Psalm 68,20 steht und dort mit „Tag für Tag“ übersetzt wird: „Tag für Tag trägt er unsere Last.“
    (Die Luther ist bei der Stelle übrigens völlig unbrauchbar: „Er legt uns eine Last auf…“ – das ist derselbe Quatsch wie das „Kreuztragen“).

    So – Jetzt ergibt das Ganze einen Sinn:
    ER trug unsere Last – den ganzen Tag lang!
    Früh am Morgen brachte man ihn zu Pilatus, direkt nachdem der Hahn gekräht hatte (s. Johannes-Evangelium).
    Und als Jesus am Kreuz hing, kam von 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags eine Finsternis über das ganze Land. Und in diese hinein schrie Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
    Der von keiner Sünde wusste, wurde für uns zur Sünde gemacht und von seinem Vater verlassen. Das einzige mal, dass er Gott in direkter Rede als „Gott“ ansprach.

    Den Preis für unsere Errettung konnte nur er mit seinem sündlosen Blut bezahlen, niemand sonst. In letzter Konsequenz hätte man Jesus nachfolgen können „bis zur Finsternis“ (hemera) – aber die Finsternis durchbrechen konnte nur er allein.

    Punkt 5)
    Petrus:
    Petrus ist das Negativ-Beispiel in dieser ganzen Frage.
    „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst…“
    Petrus verleugnete bekanntlich nicht sich selbst, sondern Jesus (endlich war er mit seiner eigenen Kraft am Ende).
    Zuvor hatte Jesus es ihm sogar noch im Klartext gesagt gehabt: „Wo ich hingehe, dorthin kannst du mir jetzt nicht nachfolgen…“

    Punkt 6)
    Jesu Nachfolger glaubten zu der Zeit, als Jesus ihnen allen (der ganzen Menge) das Wort vom Kreuztrage sagte (Mk 8, Mt 16, Lk 9) bereits, dass er der Messias sei: Direkt davor kommt die Offenbarung des Petrus darüber.
    Ihr Glaube erstreckte sich aber darauf, dass dee Messias sie von den Römern befreien würde und dann die Königsherrschaft des messianischen Reiches auf der Erde antreten würde. Deshalb auch ständig die Fragen der Jünger (bis hin zu dem Abendmahl), „wer der Größte sei im Reich Gottes“. Petrus mag auf das Fischerei-Ministerium im messianischen Kabinett geschielt haben…
    … und Jesus macht ihnen klar: „Nix da mit Ministerposten-Verteilung, mein Weg geht jetzt ans Kreuz, und wer mir nachfolgen will… kann gerne mitkommen… aber selbst das würde euch nichts bringen.“ Er wollte seine Nachfolger, die ihm in diesem Irrglauben hinterher liefen, schlichtweg loswerden.

    Punkt 7)
    Dafür spricht auch, dass die Volksmenge ihn mit Gewalt zum König machen wollte – und er sich deshalb schon zurück ziehen musste.
    Kurz davor hatte er die Rede gehalten “ wer nicht mein Fleisch isst und mein Blut trinkt“ -> Jesus wollte die Leute schlicht loswerden. Warum? Damit es nicht zum Aufstand kam. Er wusste um seinen Auftrag, nur sein eigenes Blut zu vergießen und nicht das der Menschen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

    Punkt 8)
    Es gab ja tatsächlich zwei Leute, die ihr (eigenes) Kreuz Jesus nachgetragen haben: Die beiden Räuber, die mit ihm gekreuzigt wurden.
    Hier sieht man ganz deutlich, dass allein Jesu Gerechtigkeit rettet. Der eine erklärte Jesus für gerecht und nennt ihn Herr. Er wird gerettet.
    Er erkennt außerdem an, dass er diese Strafe verdient hat („wir zwar zurecht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind“).
    Vermutlich der demütigste Satz in der ganzen Bibel… denn er war dabei, was das Gesetz betrifft, total über zu bezahlen für seine Schuld.
    Was ein Räuber tat, definierte Jesus in der Geschichte vom barmherzigen Samariter: Er zog das Opfer aus und schlug es halbtot. Genau das hatte er bereits bei der Geißelung erlebt – damit war dem jüdischen Gesetz genüge getan (Auge um Auge, Zahn um Zahn).
    Rettung brachte nur der Unschuldige, der freiwillig unter die Räuber fiel – oder wie Jesaja es ausdrückte: Der sich zu den Übeltätern rechnen ließ.

    Punkt 9)
    1. Kor. 15
    „täglich sterbe ich“
    Das hat überhaupt gar nichts mit der Stelle aus Lk 9,23 zu tun, selbst wenn man die falsche Übersetzung „täglich“ zu Geunde legen würde. Paulus prahlt hier mit seiner Schwäche! Eine gute sinngemäße Übersetzung an der Stelle wäre etwa „So wahr ihr mein Rugm seid in Cristus: täglich sterbe ich tausend Tode!“ oder etwas in der Art.
    Sehr schön… damit ist dann auch noch die einzige Bezugs-Stelle in den Briefen ad absurdum geführt.

    Was bleibt als Zusammenfassung zu sagen?
    Jesus hat das Kreuz für uns getragen. Wir brauchen, sollen und können es gar nicht selbst. Danke!!!

  5. Einfache Frage, einfache Antwort:

    Den Namen des Herrn Jesus anzurufen.

    Denn:.
    »Jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet werden«
    (Joel 3,5)

    Zitiert von Petrus (Apg 2,21) und Paulus (Röm 10,13).

    So einfach, so gut.

    Nun wollen manche es aber leider komplizierter und schmeißen munter und ohne Erkenntnis Bibeltexte durcheinander, um am Ende doch noch irgendwelche Hürden für die Errettung herbei zu reden und den „Kleinen, die an mich glauben“ (Jesus in Mt 18,6) Anstöße in den Weg zu legen… Daher noch ein paar Zusätze:

    Wer ist der Herr? Und was bedeutet sein Name?

    In Apg 2 sagt Petrus weiter:
    „So soll nun das ganze Haus Israel mit Gewissheit erkennen, dass Gott Ihn sowohl zum Herrn als auch zum Christus gemacht hat, eben diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt!“ (Apg 2,36)

    Jesus ist also der Herr und Retter (der Christus), auf den sich die o.g. Stelle bezieht.

    Und wie soll man ihn anrufen?

    Wie sollen sie aber den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben?
    (Röm 10,14)

    -> Ohne Glaube geht das also nicht.
    So auch Joh 3,16:
    … damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

    Nun argumentieren manche leider gerne mit einem falschen Verständnis von Jesu Wort aus Matth 7,21:
    Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

    Dann wird es wichtig zu wissen, was „der Wille seines Vaters im Himmel“ ist.

    Leider werden gern „der Wille Gottes“ und „der Wille des Vaters“ munter durcheinander gewürfelt… („Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung, …“ 1. Thess 4,3) -> und schon hat man wieder Verdammnis ausgeschüttet über die Braut Christi, über die geliebten Söhne und Töchter des allerhöchsten Gottes… der Geist der Knechtschaft, der Verkläger der Brüder – sie lassen grüßen.

    Johannes 6, 39 u. 40 geben über den Unterschied Aufschluss, Hier stehen sie beide, also „der Wille Gottes“ und „der Wille des Vaters“ direkt hintereinander:

    Dies aber ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts verliere, sondern es auferwecke am letzten Tag. (Joh 6,39 ELB)

    -> Hier sehen wir den Willen GOTTES: „dessen, der mich gesandt hat“. Jesus spricht hier von seinem Auftrag als Retter der Welt:

    Da sprach ich: Siehe, ich komme – in der Buchrolle steht von mir geschrieben -, um deinen Willen, Gott, zu tun.“ (Hebr 10,7 / zitiert aus Psalm 40)
    Und drei Verse später:
    Nach diesem Willen sind wir geheiligt ein für alle Mal durch das Opfer des Leibes Jesu Christi.
    (Hebr 10,10)

    Hier sagt der heilige Geist also, dass wir geheiligt SIND (abgeschlossene Vergangenheit!) durch den Willen GOTTES – den ER, unser Herr Jesus, bereits perfekt erfüllt hat – für uns.

    Bei Johannes 6 einen Vers später (V. 40) im Unterschied zum Willen Gottes nun der Wille des VATERS:

    Denn dies ist der Wille meines Vaters, dass jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe; und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. (Joh 6,40)

    An Jesus glauben – das ist es. „Den Willen des Vaters zu tun“ bedeutet nichts anderes, als an Jesus zu glauben, Denn genau dadurch WIRD Gott zu unserem Vater. Weil für Jesus am Kreuz sein Vater zu GOTT wurde, für den Sündlosen! Darum sprach er ihn als GOTT an, als er sagte: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

    Nun sehen wir ihn allerdings nicht mehr so, wie die jüdische Zuhörerschaft damals („jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt“, s.o.). Deshalb sagte Jesus zum ungläubigen Thomas nach der Auferstehung:

    Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben! (Joh 20,29)

    Da haben wir nun also sogar den Aposteln etwas voraus…

    • Okay ich denke ich verstehe welche Meinungen du vertrittst.

      Du hast 1 Thes. 4,3 zitiert.
      Werden Kinder Gottes dazu aufgefordert nach dem „Willen Gottes“ zu leben? (im Kontext von 1 Thes. 4,3 praktische Heiligung)

      Und inwiefern spielt Buße eine Rolle in der Rettung?

      • Mike, wir kennen uns doch schon aus dem anderen Thread von vor ein paar Monaten (Über diesen Blog, Stichwort John Mc Arthur…), oder täusche ich mich?

        Wenn du schon über Errettung sprichst im Zusammenhang mit 1. Thes. Kap. 4:
        Ein paar Verse weiter (Vers 17) steht. was die engeren Bedingungen sind für einen Wiedergeborenen, um bei der Entrückung dabei zu sein -> „leben“ und „übrig bleiben“ 🙂

        Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit.

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