Das Diskutieren mit Christen, die unter dem Gesetz leben (wollen), ist oft nicht einfach. Wir wollen auf ein paar Tricks bzw. Nicht-Argumente aufmerksam machen, die solche Christen gerne benutzen:

  • Sie unterstellen Motive – und meinen damit, deine Position „widerlegt“ zu haben. Vielleicht unterstellen sie dir „Bitterkeit“ oder „Unversöhnlichkeit“ – aber das sind keine Argumente etwa gegen deine Feststellung, dass Christen oft nicht ehrlich miteinander umgehen. So müssen sie sich nicht mit dem Inhalt deiner Kritik auseinandersetzen und zugeben, dass deine Kritik stimmt; und was für Schlußfolgerungen daraus zu ziehen sind. Kurz und gut: eine Kritik deiner (vermeintlichen) Motive ist noch keine Kritik an deiner Position
  • Sie unterstellen dir einen Mangel an „Geistlichkeit“ oder „geistlichem Verständnis“ und halten das für eine Widerlegung deiner Kritik. Damit ist aber noch gar nichts dagegen gesagt, dass der Prediger vorne auf der Kanzel eben Unsinn erzählt hat und du dafür auch gute Argumente hat. Kurz und gut: sie sprechen dir die Befähigung ab, Inhalte zu kritisieren, weil du ihnen offensichtlich nicht zustimmst. Sie können sich nicht vorstellen, dass das Verstehen einer Position nicht zu Zustimmung führt, sondern zu Kritik an ihr
  • Verwandt damit ist die Unterstellung, man sehe das große Ganze nicht (picke sich selektiv nur die Rosinen aus der Bibel raus). Konkreter Fall: „Ja, schön das mit der Gnade. Aber Gott ist ja nicht nur Gnade oder Liebe, sondern auch Richter und Bestrafer“ Hier wird so getan, als seien alle Charaktereigenschaften Gottes gleichberechtigt – aber durch die Person Jesu ist klar, dass Gottes Liebe und Gnade tatsächlich zentral und übergeordnet ist
  • Sie unterstellen dir einen „Kritikgeist“, wenn du Sachen nicht gut findest, die sie gut finden. In der Bibelstunde wurde gerade erklärt, dass wir das Gesetz halten müssen (wenn auch vielleicht schöner formuliert) – du stimmst dem nicht zu. Dafür hast du vielleicht auch noch Argumente; spielt aber keine Rolle, solange du dich von diesem „Kritikgeist“ reiten lässt. Diese rhetorische Kritik ist nah dran am Punkt „Motive unterstellen“
  • Der heilige Geist „betone“ gerade dieses oder jenes Thema (dahinter steckt natürlich wieder „Mangel an geistlichem Verständnis“) – auch so ein Pseudo-Argument.Ein Thema ist entweder wichtig und richtig – oder eben nicht. Fürbitte etwa darf nie so wichtig werden, dass dabei Jesus und seine Barmherzigkeit auf der Strecke bleiben. Manche Christen beten nun mal gerne – sollen sie es bitte auch tun, aber eben keine Regel für alle daraus machen. Andere Themen sind vielleicht einfach sogar falsch (wie etwa das immer neu entflammende Thema „Streben nach Erweckung“), folglich auch nicht wichtig. Umgekehrt: das Thema von Gottes Gnade und seiner bedingungslosen Liebe ist kein Thema, das kommt und geht, es ist vielmehr IMMER wichtig und zentral. Alle anderen Themen haben sich dem unterzuordnen.
  • Sie unterstellen dir mangelndes Engagement „für Jesus“, wenn du etwas anders siehst als sie oder etwas kritisiert, was ihnen gut gefällt. Es wäre ok, dir schlechte Argumente zu unterstellen und das auch zu beweisen. So aber soll dein Tun oder Nicht-Tun deine Argumente außer Kraft setzen. Das ist natürlich nicht sauber: auch wenn du noch nie von einer Brücke gesprungen bist, kannst du gute Argumente dafür haben, das lieber nicht zu tun

Weitere Vorschläge für komische „Nicht-Argumente“ sind willkommen

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