Auch wenn die Gebote des Alten Testamentes nicht mehr für uns gelten – wir haben Gebote direkt von Jesus. Dazu gehören nicht nur so schöne Aussagen wie „Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer“ (Mt 16,6) oder „Bleibt in mir!“ (Joh 15,4), sondern auch der sogenannte Missionsbefehl.

Markus 16,15: Geht hin in die ganze Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!

oder ausführlicher

Matthäus 28,19-20: Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!

Offensichtlich hatten die ersten Gemeinden kein Problem damit, diese Anweisung zu befolgen. Das hat natürlich Ursachen. Sicherlich lag es aber nicht daran, daß die Christen damals von Natur aus viel hingegebener waren oder eifriger oder opferbereiter. Oder wenn sie es waren, dann lag es nicht daran, daß sie andere Menschen als wir waren oder bereit waren, sich mehr anzustrengen.

Diese Christen hatten etwas, von dem sie begeistert waren. Sie erlebten kollektive Gnade. Sie bekamen noch ein gesetzesfreies Evangelium zu hören. Sie schmeckten die Kräfte des zukünftigen Zeitalters (Hebräer 6,5).

Diesen Leuten konnte Petrus schreiben

1.Petrus 3,15-16: … Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechenschaft von euch über die Hoffnung in euch fordert,16 aber mit Sanftmut und Ehrerbietung!

und damit voraussetzen, daß andere Menschen von einem Christen fordern, daß er doch bitte mal endlich sagen soll, was denn mit ihm los ist und woher das kommt, was sie da bei ihm spüren.

Es ist mit dem „Missionsbefehl“ so wie mit allen anderen Geboten des Neuen Bundes: wir müssen sie nicht befolgen, wie man das Mosaische Gesetz befolgen mußte (wegen der drohenden Konsequenzen) – sondern

  • sie dienen zu einem dazu, uns daran zu erinnern, daß wir etwas nehmen müssen, bevor wir geben können („Bleibt in mir!)
  • und daß wir unsere Betätigungsfelder kennen, wenn wir etwas zu geben haben und es auch geben wollen

Und es geht eben nicht darum, daß Menschen aus einem leeren Herzen geben und dann dafür belohnt werden – denn das ist der Mechanismus des Gesetzes.

Wenn ein gesetzestreuer Christ den Missionsbefehl liest, dann liest er ein Gebot aus dem Gesetz: er muß das befolgen, was Jesus gesagt hat, er hat keine Wahl. Wenn er es nicht tut, verleugnet er Jesus – und der wird dann ihn verleugnen.

Matthäus 10,33: Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.

Das Beispiel für Verleugnung ist wohl Petrus – der offensichtlich nicht sein Heil verlor, weil er das getan hat. Und es wäre ja auch seltsam, wenn wir plötzlich doch bewirken können, daß wir unser Heil wieder verlieren – weil wir nicht missionieren. „Verleugnen“ bedeutet also etwas anderes als „Erlösung verlieren“.

Andere Beispiele für Verleugner sind die Gesetzeslehrer in der Gemeinde. Von ihnen sagt Petrus, daß sie „den Gebieter, der sie erkauft hat, verleugnen“ (2.Petrus 2,1). Trotzdem verlieren gesetzestreue Christen ihr Heil nicht, wenn sie Jesus kennen (und nicht nur das Gesetz). Aber er wird ihnen in diesem Leben nicht mehr viel nützen, weil sie ihren Glauben auf die Erfüllung von Regeln stützen.

Und was hilft es uns und Jesus, wenn wir tatsächlich aus Angst vor dem Verloren-Gehen irgendjemand „missionieren“! Oder aus dieser Angst heraus nach einer „positiven“ Motivation für das Evangelisieren suchen!

Eine Antwort »

  1. Gegen den Mißbrauch von Hesekiel 3,18f als Evangelisationsmotivation

    „Wenn ich zu dem Gottlosen spreche: „Du musst sterben!“ und du hast ihn nicht gewarnt und hast nicht geredet, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, dann wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.“

    wendet sich der amerikanische Autor R. Larry Moyer http://www.schneid9.de/glaube/uebersetzungen/fuenfdinge.pdf

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