Wir glauben an Dinge, die man nicht sehen kann. Wenn es sie aber „trotzdem“ gibt, dann haben sie auch Wirkung: unsere Erlösung, unsere Vergebung, unsere Neue Natur, ein fürsorglicher und liebevoller Gott, der uns gerne hilft.

Natürlich möchten wir diese unsichtbaren Fakten gerne so schnell wie möglich „erleben“, sprich: ihre Wirkung spüren.

Dieser Wunsch verführt uns leider leicht dazu, bei der Wirkung dieser Fakten nachhelfen zu wollen. Dazu gibt es verschiedene Techniken, die alle eins gemeinsam haben: sie sind anstrengend!

Wenn Gott und seine Erlösung Realität sind, dann können wir sie einfach auf uns wirken lassen. In Zeiten, wo sie anscheinend kaum unseren Alltag beeinflußen, haben wir „nur“ den Job, an diesen unsichtbaren Fakten festzuhalten – oder uns eben von allem „Nachhelfen“ fernzuhalten.

Wenn wir nach außen mehr „Erlöst-Sein“ oder „Freude“ oder „Freiheit“ oder „Liebe“ oder „Sieg“ zeigen wollen, als für uns selbst bereits spürbar ist – dann sind wir Schauspieler um Jesu willen; und wir sind nicht echt. Normale Menschen (auch wenn sie Christen sind) werden das spüren und instinktiv davor zurückweichen. Wenn aber etwas in uns verändert worden ist, wird es sich automatisch in unserem Verhalten zeigen – und in der Atmosphäre, die uns umgibt.

Das Unsichtbare wird nicht dadurch Realität, daß wir vorgreifen und es schon mal aus eigener Kraft heraus vorproduzieren.

Die Christen, die sich von diesem offensichtlichen „Schauspielern“ fernhalten, sind leider manchmal auch die, die unsere unsichtbare Erlösung sehr stark einschränken und begrenzen. Sie sagen, daß wir längst nicht so erlöst sind, wie Bibellehrer A, Pastor B oder Apostel C sagen. Ihre Bedrückheit als Christen ist also sehr nachvollziehbar: sie sehen sich als längst nicht so erlöst an, haben aber in etwa den selben Leistungsdruck wie die „vorgreifenden“ „Begeisterten“.

Das Fatale daran: die, die nicht so erlöst sein wollen, schaffen erst den Markt für die „Vorgreifer“. Denn deren Begeisterung hebt sich so wohltuend ab von der Bedrückung in anderen Kreisen – jedenfalls auf den ersten und manchmal auch noch zweiten Blick.

Aber leider haben beide Gruppen eines gemeinsam: sie reduzieren beide die Erlösung

  • die einen, indem sie die Erlösung theologisch reduzieren und damit die Erwartungshaltung von Christen enorm dämpfen
  • die anderen, indem sie die Erlösung theologisch (meist) völlig richtig darstellen, bei ihrer Wirkung auf unser Leben aus eigener Kraft aber heftig nachhelfen wollen – und damit durch ihr Tun zu verstehen geben, daß die Erlösung doch nicht so mächtig ist wie sie behaupten.

Beide sind somit Meister der Willenskraft: man braucht einen starken Willen, um ein bedrücktes Christ-Sein durchzuhalten – und man braucht einen starken Willen, wenn man nicht geduldig auf die Veränderung durch den Geist Gottes warten will, sondern nachhilft.

Die Erlösung durch Jesus – jedenfalls ihre Wirkung auf unseren Alltag – ist aber etwas für die Schwachen, für die, die nicht „Hier!“ gerufen haben, als die Willenskraft verteilt wurde.

Insofern gibt es tatsächlich allen Grund, sich seiner Schwachheit zu rühmen   … hat da nicht auch Paulus was zu geschrieben?

… unsere Erlösung ist eine Realität – aber unsere Leben in ihrem derzeitigen Zustand auch. Wir lügen, wenn wir eines davon leugnen. Aber wir sind erlöst genug, um unseren Zustand ungeschminkt anschauen zu können. Denn um Hoffnung zu haben auf Veränderung, müssen wir uns nicht darüber betrügen, wie es in unserem Leben aussieht. Eine ehrliche Bestandsaufnahme kann nur dann unseren Glauben dämpfen, wenn wir an einen Götzen glauben, der ein properes Leben von uns erwartet, damit er uns beschenkt. Aber wozu bräuchten wir dann noch Geschenke?

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  1. Hallo,

    ja unsere Erlösung ist eine Realität aber in erster Linie WAHRHEIT. Und unser neuer Zustand ist der den die Bibel uns darlegt nicht der den ich an mir sehe. Damit verleugne ich mein altes Leben
    obwohl die oft zu unrecht emporgehobene „Realität“ etwas anderes anzeigt. Manche Christen sagen dann man belüge sich selbst. Das sehe ich nicht so, weil Jesus uns dazu auffordert: Will mir jemand nachfolgen der veleugne sich selbst……… . Ich anerkenne meinen IST- Zustand (Realität) nicht mehr als die dominierende Größe. Ich bemerke ihn aber er ist nicht die Wahrheit.
    Beispiel: Paulus sagt 2 Kor. 5,17 Ist jemand in Christus so ist er eine neue Kreatur, dass alte ist vergangen, siehe es ist alles neu geworden. Ich aber sehe noch sehr viel altes an mir ( sehe ich übrigens auch). Trotzdem glaube ich jetzt dieser Aussage von Paulus mehr als meiner individuellen
    Erfahrung. Ich gebe also dem Wort Gottes ohne sichtbare Beweise zu haben recht.
    Oder nehmen wir das Thema Heilung (habe ich oft erprobt und das mit Erfolg) Gott steht zu seinem Wort. Ich war krank, also nicht Schnupfen oder so sondern richtig; habe aber die Verheißung, nehmen wir die berühmte Jesjastelle 53, 3-4 Führwahr er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen………….und durch seine Wunden SIND wir geheilt. Diese Verheißung spreche ich aus und glaube das sie stimmt und ich geheilt bin, weil es geschrieben steht. Nicht geheilt werde sondern bin, wie die neue Kreatur die ich auch bin. Der Krankheit die mich in der Realität bedrängt, befehle ich aufgrund dieser Verheißung und weil ich Vollmacht von Jesus bekommen habe über die finsteren Mächte, mich zu verlassen. Also ich setze das Wort Gottes gegen die Realität. Meistens gegen die unangenehme. Jetzt könnte man annehmen, dass es hierzu einen starken Willen braucht aber den habe ich nicht. Man vertraut wie ein Kind dem Papa. Meine jüngste Tochter ist jetzt 6 jahre alt und von ihr habe ich das gelernt. Hätte ich auch von meinen anderen Kindern lernen können aber damals war ich noch sehr mit dem Willen beschäftigt.
    Also wenn ich ihr etwas versprochen habe dann hat sie mir 100% ig geglaubt, dass sie es bekommt. Die Freude stellte sich bei ihr Augenblicklich nach dem Versprechen meinerseits ein. Wenn ich dann so getan habe, als wenn ich das versprochene Geschenk vergessen habe, hat sie mir das nie geglaubt und ich habe das auch nie vergessen. Man kann durch Kinder wirklich viel lernen. Blind dem Worte Gottes glauben. Weil er ein so liebevoller Vater ist, der seine Versprechungen immer erfüllt. Und dieses Grundvertrauen so meine, ich bekommt man geschenkt. es ist kein Kraftakt.
    Ich bin Jahrzehnte durch tiefe Zweifel marschiert nicht weil ich nicht glauben wollte sondern eine falsche Vorstellung vom Glauben hatte. Damals war ich es aus welchem der Glaube resulltieren sollte ( es aber nicht tat) heute ist es das Wort Gottes auf welchem mein Glaube RUHT.

    Und weil er so ist wie er ist, glaube ich das er mich:
    Erlöst hat
    ganz neu gemacht hat
    mich von aller Sünde gereinigt und abgewaschen hat
    all seine Verheißungen an mir hält
    seine Gnade nie von mir weicht
    mein alter Mensch mit ihm gekreuzigt und gestorben ist
    ich durch seine Wunden geheilt bin
    usw. usw.

    Ich weiß und merke oft das der Satan da einiges gegen hat aber das stört mich nicht, soll er doch er kann an der Realität soweit Gott es ihm zuläßt rumdoktern, aber die Wahrheit bleibt auf ewig!

  2. Eine präzisere Übersetzung von 2.Korinter 5,17 lautet wohl: … das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden. Und eben nicht „ALLES ist neu geworden“. Auch wenn das in gewisser Weise stimmt (siehe unten).

    Das erklärt, warum wir eine alte Prägung in uns erleben. DIESER Teil an uns wird verändert (aber NICHT gekreuzigt oder bekämpft oder niedergerungen). Unser natürlicher Anteil (also unser Fleisch) wird neu geprägt ( https://konsequentegnade.wordpress.com/unser-neues-leben/unser-naturlicher-anteil/ ). Das braucht Zeit. Dabei kämpfen wir nicht gegen irgendwas, schon gar nicht gegen die Illusion eines angeblich noch weiter existerenden Alten Menschen.

    Zu sagen, diese alte Prägung existiere nicht, ist gelogen. Aber ebenso gelogen ist es, wenn wir nicht sehen wollen, daß Gott jetzt unsere Natur verändert hat ( https://konsequentegnade.wordpress.com/unser-neues-leben/unsere-neue-natur/ ).

    Und sicher: wer entspannt von Gott empfangen kann, sollte das auch tun. Wir haben alles dringend nötig, was er uns schenken will. Der Mensch ist bedürftig (und weit entfernt von aller autonomen Selbstherrlichkeit) – und sollte sich dessen nicht schämen.

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