Joh 14,15 Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten;
Joh 14,21 Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und ich werde ihn lieben und mich selbst ihm offenbaren.
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Diese beiden Verse werden des öfteren mal mißbraucht, um vermeintlich nachzuweisen, dass es auch im Neuen Bund um das Halten von Geboten gehe. Schon allein aber, dass Jesus von „meine Gebote“ spricht, grenzt die Gebote ein, um die es geht. Die Mosaischen Gesetze sind nicht gemeint.
Und wenn wir uns anschauen, was Jesus geboten hat, dann merken wir ganz schnell, dass es hier nicht mehr darum geht, unser äußeres Verhalten möglichst schnell auf „christlich“ umzutrimmen.
Joh 15,4 Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.
Und dieses grundlegende Gebot versperrt uns den Weg dahin, uns einfach anzustrengen und das Richtige zu tun. Vielmehr sagt Jesus uns: „Das ist das Wichtige, dass du an mir dran bleibst. Frucht ist nichts, was du religiös-autonom hervorbringen kannst.“ Diese Einsicht hielt sich auch nach Jesu Tod und Auferstehung, wie wir etwa in 1Joh 4,16 sehen.
Noch konkreter wird das alles durch dieses Gebot von Jesus:
Joh 15,9 Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
Jesus spricht davon, dass er die Jünger liebt. Und so liebt er auch uns. Wir sind geliebte Menschen, von Gott geliebte Menschen. Gott liebt uns leidenschaftlich und auf eine Weise, die wir kaum begreifen können. Das zu wissen, tut uns gut. Es ist sogar unentbehrlich für ein gutes Leben. Es verändert uns. Folglich wäre es ein billiges Imitat von Veränderung, wenn wir einfach losgehen und „tun“. Und blieben wir ehrlich, würden wir auch schnell merken, dass es nicht so klappt mit dem „einfach tun“.
Mt 16,6 Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer!
Ein weiteres Gebot Jesu, dass viel zu selten beachtet wird. Und es geht in die selbe Richtung wie das Gebot „Bleibt in mir! Bleibt in meiner Liebe!“. Denn das Denken der Gesetzeslehrer war darauf ausgerichtet, den Menschen durch das Halten von Geboten innerlich zu verändern. Das äußere Verhalten sollte sich wohltuend auf den Zustand seines Herzens auswirken. Ein großer Irrglaube! Der zudem noch oft selbstgerecht, hart und blind macht.
Und auch das nächste Gebot Jesu läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig und entzieht aller frommen Beschäftigungstherapie die Geschäftsgrundlage:
Mt 11,28 Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.
Und um uns endgültig unsere Unfähigkeit zum Handeln im Sinne Gottes vor Augen zu führen, gibt uns Jesus „Gebote“ wie dieses:
Lk 6,27 Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen;
Auch dieses Gebot hält sich in der Gemeinde (von ausgestochenen Augen und abgehackten Händen lesen wir dagegen nichts). Und es ist ein Gebot, dass ein Mensch unmöglich erfüllen kann. Deswegen findet es sich auch selten bis gar nicht in unseren kirchlichen Regelkatalogen: die beschränken unser „religiöses“ Handeln gerne auf das menschlich Machbare, auf das, was wir aus eigener natürlich-fleischlicher Kraft und Fähigkeit tun können. Und leider kommen damit auch an sich gute Gebote – etwa der Missionsbefehl – auf ein Niveau, wo man sich manchmal nur noch fremdschämen kann – weil hier offensichtlich nicht gilt „Die Liebe Christi drängt uns …“, sondern leider vielmehr ein „Ich muss, denn Gott hat es gesagt“.
Aber meist kommen wir nicht zur Feindesliebe – wir bleiben schon hier stecken, im Morast unserer Unfähigkeiten:
Joh 15,12 Dies ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.
Wer nun immer noch glaubt, er müsse nur genug wollen und könne dann schon – der muss leider einfach noch ein paar Runden drehen und sich vom Leben überzeugen lassen, wie unfähig er im Grunde ist … jede wirklich gute Tat, die von Herzen kommt, ist ein Wunder! Deshalb sind Anleitungen zum Gutes-Tun auch oft nicht nur lächerlich, sondern ein Ausdruck maßloser Selbstüberschätzung. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass Jesus sich mit den Pharisäern hätte zusammen setzen sollen, damit sie gemeinsam das menschliche Verhalten „verbessern“. Wir wissen aber: so ist es nicht gelaufen – aus gutem Grund. Jesus wußte, dass unser Herz verändert werden muss.
Wenn wir also zurück gehen in ein „Halte die Gebote“ im Stil der Pharisäer, dann haben wir schon wieder beiseite geschoben, dass unser Herz verändert werden muss durch die Liebe Gottes. Und dass erst dann „gute Taten“ denkbar und möglich werden.
Das wird auch deutlich an der Ermutigung Jesu, sich nicht zu sorgen:
Mt 6,34 So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug.
Aus dieser Ermutigung können wir im Gesetzesstil auch ein Sorgenverbot zimmern: dann haben wir nicht nur mit Sorgen, sondern auch noch Schuldgefühle dazu.
[ Natürlich hat Jesus auch noch mehr geboten – etwa Mt 7,15 Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen! Inwendig aber sind sie reißende Wölfe – aber wir dürfen hier selbstverständlich priorisieren und wichtigere von unwichtigeren Geboten unterscheiden … und Jesus hat auch Feststellungen gemacht, aus denen wir gerne Gebote zimmern ]
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  1. Was mir letztes auch aufgefallen ist….:

    Johannes 15
    9 Wie der Vater mich geliebt hat, habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!
    10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.

    Vers 12 ist dann die Erklärung für „die Gebote“ bzw. zusammen gefasstes Gebot….

    12 DIES ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, wie ich euch geliebt habe.

  2. Ergänzend dazu fällt mir noch ein:
    Röm 13,8 Seid niemand irgend etwas schuldig, als nur einander zu lieben; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.

    Es gibt ein Gesetz des Christus, und allein das ist ein Gesetz nach dem Herzen Gottes:
    Gal 6,2 Einer trage des anderen Lasten, und so erfüllet {Eig. habet erfüllt, d.h. seid in diesem Zustande} das Gesetz des Christus

    Wer das Gesetz des Christus nicht als Grundlage (Fundament) für die einzelnen Gesetzesvorschriften des AT hat, baut sein Haus auf Sand.

    Gal 5,14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Worte erfüllt, in dem: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ 3. Mose 19,18

    Diese Liebe kann man nicht „machen“ (Werke).
    Sie ist ein Geschenk zum weiterschenken, und auf diese Weise vermehrt sie sich 🙂
    LG – Mirjam

    • Gute Ergänzung!
      Interessant ist auch die Symbolik der Fusswaschung, die Jesus als beispielgebend zeigt. Man könnte hier mehrere Bedeutungsebenen unterscheiden:
      1. Symbol orientalischer Gastfreundschaft:
      Die (Möglichkeit der) Fusswaschung war im antiken Orient das Symbol der Aufnahme des Fremden in die Familie. Religion, Stammeszugehörigkeit spielen keine Rolle bei der Gastfreundschaft. Der Fremde wird ohne Ansehen der Person wie ein Familienmitglied behandelt, versorgt und verteidigt. Vgl. z.B. Barmherziger Samariter

      2. Symbol ehelicher Hingabe, Liebe und Treue
      Nach der rabbinischen Literatur sollte die Frau ihrem Ehemann, selbst wenn sie Sklavinnen hatte, die Füsse waschen, um ihre Liebe und Hingabe zu zeigen. (Heute noch bei Mormonen??) Vgl. z.B. die Frauen (Maria v. Magdala?), die Jesus mit ihren Tränen, Haaren die Füsse wuschen.

      3. Fusswaschung als Symbol des gegenseitigen Dienens
      = Gal 6,2 Einer trage des anderen Lasten, und so erfüllet das Gesetz des Christus

      4. Fusswaschung als Symbol der Sündenvergebung (in der Deutung Jesu)
      Nach Jesus ist jeder, der an seine Gnade glaubt, im Prinzipt rein von der Sünde: Er kommt aus dem „Bad“ und ist rein. Dennoch bleibt im täglichen Umgang immer Sündiges an den Füssen haften. Indem seine Nachfolger sich gegenseitig die Füsse waschen, vergeben sie sich ihre Unreinheit, Sünden. Vgl. z.B. Bergpredigt: Vergib, dann wird Dir auch vergeben…

  3. >>>Joh 15,4 Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.>>>

    Wie bleibt man eigentlich in Jesus (am Weinstock)?

    LG
    Sputnik

    • Nicht durch Anstrengung im eigentlichen Sinne.
      Vereinfacht ausgedrückt:
      Durch Glauben!
      Doch was soll ich glauben?
      Das ich ein bsserer Christ werde oder bin, wenn ich mehr tue oder mehr diene?
      Nein, gerade das eben nicht.
      Sondern:
      Das ich als Christ schon bin, was ich sein soll.
      Von Gott geliebt, ich kann IHM grenzenlos vertrauen.
      Ich muss mich nicht beim VATER lieb Kind machen etc…
      „Ich bin LIEBKIND“.
      Dann schenkt mir Gott das, was ich mir erarbeiten/erdienen wollte.
      Diese Erfahrung macht frei von dem falschen Grundgedanken, mich in den Weinstock hieinarbeiten zu wollen. Ich bin/Du bist Rebe. Aus, ohne irgendetwas, was du dazutun musst.
      Das zu gleuben, bedeutet für mich, im Weinstock zu bleiben.
      man konnte wohl auch sagen, bleib in der Gnade ist gleichbedeutend mit bleib im Weinstock.
      Ich bin/du bist Rebe (im Weinstock), ich bin/du bist in der Gnade. Bleibe in ihr heißt, versuch nun nicht aus eigener Anstrengung das zu tun, was Gott in dir und durch dich tun möchte.
      Das zu glauben verlangt von mir/dir, mich/dich nicht so wichtig zu nehmen, sondern aus der Kraft zu leben die Gott darreicht.
      Ist das verständlich?

  4. Hm…

    danke…

    es ist nur so, dass ich mir manchmal vorkomme als ob Gottes Liebe, all die Gerechtigkeit vor Gott und Gnade, die neue Schöpfung etc. sich alles nur in meinen Gedanken abspielt –

    Als ob die geistliche Wirklichkeit nur eine mentale Wirklichkeit ist und die äußere Wirklichkeit was ganz anderes.

    Gottes Wirklichkeit sollte sich doch auch im Äußeren zeigen, oder?

    LG
    Sputnik

    • Wären diese Dinge etwas, was wir uns nur einreden – wäre es nichts als positives Denken. Aber unsere Erlösung IST eine unsichtbare Wirklichkeit – wir glauben an etwas und jemand, der Realität hat.

      Für die Menschen, die Jesus vor 2000 Jahren gesehen haben, sogar anfassen konnten – war es aber auch nicht leichter: es kam immer auch eine andere Deutung in Frage.

    • Du hast das ganz gut beschrieben.
      Natürlich ist die geistliche Wirklichkeit etwas ganz anderes als man rein äußerlich (sichtbar)wahrnehmen kann. Niemand kann an deinem Körper erkennen, dass du ein wiedergeborener Christ bist. Niemand kann an deinem Äußeren erkennen, dass du ewiges Leben hast, dir deine Schuld vergeben wurde, du Kind Gottes geworden bist, du Erbe Gottes bist etc…).
      Man kann nur an deinem „Wesen“ erkennen, dass du diese „Dinge“ empfangen hast, indem du beispielsweise darüber sehr sehr froh bist. „Freuet euch allezeit“, sagt Paulus. Das kannst du aber nur dann, wenn du diese und andere geistliche Wahrheiten weißt, darüber nachdenkst, dich damit auseinandersetzt und dich dann irgendwie darüber so sehr freust, dass andere Leute sich fragen, warum du nur ein so fröhlicher Mensch sein kannst, angesichts aller Widerwärtigkeiten dieser Welt und angesichts aller Widerwärtigkeiten in deinem persönlichem Leben. Dann lebst du nicht im „positivem Denken“, sondern in einer ganz realen Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit können deine Mitmenschen nicht sehen, aber im besten Fall an deinem Leben erahnen bzw erkennen. „Ihr seid ein Brief Christi“.
      „Euer Bürgertum ist im Himmel“. Du stehst aber auch mit beiden Beinen auf der Erde.
      „In der Welt, nicht von der Welt.“ Es hat mal jemand gesagt: „Wo Christen sind, berührt der Himmel die Erde“!
      So kann sich Gottes Wirklichkeit auch im Äußeren Zeigen, wie du schreibst.
      In dem du deine Feinde liebst, denen Gutes tust, die dich beleidigen und und und. Das kannst du aber nur tun, wenn du es dir von Gott schenken lässt und nicht, in dem du das irgedwie erzwingst. Dann ist und bleibt es frommer Krampf. Und das merken deine Mitmenschen sofort.

      • …ergänzend….

        Diese Freude kommt ja gerade daraus wenn wir in Seiner Liebe bleiben -> sein(e) Gebot(e) halten -> = lieben…
        Vers 11 !

        10 Wenn ihr meine Gebote haltet, so werdet ihr in meiner Liebe bleiben, wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe.
        11 Dies habe ich zu euch geredet, DAMIT meine Freude in euch sei und eure Freude völlig werde.

        Wir bleiben eigentich automatisch darin, wenn wir sie nicht selbst in uns blockieren/ersticken aus irgendwelchen nichtigen Gründen zurückhalten bzw. auslöschen (lassen). (gilt auch für den Geist allgemein)

        z.B.
        17 Wer aber irdischen Besitz hat und sieht seinen Bruder Mangel leiden und verschließt sein Herz vor ihm, wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?
        1. Joh. 3,17

        Wir sollten also viel mehr (mit Freimütigkeit) nach dem handeln was in unseren (neuen) Herzen sowieso eigentlich schon drinnen ist. 🙂

        • Shalom Petra hälst du den Shabbat, die jetzt kommenden Feiertage ab September, Yom Kippur? Es ist nicht leicht Mitzvot Gebote zu halten.

          • Hallo Andreas,
            leider zeigt deine Antwort bzw. Frage an Petra, dass du das Evangelium überhaupt nicht verstanden hast. Eines kannst du dennoch tun.
            Bitte Gott, er möge es dir gelingen lassen, seine Gnade zu erfassen und das Evangelium Jesu Christ zu verstehen. Danach nimm Gottes Angebot bitte an.

          • Hallo Andreas,

            sorry, aber ich muss sagen, ich habe dem Kommentar von Winfried und dem von konsequentegnade unten nichts hinzuzufügen. 😉

  5. Johannes Johnanan 14.15 und 2 Moshe 20.6 stehen im Einklang und macht klar, nur durch Liebe zu Jeshua/ G-tt werden wir erreichen was der Schöpfer für uns bereit hält. Diese Beziehung muss gepflegt werden wie die irdische Beziehung zu seinem Partner die immer wieder sein gesammte Aufmerksamkeit fordert nur dann bleibe ich in ihm und er in mir.

  6. Für mich ist ganz klar, dass ohne die Gnade Jesu es keiner schaffen würde, in den Himmel zu kommen, da alleine Jesus ohne Fehler war. Ich will mich vom Heiligen Geist leiten lassen. Die Liebe und Dankbarkeit zu Jesus verändert mich, Ihm „ähnlicher“ zu werden. Aus eigener Kraft, ein Ding der Unmöglichkeit.

  7. Die Gebote Jesu: „Die Mosaischen Gesetze sind nicht gemeint.“
    Gibt es dazu eine „Geheimbotschaft“ Jesu im NT?
    Viele vermuten sie in der Erzählung von Jesus und der Ehebrecherin (Ehebruch = eines, der 10 Gebote). Jesus spricht dort im Tempel das zentrale Wort: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ Vor diesem Wort schreibt er „mit dem Finger“ auf den Boden und danach. Wollte er damit verdeutlichen, dass diese Aussage praktisch wie ein neues Gebot aufgeschrieben ist?? Der riesige Tempelbezirk galt als Weltwunder und war komplett mit Steinplatten ausgelegt. Jesus schrieb also mit dem Finger auf Stein! Die 10 Gebote galten als von Gott „mit dem Finger“ in Stein geschrieben…

  8. Leider gehorchen die meisten Christen nicht.
    Ich finde es erschreckend das es sogar gläubige Menschen gibt die zum Therapeuten gehen müssen, weil sie keinerlei Hilfe bekommen. So etwas sollte nicht sein. In den Briefen des NT lese ich so etwas auch nicht.

    • Ja, sie gehorchen tatsächlich oft nicht – statt dessen versuchen sie sich an der Einhaltung von frommen Verhaltensvorschriften. Die, die davon gründlich frustriert und geschädigt sind, suchen sich dann Hilfe bei Therapeuten. Warum auch nicht, wenn die sogenannten „Gemeinden“ nichts wirklich Hilfreiches anzubieten haben.

  9. Es ist tröstlich, diese Unterscheidung zu lesen zwischen den mosaischen Geboten und den Geboten, die Jesus neu gegeben hat, und die für mich teilweise wie Angebote klingen, wie z.B. „Kommet her zu mir alle…“
    Ihr sagt ja immer, dass die Verschärfung der mosaischen Gebote durch Jesus nur den Sinn hat, uns klar zu machen, dass wir das Gesetz inklusive der 10 Gebote eben nicht halten können. Das würde ich auch gerne glauben.
    Was sagt Ihr aber zu Paulus, der in 1. Kor 7, 10ff schreibt, dass nicht er, sondern der Herr Jesus Christus gebietet, sich nicht scheiden zu lassen? Da bezieht er sich ja wohl auf den Wortwechsel zwischen Jesus und den Pharisäern, der im Matthäusevangelium geschildert ist, und der auch Paulus damals sicher schon bekannt war, in dem es genau darum ging, dass Jesus das göttliche 6. Gebot zuspitzte und sprach : Ich aber sage euch….

    Meine 2. Frage lautet:
    Auch bei den neuen Geboten Jesu, die so viel Hoffnung machen, sehe ich eine bedrohliche Seite.
    Wenn vom Weinstock u. den Reben die Rede ist, sagt der Herr auch, jede Rebe, die keine Frucht bringt und nicht in ihm bleibt, wird weggeworfen und muss brennen. Das klingt sehr nach Hölle.
    Wo ist da nun wieder der Friede? Da fragt man sich doch: Bringe ich genug Frucht, bin ich genug in ihm ? Die Heilige Schrift ist voll von Hinweisen auf die bedingungslose Gnade. Andererseits sehe ich auch immer wieder massive Drohungen nach dem Muster: WENN – DANN. Ich kapier es einfach nicht!….Herzliche Grüße

    • Zu den Reben siehe https://konsequentegnade.wordpress.com/bibelstellen/weggeworfene-reben-johannes-15/

      Zum Scheidungsverbot siehe denselben Paulus, der die Scheidung erlaubt 1Kor 7,15 „Wenn aber der Ungläubige sich scheidet, so scheide er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden; zum Frieden hat uns Gott doch berufen“ – es gibt also offensichtlich KEIN absolutes Scheidungsverbot, auch wenn grundsätzlich Ehen erhaltenswert sind (aber nicht um jeden Preis) … wenn Jesus selbstgerechte Pharisäer bescheidener machen will, musst du dich nicht angesprochen fühlen.

      • Danke für eure schnelle Antwort! Ich muss mich noch im neu Denken üben….Nach so vielen Jahren des „Doppeldenkens“ kann ich nur Gott bitten, dass er was in meinem Kopf verändert. Eure Seite kann mir eine Hilfe dabei sein. Der Herr segne euch!

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