Woran kann man eigentlich Gesetzlichkeit erkennen? Denn es kann ja nicht darum gehen, daß wir beliebig mit der Keule „Gesetzlichkeit“ um uns hauen.

Gesetzlichkeit liegt vor

  • wenn behauptet wird, das Gesetz gelte weiterhin für Christen
  • wo immer wir uns durch Wohlverhalten und Sündenvermeidung, also durch Einhalten von Regeln, den Segen verdienen sollen, obwohl wir ihn durch Jesus umsonst bekommen
  • wo immer wir durch Wohlverhalten und Sündenvermeidung Gottes Liebe und Wertschätzung verdienen oder behalten sollen
  • wenn Regelkataloge uns vom zentralen Punkt „Erlöst in Jesus“ ablenken sollen
  • wenn Erlöst-Bleiben von Wohlverhalten und Sündenvermeidung abhängig gemacht werden

Gesetzlichkeit liegt auch dann vor, wenn

  • zwar das mosaische Gesetz für ungültig erklärt wird, aber dann durch andere Regelkataloge ersetzt wird
  • wenn das Ausleben unserer Neuen Lebens in Jesus an komplizierte Vorbedingungen geknüpft wird
  • wenn das Empfangen konkreten und spürbaren Segens auch zu einer komplizierten Sache gemacht wird, bei der man ganz viel zu beachten hat (deswegen sind die Bücher über „Empfange den Segen!“ auch immer so dick!)
  • wenn versucht wird, zwischen Leben MIT und UNTER Gesetz zu unterscheiden

Gesetzlichkeit liegt nicht vor, wenn es um die Regeln geht, die unser Neues Leben in Jesus begünstigen; denn keine davon muß eingehalten werden.

Makaber, aber häufig kann man beobachten, daß die eine Gesetzlichkeit im Namen einer anderen Gesetzlichkeit kritisiert oder runtergemacht wird: entweder als „gesetzlich“, „religiös“, „manipulativ-kontrollierend“, „zügellos“ oder was auch immer.

Man kann allerdings auch schlechterdings nicht erwarten, daß Gesetzis in der Lage wären, den Balken im eigenen Auge zu erkennen. Sie werden einfach stur und steif behaupten, ihre Gesetzlichkeit und Gesetzestreue sei „Nachfolge“ und „Gehorsam“ Jesus gegenüber.

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  1. Ich bin bei onlinepredigt auf Horst Krüger gestoßen. Ein sehr belesener Mann, doch wenn ich seine drei-teilige Predigt richtig verstanden habe, sieht er das Gesetz noch als wirksam für Juden-Christen, während für die Heiden-Christen die noahnitischen Gesetze gelten und daraus resultierend auch Segen und Fluch vom Einhalten dieser Gesetze. Für ihn spricht Paulus und Co. in den NT bei „Gesetz“ immer nur von den Überlieferungen.

    Wäre mal interessant, wenn ihr reinhören könntet. Ich denke Aussagen von Ihm könnten man hier in einzelnen Artikeln abhandeln ohne speziell auf Ihn als Mensch, sondern auf die Lehre, die er predigt, einzugehen. Er ist eine äußerst ungewöhnliche Mischung aus Pfingstler/Charismatiker und Gesetzesprediger. So zumindest macht er auf mich den Eindruck.

    • Eine Beurteilung und inhaltliche Kritik einzelner Bibellehrer können wir leider unmöglich leisten (und das ständige „Gewarne“ vor diesem oder jenem überlassen wir lieber anderen).

      Wenn deine kurze Zusammenfassung ihn allerdings richtig wiedergibt, sehen wir auch keinen Grund, uns mit ihm näher zu befassen – auch wenn er anscheinend zum Typus „origineller Gesetzesprediger“ gehört.

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