Folgende Passage aus dem 1.Korintherbrief (Kapitel 6) wird immer wieder gerne herangezogen, um zu „beweisen“, daß wir unsere Erlösung sehr wohl wieder verlieren können:

9 Oder wisst ihr nicht, dass Ungerechte das Reich Gottes nicht erben werden? Irrt euch nicht! Weder Unzüchtige [Hurer]  noch Götzendiener noch Ehebrecher noch Lustknaben [wörtlich: Weichlinge]  noch Knabenschänder

10 noch Diebe noch Habsüchtige noch Trunkenbolde noch Lästerer noch Räuber werden das Reich Gottes erben.

11 Und das sind manche von euch gewesen; aber ihr seid abgewaschen, aber ihr seid geheiligt, aber ihr seid gerechtfertigt worden durch den Namen des Herrn Jesus Christus und durch den Geist unseres Gottes.

Obwohl Vers 11 eindeutig sagt, daß wir nicht mehr solche Menschen sind, hindert das den typischen Gesetzeslehrer  und -befolger nicht, Christen mit dieser Stelle zu drohen und zu beunruhigen. Damit wäre die Diskussion eigentlich schon erledigt.

Schauen wir trotzdem genauer hin. Nach dem Gesetz gehören wir alle zu mindestens einer dieser Gruppen, die in Vers 10 und 11 aufgezählt werden. Wer hier gleich empört verneint, zeigt aller Wahrscheinlichkeit nach, daß er sich noch einige Illusionen über sich selbst macht. Das Gesetz definiert uns gnadenlos über das, was wir tun und lassen. Die Gnade löscht nicht nur (Gott gegenüber) aus, was wir Schlechtes tun, sondern sorgt auch dafür, daß wir anders geworden sind – und das, bevor wir noch irgendwas gemacht haben, das darauf hinweisen könnte, daß wir andere sind.

Wer aber Christen dazu ermutigt, sich durch das zu definieren, was sie tun und lassen, untergräbt ihren Glauben. Mit dieser Haltung wird es schwer zu erleben, daß das Reich Gottes z.B. „Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist“ ist (Römer 14,17).  Diese Dinge sind Teil unseres Erbes, unserer Erlösung. Wir bekommen sie geschenkt – wir müssen sie uns nicht verdienen. Wer aber gelehrt wird, daß er von Gott für sein Tun belohnt oder bestraft wird, verliert automatisch seinen Glauben an die Geschenke Gottes, die wir so notwendig zum Leben brauchen.

Wer unter Gesetz lebt, erlebt das Sündigen in allen Facetten besonders stark und intensiv: Die Kraft der Sünde ist das Gesetz (1.Korinther 15,56) Das liegt in der Natur des Gesetzes – denn das Gesetz soll das Sündigen verstärken (und nicht uns davon abhalten). Römer 7,5 reden von den Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz erregt wurden , Römer 7,9 sagt es nochmal: als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf.

So erklärt sich auch die Stelle aus Offenbarung 21 (Vers 8):

Aber den Feigen und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Unzüchtigen und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern ist ihr Teil in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod

Wir sind eben nicht mit die Gräueln Befleckten – selbst wenn wir sie tun. Gott reinigt uns von allen Sünden. Aus seiner Sicht fallen diese Dinge nicht mehr ins Gewicht.

Konkrete Sünden mögen uns und anderen schaden. Aber sie schaden nicht Gott – wie oft behauptet wird. Gott hat die Sache mit der Sünde quasi unter sich geklärt: das Lamm Gottes hat die Sünden der Welt getragen. Punkt!!!

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