[entstanden aus einer Online-Diskussion] … nach „Gehorsamkeit“ kann ein Christ nur sauber streben, soweit dieses Streben wirklich in ihm vorhanden ist. Dazu muß es von Gott in ihm geschaffen worden sein (dieser Gehorsam hat wenig mit dem „Gehorsam“ der Gesetzis zu tun – es fehlt ihm das Element des „eigentlich will ich ja nicht, aber …“). Mehr Gehorsam an den Tag zu legen als vorhanden (also Pseudo-Gehorsam) – ist Heuchelei!

… es gibt keinen nennenswerten Unterschied zwischen Gesetzis und Nicht-Gesetzis, was ihr Sündigen angeht! Gesetzis können meist locker mithalten, wenn es um ihre „fleischlichen Ausschweifungen“ geht: die Geschichten, die ans Licht der (innerkirchlichen) Öffentlichkeit kommen, sind nur die Spitze des Eisbergs. Was nur zeigt, wie wirkungslos das Gesetz ist – selbst wenn man es verbal „mit Gehorsamkeit im Geist“ verbindet.

Gehorsam, der von Herzen kommt (oder „aus dem Geist“) – kommt eben genau von dort. Er ist ein Werk Gottes in uns. Die Kenntnis irgendwelcher Moralgesetze ist dazu nicht notwendig – und schon gar nicht Achtung vor ihnen; oder gar das Streben nach ihrer Erfüllung.

Notwendig ist ausschließlich, auf dieses Wirken Gottes in uns zu vertrauen – jedenfalls dann, wenn wir eine innere Veränderung wollen (die unser Verhalten beeinflußten wird und muß).

Jeder Flirt mit dem Gesetz lenkt unser Vertrauen aber wieder auf die Kraft äußerer Gebote. Das Gesetz verführt uns immer wieder, an unsere eigene Kraft zu glauben. Deswegen mobilisiert „Leben mit und unter Gesetz“ auch das, was viele so gerne „Fleischlichkeit“ nennen. Das (Moral)Gesetz mobilisiert unser schwaches Fleisch – das eben vor allem SCHWACH ist und von dem man nichts erwarten kann.

Aus all diesen (und noch anderen) Gründen bleibt es bei der „Diffamierung“ von (Moral)Gesetzestreue als Gesetzlichkeit: es gibt also keine gute Gesetzestreue und eine schlechte Gesetzlichkeit. Jeder Flirt mit dem Gesetz ist einer zu viel!!!

Und als würde der Geist Gottes in uns die Erfüllung dessen bewirken, von dem wir frei gemacht worden – dem Gesetz! Daß wir nur vom strafenden Teil des Gesetzes frei gemacht worden sind, läßt sich nicht belegen. Auch von der Erfüllung des Gesetzes (durch unser Verhalten) sind wir frei gemacht worden – das hat Jesus für uns gemacht. Und wie wir hatte auch er Besseres zu tun als das Gesetz einzuhalten: Party-Machen, für Alkoholnachschub zu sorgen, Außenseiter kennenzulernen und aufzuwerten, mit Leuten essen, Freiheit predigen, Pharisäer klatschen, von Spenden zu leben, zu heilen, Freundschaften pflegen (inklusive deren Erweckung von den Toten), auf Berge zu gehen, Beziehungsarbeit mit seinen Jüngern, Coaching derselben, durchs Land zu wandern, auf Eseln reiten … – und uns eben zu erlösen (spätestens diesen Teil bitte nicht nachmachen!)!

Und das Tun und Lehren von Jesus ist den Pharisäern nicht umsonst gegen den Strich gegangen – den damaligen Hütern der Moral. Und den heutigen sind Teile davon auch etwas peinlich oder stören ihre Lehren, bei denen sie sich ja auf „Jesus“ berufen müssen (nicht überall, wo „Jesus“ drauf steht, ist auch Jesus drin).

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