Die Reihenfolge Sünde -> Tod ist genau umgekehrt: tote Menschen sündigen – und bleiben tot. Wenn Menschen, die das Neue Leben von Christus bekommen haben, sündigen, dann geschieht das auf einem ganz anderen Hintergrund. Denn dann sündigen lebendige Menschen; und das Sündigen zerstört dieses Neue Leben nicht mehr; und es zeigt nicht mehr, was sie sind.

… das Problem aller Nichtchristen ist, daß sie kein Leben haben:

Joh 5,40 und ihr wollt nicht zu mir kommen, damit ihr Leben habt.
Joh 10,10b … Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.
Joh 14,6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin … das Leben.
Röm 5,12 Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und so der Tod zu allen Menschen durchgedrungen ist, weil sie alle gesündigt haben
Eph 2,1 Auch euch hat er auferweckt, die ihr tot WART in euren Vergehungen und Sünden
Eph 2,5 (Gott hat) auch uns, die wir in den Vergehungen tot WAREN, mit dem Christus lebendig gemacht – durch Gnade seid ihr gerettet!
Kol 2,13 Und euch, die ihr tot WART in den Vergehungen und in dem Unbeschnittensein eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat.

Vorschnell könnte man aus diesen Aussagen schlußfolgern, ein Christ schwanke ständig zwischen Tot-Sein und Lebendig-Sein (sowie er nach Ansicht mancher zwischen Alten und Neuem Menschen ständig hin- und herspringt; oder eben auch „in Jesus“ ist und dann wieder nicht, dann wäre er sogar „vom Teufel“, wenn man 1.Joh 3,8 so verstehen will, obwohl er eigentlich „von Gott“ ist). Aber er ist lebendig gemacht worden, er hat sein Leben aus Gott – ob es ihm nun bewußt ist oder nicht. Seine Sünden beweisen nun NICHT mehr, daß er ein toter Sünder ist, der gar nicht anders kann als sündigen. JETZT kann man von ihm erwarten, daß sein Handeln sich von innen her verändert, manchmal schnell, manchmal langsam.

… die Sünde herrscht über tote Menschen. Was immer sie tun, endet letztlich in Sünde. Denn sie suchen Leben, Lebendigkeit, Wert etc. an Gott vorbei, ohne ihn. Und was nicht aus Glauben (an Gott und seine Erlösung) geschieht, ist nun mal Sünde.

In diesem Sinne herrscht die Sünde nicht mehr über uns – wir sind aus ihrem Herrschaftsbereich „herausgeboren“ worden. Also LEBEN wir nun – völlig unabhängig von der Tatsache, wie wir gerade handeln, denken oder fühlen. Leben ist KEINE Folge von Sündenvermeidung. Erst wo Leben ist, wird totes Verhalten überflüssig. Jemand, der unter seinem Verhalten und dessen Folgen leidet, muß immer zuerst daran erinnert werden, wer er IST: lebendig, erlöst, gereinigt, heilig, angenommen, geliebt und gemocht, besonders, berufen.

… dass Christen notwendig sündigen müssen, heißt ja nicht, daß sie es sollen. Es gibt kein Gebot „Sündige!“ Aber es gibt auch kein Gebot, das in etwa lautet „Sündige nicht – und zwar um jeden Preis! Auch wenn es nicht aus Glauben geschieht – es zählt allein das Ergebnis!“ So ein Lebensstil stärkt das Vertrauen in unsere Willensstärke, aber nicht an die verändernde Kraft Gottes.

Diesen Aussagen widerspricht auch Jakobus nicht, wenn er sagt:

Jak 1,15 Danach, wenn die Begierde empfangen hat, bringt sie Sünde hervor; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert den Tod.

Denn wir wissen nicht, worauf sich dieses „gebiert den Tod“ bezieht; mit Sicherheit aber nicht auf unseren lebendigen Neuen Menschen: denn sonst würde der ja ständig sterben und wieder neu lebendig werden. Und damit wäre auch unser Erlöst-Sein wieder von unserem Tun und Lassen abhängig.

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Eine Antwort »

  1. Stimme dem Gesagten voll zu!!
    Genau hier ist die Radikalität Jesu, die irrationale Hoffnung, die mit ihm verbunden ist, zu suchen. Paulus sagt: „Wie nun durch die Sünde des Einen (= Adam) die Verdammnis über alle Menschen gekommen ist, so ist auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen die Rechtfertigung gekommen, die zum Leben führt.“ (Röm 5,18)
    Das Bild vom Adam spricht von einem neuen Schöpfungsakt Gottes, der sich in Jesus zeigt und der die ganze Welt betrifft. In unserer fleischlichen Natur sind wir Sünder und in Adam tot; wir können durch unsere Taten/Werke niemals den Status als Sünder vor Gott ändern. Geistig aber sind wir, wenn wir an die irrationale himmlische Gnade Jesu glauben, in der Hoffnung neu geboren und vor Gott gerechtfertigt.

    Kann ich vor Gott wieder die Rechtfertigung verlieren?
    Hier liegt die unglaubliche Radikalität der Bildsprache des NT: In Adam geboren, konnten keine Taten/Werke unseren Status als Sünder ändern. Dann müsste für Jesus – der laut NT Adam sogar noch übertrifft – gelten: In der Hoffnung Christi neu geboren, können keine Werke/Taten uns wieder verurteilen, unseren Status als Gerechter ändern.
    Denn es kommt laut NT nicht auf unsere Taten an, dazu sind wir zu unbedeutend. Es kommt darauf an, dass wir erkennen, dass wir verloren sind und uns selbst nicht retten können – wir bedürfen der Gnade: Der „Adam“ auf dem Weg nach Jericho musste vom Samariter gerettet werden, das Schaf muss vom Hirten gefunden werden, der verlorene Sohn musste erkennen, dass er im Schweinestall verloren ist usw.
    Jesus selbst drückte das einmal so aus, indem er auf den Schatten des AT verwies (Joh 3): Moses erhöhte das Kreuz mit der Schlange in der Wüste, um die Menschen kurzfristig vor dem Tod durch das Böse (= Schlange) zu erretten. Jeder der durch Schlangenbiss verloren war, sollte auf das Kreuz blicken und durch Gottes Gnade gerettet werden. Die Erfüllung dieses Schattens erfolgt durch Jesus selbst: Er wird für die Menschheit am Kreuz als Symbol der Hoffnung erhöht, um die Sünde, das Böse, wegzunehmen – den Tod zu besiegen. Jesus geht davon aus, dass sich dieses Kreuzessymbol im Bewusstsein der Menschheit festsetzen wird und den „Fürst dieser Welt“, seinen Gegenspieler, besiegt:
    „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Joh 12)

    (Man darf in unserer heutigen Zeit z.B. nicht vergessen: Jesus ist heute schon eine „überreligiöse“ Gestalt der Hoffnung: Selbst im Islam ist Jesus das Symbol der Gnade Gottes. Er, nicht Mohammed, geleitet die Seelen ins Jenseits und wird den Antchrist im Endkampf besiegen. Auch in anderen Religionen (z.B. Hinduismus) gilt er als Prophet der Gnade mit göttlicher Vollmacht usw. In den Evangelien schenkte Jesus seine Gnade auch Menschen, die nicht seine Religion teilten, sondern nur an seine göttliche Heilkraft glaubten)

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