Der Text ist schon ein wenig älter, hat aber vermutlich nichts an Aktualität verloren. Er steht auf dieser Seite, weil „Erweckung“ als Perspektive und Lebenspraxis leider längst etwas geworden ist, mit dem man Christen – teilweise massiv – unter Druck setzt.

Außerdem wird sich zeigen, daß „Erweckung“ sowieso eine fragwürdige Perspektive ist.

Zielverfehlung „Erweckung“

 

Oder: warum Gott uns lieber mit einer Erweckung verschonen sollte

Viele Christen verspüren in sich das Verlangen, Gott deutlicher und stärker zu erleben. Sie möchten, daß er sie aus so manchem persönlichem Elend herausholt. Vor allem aber wollen sie, daß die Menschen in ihrer Umgebung Gott viel deutlicher erleben können, als das bisher möglich ist.

Diese Wünsche vieler Christen verbinden sich  in aller Regel mit dem Begriff der „Erweckung“.  Erweckt werden soll die Gemeinde Jesu, die erweckte Gemeinde wiederum soll die Nichtchristen in bisher nicht gekannter Weise „erreichen“.

Erweckung wird meistens so beschrieben: wenn Gott nur in besondere Weise gegenwärtig sei, werde sich alles ändern. Zeichen und Wunder würden geschehen und die Menschen würden von ihrer Gottesferne überführt. Gemeinden würden plötzlich lebendig und könnten sich vor motivierten Mitarbeitern kaum retten. Predigten seien plötzlich inspirierend, wenn der Pastor auch vorher noch so langweilig seinen Platz hinter dem Rednerpult ausgefüllt hat. Eine nicht näher zu erklärende Begeisterung, Motivation und evangelistische Stoßkraft präge die Atmosphäre. Deutlich wird das an der Redensart, die immer dann kommt, wenn wir auf einen Mißstand in der Kirche stoßen: „Wenn erst die Erweckung kommt …“ oder auch in der Variante „Genau deshalb brauchen wir eine Erweckung!“.

Ist dieser Wunsch nach „Erweckung“ überhaupt berechtigt? Bei dieser Frage wird in der Regel auf Vorgänge in den christlichen Gemeinden Südamerikas, Afrikas und Asiens verwiesen. Aber natürlich spielt auch der Verweis auf die Apostelgeschichte eine wichtige Rolle in der Begründung, daß Erweckung von Gott gewollt sei.

Bei näherer Betrachtung des Erweckungskonzeptes zeigen sich einige Probleme:

  • Die Perspektive „Erweckung“ frustriert immer mehr Christen
  • Die Perspektive Erweckung ist eine raffinierte Beschäftigungs- und Ablenkungstherapie
  • Die Lehren über Erweckung sind fragwürdig
  • Der Wunsch nach „Erweckung“ greift zu kurz und wird dem nicht gerecht, was Gott will: Reformation
  • Die inhaltliche Vorbereitung einer Erweckung bzw. besser einer Reformation ist bisher nur in Ansätzen vorhanden

Mit diesen Punkten werden wir uns im folgenden beschäftigen.

Die Frustration von Christen durch die Perspektive „Erweckung“

Erweckung bzw. eine großflächige, nachhaltige Veränderung ist ein großer Wunsch in den Herzen vieler Christen. Viel Hoffnung verbindet sich damit für Christen, die über den Tellerrand ihres eigenen Lebens und Wohlergehens hinaussehen. Diese Hoffnung wird aber regelrecht ausgebeutet. Irgendwann ist es aber genug mit dem Hoffen – und wir müssen Ergebnisse sehen.

Sprüche 13,12

Hingezogene Hoffnung macht das Herz krank, aber ein eingetroffener Wunsch ist ein Baum des Lebens.

Die Erweckungsperspektive behauptet zu Recht, daß Erweckung jederzeit möglich ist. Sie geht also gerade nicht von einer langangelegten Strategie aus, die über einen längeren Zeitraum ihre Ergebnisse bringt. Damit richtet sie Emotionen von Gläubigen aber auf ein Ziel, das – wird es nicht erreicht – fast notwendig zu Frustration führt. Es ist plausibel anzunehmen, daß viele Erweckungsenttäuschte sich ganz anderen Themen und Aufgaben zugewandt haben; und das müssen nicht unbedingt andere biblische Ziele sein.

Den angeblichen Voraussetzungen für Erweckung (und damit der Machbarkeit von Erweckung) geben sich Christen eine ganze Zeit lang hin, solange eben ihre Kräfte reichen. Dabei überwinden sie vielleicht immer wieder Unlust und fehlende Neigung; das kostet Kraft. Irgendwann ist die persönliche Kraft am Ende. Der kraftlos gewordene Gläubige wird aber von den Erweckungsrepräsentanten und -befürwortern nicht vor einer falschen Hoffnung geschützt, sondern vielmehr erneut dazu aufgerufen, wiederum auf eine Erweckung zu hoffen. Dieser Vorgang läßt sich aber nicht beliebig oft wiederholen, sondern endet irgendwann im Burnout.

Ist aber eine Erweckung ein fast voraussetzungsloses Geschehen, dann ist die Anstrengung des Gläubigen sowieso verfehlt und überflüssig und raubt ihm nur die Kraft für andere, naheliegendere Aufgaben rund um die christliche Gemeinde und die Erreichung von Nichtchristen. Der Eifer von Christen ist ein zu wertvolles Gut, um es auf falsche Ziele zu lenken. Und dieser Eifer ist für den Teufel zu gefährlich, als daß er nicht versuchen würde, ihn in harmlose, für ihn ungefährliche Bahnen zu lenken.

„Erweckung“ als Beschäftigungstherapie und Ablenkungsmanöver

Christen sind in der Regel eifrige Leute. Dieser Eifer wird durch die Perspektive Erweckung in falsche Bahnen gelenkt. Es wird behauptet, daß eine Reihe von Handlungen und Aktionen eine Erweckung herbeiführten und damit für eine plötzliche Veränderung des Gesamtumfeldes sorgten.

Das Hoffen auf ein „Übertragen“ von Erweckung

Es gibt immer wieder Regionen auf dem Globus, in denen angeblich oder tatsächlich eine Erweckung stattfindet. Die Aufmerksamkeit von Christen wird mal auf diese, mal auf jene Region der Welt gelenkt. Angeblich sollen dort Menschen sein, die das Geheimnis von Erweckung erklären oder sogar Erweckung in Deutschland bzw. Europa initiieren können. Zu manchmal nicht unwesentlichen Kosten werden die Repräsentanten solcher Erweckungen eingeflogen und vor möglichst große Versammlungen gestellt.

Man hofft, daß der Funke überspringen könnte. Das geschieht zwar meistens nicht, aber man versucht es immer wieder. Die Hoffnungen von vielen Christen werden immer wieder angefacht – und dann enttäuscht. Die Leiter und Verantwortlichen von Gemeinden dürfen sich öfter mit den Folgen solcher Vorgänge bei ihren Mitchristen herumschlagen. Hunderte Christen lassen frustriert die Hoffnung auf eine dauerhafte Veränderung im großen Maßstab fallen.

Interessanterweise kommt niemand auf die Idee, eine Gruppe von Christen mit einem kompetenten Leiter aus solchen Ländern für mindestens ein Jahr in eine konkrete deutsche Stadt einzuladen. Wenn innerhalb dieses Jahres dort etwas Außergewöhnliches geschähe, wüßten wir mehr.

Dieses immer wiederkehrende Anfachen der Hoffnung auf Erweckung läßt sich nicht beliebig oft wiederholen. Hier werden viele Christen dauerhaft frustriert und verabschieden sich aus der Armee Gottes. Der Wunsch von Christen nach Erweckung wird mißbraucht, indem man eine Erweckung durch deren Übertragung, durch einen Überspringen des Erweckungsfunkens erwartet.

Dubiose Lehren über die Ursachen von Erweckung

Ein weitere Quelle der Enttäuschung ist auch die Lehre von Erweckungsrepräsentanten über die angeblichen Ursachen von Erweckung. Hier werden im Wesentlichen die folgenden Punkte genannt:

  • viel Gebet
  • Hingabe an Gott
  • Charakterveränderung bzw. „Reinigung von Sünden“ bzw. Zerbruch
  • Zerstören unsichtbarer geistlicher Bollwerke über Regionen und Nationen

Einiger dieser Punkte sind durchaus „nützlich“ und wert, in die Praxis umgesetzt zu werden. Sie ändern aber nichts daran, daß eine Erweckung ein Geschehen ist und bleibt, daß anscheinend nicht wirklich durch Menschen beeinflußt werden kann.

Es ist durchaus möglich, daß eine Erweckung ein völlig souveränes Eingreifen Gottes darstellt, daß nicht einmal wesentlich durch Gebet ausgelöst wurde. Wenn dem so ist, können wir nur eines tun: zuschauen und uns freuen.

Dazu passt, dass einige Berichte nahe legen, daß Erweckungen vielleicht auf die Bemühungen sehr kleiner Gebetsgruppen zurückgehen und keineswegs eine größere Zahl von Fürbittern erfordern.

Wenn wir aber anfangen, diese von den Erweckungsrepräsentanten genannten Punkte umzusetzen, damit auch wir eine Erweckung bekommen, enden wir fast zwangsläufig in Frustration. Denn ihre (versuchte oder erfolgreiche) Umsetzung wird uns das versprochene Ergebnis nicht bringen. Tausende sind daran gescheitert, und Tausende werden ihnen darin nachfolgen, wenn hier nicht eine breite Aufklärung auf biblischer Basis in Gang kommt.

Übrigens ist es gut, viel zu beten, sich Gott mehr hinzugeben (was immer das heißen mag) oder charakterlich anders werden zu wollen – aber eben nicht, um eine Erweckung herbeizuführen! Wenn uns diese Dinge nicht aus uns heraus ein Bedürfnis sind, sollten wir sie sowieso lieber lassen. Anders gesagt: wenn es einen Appell in der Form „Willst du Erweckung? Dann tu dies und jenes!“ braucht, sind wir theologisch und praktisch bereits in einer Schieflage.

Der Wunsch von Christen nach Erweckung wird also mißbraucht, indem man ihnen naheliegt, daß die Erweckung nur dann komme, wenn eine Reihe von Lehren und deren Umsetzung beachtet werde. Der Mangel an Umsetzung sei auch die angebliche Ursache des Ausbleibens einer Erweckung in Deutschland.

Die angeblichen Ursachen der Erweckungslosigkeit

Eine Erweckung in Deutschland ist bisher ausgeblieben, auch wenn das Bemühen darum seit wenigstens zwanzig Jahren andauert. Dafür „muß“ es natürlich Ursachen geben, sogenannte „Hindernisse für Erweckung“. Und einige unserer kirchlichen Leiter (wenn wir sie denn als solche akzeptieren und hören) sind recht gut darin, immer wieder neue Ursachen dafür zu finden.

Die angeblichen Ursachen für das Ausbleiben der Erweckung haben alle eines gemeinsam: es sei zu wenig getan worden. Es gab zu wenig Anstrengung unsererseits, so daß Gott nicht fähig oder bereit war, uns eine Erweckung zu schenken. Wir sollen „Durchhalten bis zum Durchbruch“ und uns fragen, „Warum werden Beter müde und geben auf?“. Unser Anteil, unsere Anstrengung war nicht ausreichend.

Zu wenig Gebet

Eine der Aufforderungen, mehr zu tun, bezieht sich auf das fürbittende Gebet. Das Gebet soll ruhig in der etwas aufopferungsvolleren Form geschehen: früh am Morgen, mindestens eine Stunde lang, ganze Nächte hindurch, mit Fasten verbunden. Wird dieses Tun nicht erbracht, fehle eine wesentliche Voraussetzung für Erweckung.

Es fehlen aber klare Aussagen darüber, wann es denn genug Gebet ist. Schlimmer noch: es wird überhaupt nicht die Frage gestellt, was denn ist, wenn uns das Verlangen nach solchen Gebetsformen fehlt. Sind wir dann in Gottes Augen abqualifiziert? Wieviele Christen fassen die Dinge so auf, daß sie für Erweckung beten sollten, damit sie auf diese Weise eine Aufwertung ihrer Person erfahren? Welcher Erweckungsrepräsentant macht sich schon die Mühe, seine Zuhörerschaft darauf hinzuweisen, daß sie natürlich nicht die Spur weniger geliebt ist, wenn sie dem Appell zu mehr Gebet nicht folgt? Wieviel wird da eigentlich an eigener Leistung erbracht in diversen Gebetszeiten und -nächten? Wäre nicht eine Stunde Gebet in einer Gemeinde ehrlicher, wenn es dem Bedürfnis der meisten Beter entspricht als ganze Nächte durchzu“beten“?

Das Schlimmste aber: das Argument „zu wenig Gebet“ soll ja die Frage beantworten, warum wir noch keine Erweckung in Deutschland haben. Statt das Konzept Erweckung als gescheitert zu deklarieren, wird es mit allen Mitteln aufrecht erhalten. Es ist an der Zeit, unser Beten von diesem verfehlten Anspruch bzw. von der Atmosphäre des Ungenügenden zu befreien. Wir haben keineswegs Schuld auf uns geladen, weil wir „zu wenig“ gebetet haben. Die Erweckungslosigkeit ist vermutlich keine Folge mangelnden Gebets, sondern hat ganz andere Ursachen.

Nochmals sei es gesagt: selbstverständlich ist Gebet wichtig, insbesondere dann, wenn es auf biblische Ziele gerichtet ist. Das Gebet um Erweckung ist aber schon im Ziel verfehlt, gerade im Land der Reformation – wie wir weiter unten begründen werden.

Zudem zeigt sich, daß wir im Neuen Testament zwar einige Gebetsziele genannt bekommen, nicht aber das nach Erweckung. Interessanterweise werden wir aber aufgefordert, für Erntearbeiter zu bitten:

Mt 9,37-38

37 Dann spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte zwar ist groß, die Arbeiter aber sind wenige. 38 Bittet nun den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter aussende in seine Ernte!

Diese Bitte ist viel konkreter als das Gebet um Erweckung. Wir können nämlich seine „Realisierung“ feststellen. Wenn es diese neue Qualität von Erntearbeitern gibt, werden wir es merken. Denn diese Leute sind keine Freundschaftsevangelisten, die ein bis zwei Getreidehalme pro Jahr abschneiden, sondern sie ernten im großen Maßstab; es sind schließlich Erntearbeiter, die eine Sense in der Hand haben. Eine Vorstellung von solchen Erntearbeitern bekommen wir, wenn wir uns den Dienst der Apostel anschauen. Nach der Predigt von Petrus bekehren sich tausende von Leuten, und auch Paulus spricht zu großen Zuhörermengen, von denen viele gläubig werden. Diese evangelistische Wirkung apostolischer und evangelistischer Predigt ist durch keine Freundschaftsevangelisation zu ersetzen; aber sie beendet natürlich auch nicht die evangelistische Arbeit des Einzelnen. Hier gibt es kein Entweder-Oder.

Es ist naheliegend, daß es sich bei den Erntearbeitern um Apostel handelt. Ein guter Erntearbeiter läßt das Getreide nicht herumliegen, sondern bringt in eine Scheune, sammelt es also an einem Ort. Da haben die meisten bekannteren Evangelisten immer noch ihre Schwierigkeiten, woran noch so viele „Nacharbeitsprogramme“ nichts ändern können.

Vielleicht wäre viel gewonnen, wenn wir uns an den Herrn der Ernte mit diesem Gebet wenden würden. Damit würden wir zum Ausdruck bringen, daß uns das Fehlen des apostolischen Dienstes schmerzlich bewußt ist und auch die Beschränktheit unseres eigenen Handelns. Denn wie wollen wir biblische Ergebnisse ohne biblische Voraussetzungen erleben! Alles, was wir bis dahin tun, stände unter dem Zeichen der Vorläufigkeit: wir sind dankbar, für alles, was passiert – wissen aber, daß es in gewisser Weise „trotzdem“ passiert.

Zu wenig Hingabe

Viele Hingabeappelle sind schon als versteckte Aufforderung zu religiöser Eigenleistung entlarvt worden. Hier können die Argumente eigentlich nur wiederholt werden.

Um es einfach zu machen: Hingabe ist entweder da oder nicht. Sie durch Appelle wecken zu wollen, ist sinnlos. Und Hingabe kann aber nicht an bestimmten Handlungen festgemacht werden.

Zu viele Sünden

Angeblich behindern auch die vielen Sünden der Christen die Erweckung. Der Heilige Geist könne nur in gereinigten Gefäßen sein Feuer entfalten, wird da behauptet. Das Ergebnis von Erweckung soll also seine Ursache werden? Wir wollen allen Ernstes Gott durch unser heiliges, sündloses Leben davon überzeugen, daß er uns Erweckung schenkt?

Schaut man sich zudem einmal die Erweckungsrepräsentanten selbst an, so kommen bei einem nicht geringen Prozentsatz bei ihnen Sachen ans Licht, mit denen sie kirchlichen Leitern in Deutschland in Nichts nachstehen: Unzucht, finanzielle Untreue, Stolz, Mißbrauch geistlicher Macht. Übrigens: kann es sein, daß es auch in Erweckungsgebieten kein wirklich biblisches Konzept der Charakterveränderung gibt?

Zu wenig Liebe zu Israel

Dieser Punkt gehört eigentlich zum vorigen: eine Form der Sünde, die Erweckung aufhält, sei unser ungeklärtes Verhältnis zu Israel. Es sei noch nicht genug Buße getan worden für den Holocaust und es sei noch zu viel Vorbehalt und sogar Feindschaft gegenüber dem jüdischen Volk und dem Staat Israel in unseren Herzen.

Auch hier wird kein Kriterium angegeben, wann es denn genug Buße und genug „Liebe“ zu Israel sei, die endlich das Kommen einer Erweckung nicht mehr behindere. Und daß es auch heute nicht wenige messianische Juden gibt, die das Treiben der jüdischen Orthodoxie äußerst kritisch sehen, wird erst gar nicht erwähnt.

Hier haben sich die Dinge im Vergleich zur frühen Kirche geradezu in ihr Gegenteil verkehrt: Paulus sah es als ein ernstes Problem der Juden und Israels an, daß sie Jesus ablehnen. Heute sollen die Dinge angeblich umgekehrt sein: die Kirche speziell in Deutschland habe ein ernstes Problem, weil sie die Juden nicht genug liebe.

Der Blick in die Erweckungsgebiete kann hier auch wieder nachdenklich machen: denn die besondere Liebe zu Israel gehört selbst bei den Repräsentanten einer Erweckung in Afrika oder Südamerika nicht zu ihren speziellen Lehren.

Zu viele geistliche Widerstände

Ein weitere Ursache für unsere Erweckungslosigkeit wird in der Stärke der satanischen „Mächte und Gewalten“ in unseren Breitengraden gesehen. Die sogenannten territorialen Mächte des Feindes seien einfach noch zu stark und müßten gebrochen werden. Ohne hier ausführlich auf die Diskussion um eine geistliche Kampfführung einzugehen, ist doch folgendes leicht erkennbar:

  • die Apostelgeschichte hätte diese Gebetsform klar erwähnt, wenn sie unentbehrlich wäre
  • das Zerstören geistlicher Widerstände erspart uns nicht das praktische Tun unter der Leitung des Heiligen Geistes
  • damit ist naheliegend, daß geistliche Kampfführung sehr oft ein Alibi für Nichtstun ist

Zusammenfassend kann man an den inzwischen bekannterenn Satz erinnern: der Teufel ist ein Beschäftigungstherapeut. Wenn wir schon den Eifer in uns verspüren, etwas zu tun, uns zu engagieren, dann darf dieser Eifer natürlich nicht in die richtigen Bahnen geraten, z.B. in der Evangelisation oder in den Gemeindebau oder – vor allem! – in einem Leben aus Gnade. Er muß sich vielmehr auf Dinge richten, die letztlich wirkungslos bleiben und für den Teufel keinerlei echte Gefahr darstellen.

Wenn die Perspektive Erweckung ein Götze ist und vor allem ein raffiniertes Ablenkungsmanöver: wovon soll dann abgelenkt werden? Das werden wir im nächsten Abschnitt zeigen.

Das Konzept Erweckung greift zu kurz

Unsere Erweckungslosigkeit hat wohl ganz andere Ursachen, als wir meinen. Sie liegt keineswegs darin begründet, daß wir nicht genug getan haben. Wesentlich wichtiger könnte sein, daß Gottes Perspektive keineswegs Erweckung, sondern Reformation ist. Was das bedeuten soll, wollen wir uns jetzt näher anschauen:

Erweckungen hat es in der Kirchengeschichte immer wieder gegeben. Eine der bekannteren Erweckungen der jüngeren Zeit ist die in Wales um die Jahrhundertwende. Erweckungen allerdings sind keine Ereignisse, die Historiker zwangsläufig zur Kenntnis nehmen. Geschichtlich gesehen handelt es sich eher um Strohfeuer, die eine Gesellschaft, ein Land oder eine Region nicht wesentlich prägen und verändern. Die gerne berichteten Kneipenschließungen in Wales sind jedenfalls nicht von langer Dauer gewesen. Auch die Kirchen sind nicht langanhaltend von einem Erweckungsgeschehen geprägt.

Woran mag das liegen? Eine Erweckung lebt wesentlich davon, daß die Gegenwart Gottes in besonderer Weise spürbar ist. Es geschehen Zeichen und Wunder, Menschen werden von ihrer Gottesferne überführt, für eine gewisse Zeit werden Menschen von neuen Motiven bestimmt.

Das alles ist aber nicht von Dauer. Eine Erweckung hat den Menschen und der Kirche inhaltlich nicht mehr zu sagen als „Gott ist jetzt da. Nutzt die Gunst der Stunde!“.  Vielleicht steht auch noch die Aussage im Raum: „Sucht den Herrn und gebt euch ihm hin, dann wird diese besondere Gegenwart Gottes andauern!“ Trotz allem aber hört diese besondere Gegenwart Gottes nach einer gewissen Zeit auf – und läßt nostalgische Sehnsucht unter den Christen zurück.

Manches allerdings, was für eine Erweckung gehalten wird, ist aber viel mehr als das. So ordnen wir das Wirken Luthers als eine Reformation ein und keineswegs als eine Erweckung. Eine wesentliches Merkmal einer Reformation ist ihre andauernde Wirkung noch nach Jahrhunderten. Sie ist also auch für Historiker unübersehbar. Damit drängt sich auch die paulinische Missionstätigkeit und Gemeindegründung als eine Reformation auf: ihre Wirkung dauert bis heute an, auf jeden Fall aber prägt sie die Gestalt der frühen Kirche für mehrere Jahrhunderte.

Der Unterschied zur Erweckung liegt in den Inhalten, die mit einer Reformation verbunden sind: die Reformation Luthers ist im Wesentlichen eine Renaissance der paulinischen Aussagen über die alleinige Rettung aus Gnade. Andere Aussagen der mit Paulus verbundenen Reformation konnte die lutherische Reformation noch nicht wahrnehmen; und sie hat sie sogar abgelehnt und bekämpft. Das blieb anderen reformatorischen Bewegungen vorbehalten. Bekannt ist die Wiederentdeckung des missionarischen Auftrags auch der protestantischen Kirchen (denn die Katholiken hatten ihn nie vergessen!) durch die Herrnhuter. Andere Kreise entdeckten die Glaubenstaufe oder die „freikirchliche“ Struktur einer neutestamentlichen Gemeinde. Mögen auch die Heimatländer der Lutherischen Reformation bzw. ihre Kirchen sich diesen beiden Wiederentdeckungen verweigern: in den Kirchen Asiens, Südamerikas und Afrikas haben sie sich auf breiter Front durchgesetzt.

Diese reformatorischen Inhalte realisieren sich bis heute, und in jeder Generation neu. Über ihre Qualität ist damit noch lange nichts gesagt, es zeigt aber, daß hier eine historische Wirkung vorliegt, die reformatorisch ist. Die Wirkungen von Erweckungen sind dagegen nur schwer nachzuweisen, da einer Erweckung meistens die theologische Substanz fehlt.

Ein provokatives Beispiel kann diesen Unterschied vielleicht weiter verdeutlichen: das Wirken Jesu hat vieles von einer Erweckung an sich. Die Gegenwart Gottes ist in besonderer Weise da, es geschehen Zeichen und Wunder, Menschen werden geheilt. Der „reformatorische“ Inhalt von Jesu Lehre fällt dagegen auf weniger fruchtbaren Boden, selbst in seinem engeren Jüngerkreis. Erst nach seinem Tod und seiner Auferstehung und – ebenfalls ganz wesentlich – nach der Ausgießung des Heiligen Geistes entfaltet das Tun Jesu seine reformatorische Wirkung durch seine Jünger, die NUN über die Neue Geburt und die Gnade Gottes lehren können. Jesus aber ohne die auf ihn zurückgehende Kirche würde sich vermutlich in nostalgischen Zirkeln erschöpfen, die seufzend an die tollen Ereignisse in Judäa und Galiäa zurückdenken.

Nach dem bisher Gesagten läßt sich vielleicht besser nachvollziehen, warum der Wunsch nach einer Erweckung viel zu kurz greift: Wollen wir ernsthaft ein recht wirkungsloses Strohfeuer, von dem man in ein paar Jahren kaum noch Spuren findet? Wer das überzogen findet, mag doch bitte daran denken, wie vor einigen Jahren in einigen kirchlichen Kreisen Deutschlands erweckungsähnliche Ereignisse in Argentinien von sich reden machten, von denen bisher keine gesellschaftlich relevanten Wirkungen bekannt sind. Der Bezug auf die „argentinische“ Erweckung wurde übrigens auch in aller Stille fallengelassen, obwohl Mitte der 90er Jahre eine ganze Reihe argentinischer Gemeindeleiter in deutschen Kirchengemeinden und kirchlichen Veranstaltungen zu Gast waren. Warum werden diese Geschwister nicht immer weiter eingeladen? Warum wechseln wir einfach die Repräsentanten der Erweckung aus? Wer wird es nach den Ugandern sein? [der text ist schon älter: wer sind denn gerade die aktuellen Erweckungsstars? Oder macht das Konzept gerade Pause?]

Die Sehnsucht nach einer besonderen Gegenwart Gottes ist einfach viel zu wenig. Es müssen konkrete Inhalte her, die auch die gesellschaftlich und historisch nachweisbaren Ergebnissen führen. Die erweckliche Gegenwart Gottes kann die Gesellschaft eines Landes nicht dauerhaft verändern; das tun nur konkrete theologische Inhalte, die zu einem neuen Handeln von Gläubigen führen.

Übrigens beobachten wir in der Apostelgeschichte auch eine besondere Gegenwart Gottes. Die hat aber nichts mit der Präsenz Gottes in einer Erweckung zu tun, da sie fast berechenbar über einen langen Zeitraum gegenwärtig ist. Warum dies so ist, ist eine interessante Frage, die wir später beantworten werden.

Die theologische Inhaltslosigkeit der Erweckungsperspektive

Theologisch hat die Lehre von der Erweckung nicht viel zu bieten. Das ist kein Zufall, wie wir schon gesehen haben: wenn Gott nur in besondere Weise gegenwärtig sei, werde sich alles ändern. Zeichen und Wunder würden geschehen und die Menschen würden von ihrer Gottesferne überführt. Gemeinden würden plötzlich lebendig und könnten sich vor motivierten Mitarbeitern kaum retten. Predigten seien plötzlich inspirierend, wenn der Pastor auch vorher noch so langweilig seinen Platz hinter dem Rednerpult ausgefüllt hat. Eine nicht näher zu erklärende Begeisterung, Motivation und evangelistische Stoßkraft prägt die Atmosphäre.

Wesentliche Bestandteile, die für eine Reformation unentbehrlich sind, fehlen im Konzept der Erweckung. In dem wir die Lücken und die Leere der Erweckungsperspektive aufzeigen, machen wir gleichzeitig deutlich, was eine Reformation theologisch und inhaltlich auszeichnet.

Das Fehlen einer apostolischen Gnadenlehre

Der Gemeinde Jesu ist der Konflikt Jesu mit den Pharisäern bis heute ziemlich unverständlich. Die Grobheit und Schärfe Jesu wirkt so befremdlich – und der Gedanke,  diese Berichte seien in unserer aktuellen Situation anwendbar, erscheint ebenso befremdlich. Kaum jemand versteht eigentlich so recht, worin die tieferen Ursachen dieses Konfliktes liegen. Das zeigt sich etwa daran, dass man meint, Jesus habe nur die Heuchelei und Doppelmoral dieser Gruppe kritisiert (was letztlich darauf hinaus läuft, dass wir eine verbesserte Version der Pharisäer sein sollen).

Dabei zeigt sich in der Apostelgeschichte und in den Briefen recht deutlich, daß die jungen Gemeinde gerade durch Lehren gefährdet war, die die Gnade Gottes wieder durch eigene Leistung ersetzen wollten. Dabei ging es keineswegs nur um die Erlösung durch Gnade (ohne eigene Werke), sondern auch um das tägliche Leben aus Gnade (ohne eigene Werke) und die Veränderung des Gläubigen durch Gnade (ohne eigenes Abmühen und verkrampftes Sündenausrotten).

Diese verändernde Kraft der Gnade wird von Paulus sehr stark betont. Wie sonst auch ist es zu erklären, daß es ihm gelingt, innerhalb von ca. zwei Jahren in einer Stadt eine gefestigte Gemeinde zu hinterlassen, die von einem Ältestenteam geleitet wird, das die dazu notwendige Reife hat? Vergleichen wir das doch einmal mit dem Tempo der Veränderung in unseren Breitengraden!

Die Veränderungsperspektive, die uns viele Erweckungsrepräsentanten anbieten, ist dagegen sehr rätselhaft: sie bieten uns eine Liste mit mehr oder minder vielen Punkten, die zu erfüllen sind – dann werde die Veränderung schon kommen. Ein Verweis auf die einzige Kraft, die in der Lage ist, Menschen zu verändern, fehlt dagegen meist oder ist nur ein Punkt unter anderen. Die frühe Gemeinde kannte aber offensichtlich das Geheimnis der Veränderung durch die Gnade: warum sonst sollte Paulus seine Offenbarungen über die Gnade Gottes und die Stellung des Gläubigen so vehement gegen die Angriffe von Gesetzeslehrern verteidigt haben? Jesu Konfrontation mit den Pharisäern war dabei das Modell, an dem er sich orientierte, auch als er Petrus zurechtweisen mußte, als dieser mit solchen Kreisen kollaborierte (Galater 2.11ff).

Wir dagegen sind dem Geheimnis der Veränderung noch nicht richtig nahe gekommen, wiewohl es eine ganze Reihe guter Ansätze dazu gibt. Vor allem aber trauen wir uns nicht, voll und ganz auf die Gnade Gottes zu setzen, wenn es um die Veränderung von Menschen geht. Wir ergänzen die Gnade Gottes immer noch um eine ganze Reihe von Regeln, die entweder grobe Sünden verhindern sollen oder ein Minimum an „christlichem“ Tun und Lassen garantieren sollen (was zwar nicht klappt, uns aber ein gutes Gefühl gibt).

Damit zeigen wir unseren Unglauben in punkto Gnade sehr deutlich (was übrigens auch in den entsprechenden Büchern zum Thema deutlich wird). Der Garant gegen Gesetzlosigkeit ist nicht irgendein Gesetz, sondern die Realität der stattgefundenen inneren Neugeburt des Gläubigen. Die Kraft dieser neuen Geburt kann sich aber nicht entfalten, wenn wir den Gläubigen mit Regeln und Vorschriften führen wollen. Diese Kraft entfaltet sich vielmehr dann, wenn wir dem Gläubigen völlige Freiheit lassen: erst dann kann er merken:

  • ob es in ihm innere Antriebe gibt, die ihn zu Gott hindrängen
  • ob er plötzlich neue Motivationen in sich entdeckt, das Gute zu tun und das Böse zu lassen

Die Erkenntnis der Unentbehrlichkeit der Gnade für unser Anders-Sein und Anders-Werden bietet auch den besten Maßstab für die Qualität angeblicher oder tatsächlicher apostolischer Dienste. Es mag schon einige Apostel unter uns geben, sogar solche, die bereits diesen Dienst ausfüllen wollen: aber ihre Lehre ist stark durchsetzt von Gesetzlichkeiten und damit in einer Schieflage, die dem einzelnen Gläubigen das Recht gibt, solche Männer und Frauen vorerst zu ignorieren. Und in dieser Gesetzlichkeit sind diese „Apostel“ nun mal auch weit entfernt von den Zeichen und Wundern, die ihren Dienst begleiten müssen.

Nicht umsonst distanziert sich Paulus teilweise von den Aposteln, die die erste Gemeinde in Jerusalem leiteten. Denn sie zeigten, daß ihre Perspektive beschränkt war:

  • die Heidenmission war ihnen zeitweise suspekt, ihre Perspektive beschränkte sich nur auf das jüdische Volk
  • vor allem aber duldeten die Apostel in Jerusalem eine Pharisäer-Fraktion in ihren Reihen (Apostelgeschichte 15,5), statt dem Beispiel Jesu zu folgen und eine solche Haltung scharf zu konfrontieren

Die Gnadenlosigkeit unserer täglichen Praxis zeigt sich aber auch in der Kraftlosigkeit unserer Gemeinden und Veranstaltungen. Auch hier gibt es eine einfach Begründung:

Galater 3,5

Der euch nun den Geist darreicht und Wunderwerke unter euch wirkt, ‹tut er es› aus Gesetzeswerken oder aus der Kunde des Glaubens?

Die Gemeinden in Galatien waren zum Opfer gesetzlicher Lehren geworden. Die Gnade war auf dem Rückzug. Paulus macht hier den Zusammenhang zwischen einem gnadenreichen Alltagspraxis und Wundern unter den Gläubigen ganz deutlich.Und erst recht gilt dieser Zusammenhang für den Dienst eines Apostels.

Die Abwesenheit des fünffältigen Dienstes

Einer der erstaunlichsten Punkte in der Konzeption der Erweckungsrepräsentanten und -befürworter ist aber das Schweigen über die Notwendigkeit des sogenannten fünffältigen Dienstes für eine „Erweckung“ (bzw. Reformation). Selbst wenn diese Lehre bekannt ist, so wird sie meist nicht in Verbindung gebracht mit der Perspektive Erweckung (bzw. Reformation, wie wir inzwischen wissen). Die folgende Bibelstelle reicht aber eigentlich schon, um unsere Bemühungen zum Scheitern zu verurteilen:

Epheser 4,11-16

11 Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, 12 zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi. 14 ‹Denn› wir sollen nicht mehr Unmündige sein, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch die Betrügerei der Menschen, durch ‹ihre› Verschlagenheit zu listig ersonnenem Irrtum. 15 Laßt uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus. 16 Aus ihm wird der ganze Leib zusammengefügt und verbunden durch jedes der Unterstützung ‹dienende› Gelenk, entsprechend der Wirksamkeit nach dem Maß jedes einzelnen Teils; und ‹so› wirkt er das Wachstum des Leibes zu seiner Selbstauferbauung in Liebe.

Die Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes kann nur durch den vollständigen Dienst der Apostel, Propheten, Lehrer und Hirten geschehen. Viele Christen kennen aber meist nur den Dienst eines Pastors oder Lehrers, manchmal noch den eines Propheten. Aber selbst wo diese Dienste vorhanden sind, hängen sie eigentlich in der Luft, da ihnen die Koordination und die theologisch-lehrmäßige Ausrichtung durch einen Apostel fehlt.

Wäre uns nicht sehr geholfen, wenn wir diese Sachlage klar eingestehen würden? Das würde unser gegenwärtiges Tun und Lassen unter das Vorzeichen der Vorläufigkeit bringen; vor allem aber wäre es ein Akt der Demut unter Gott, mit dem wir sinngemäß sagen: „Uns fehlen ganz wichtige Dinge, schenke sie uns bitte! Bis dahin machen wir weiter, aber immer in dem Bewußtsein, daß uns etwas Wesentliches fehlt!“ Wäre es nicht denkbar, daß wir damit unser Tun und Lassen neu fruchtbar machen, obwohl der fünffältige Dienst von Gott noch nicht wiederhergestellt wurde?

Umgekehrt steckt eben sehr viel Stolz und Hochmut darin (wenn auch meist aus Unwissenheit, was die breite Masse der Christen betrifft), wenn wir biblische Resultate ohne biblische Voraussetzungen erwarten. Eine Wiederholung und Fortsetzung der Apostelgeschichte in weltweitem Maßstab ist möglich: aber wieviele Apostel vom Format des Paulus sind dazu wohl notwendig? Hunderte? Tausende?

Fazit

„Erweckung“ ist also keine Perspektive, von dem Christen sich terrorisieren lassen müssen: das Ziel ist eigentlich verfehlt, die Methoden und damit verbundenen Lehren sehr fragwürdig – und vor allem gibt es ein viel „biblischeres“ Ziel, nämlich Reformation. Und die wird nicht im Hau-Ruck-Verfahren erreicht, sondern ist ein Ergebnis vieler persönlicher Veränderungen, die sich summieren und damit auch letztlich großflächig auswirken.

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Eine Antwort »

  1. Hallo, Gruss aus der Schweiz. Bin zufällig 🙂 auf deine Seite gestossen – cool und erfrischend! Sehe vieles ganz ganz ähnlich. Hab mich selbst vor paar Jahren mit einem Artikel „Warum ich nicht um Erweckung bete“ freudig mitten in die evangelikalen Nesseln gesetzt, schick ihn dir selbst gern mal zu 🙂

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