Jesus war ohne Sünde – das ist richtig.

 

Aber heißt das auch, dass er sich immer streng ans Gesetz gehalten hat? Nein

  • denn er verhindert, dass eine Steinigung durchgeführt wird, die eindeutig vom Mosaischen Gesetz so vorgesehen war
  • ebenso verteidigt er der Gesetzesbruch seiner Jünger, als sie am Sabbat Ähren abrupfen Mt 12,1
  • Johannes sagt ausdrücklich, dass Jesus den Sabbat aufhob: Joh 5,18
  • Jesus verteidigt den Gesetzesbruch von David Lk 6,3
  • sein Konflikt mit seiner Mutter und seinen Brüdern zeigt, dass er seine Eltern nicht geehrt hat – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne
  • Jesus berührt ständig Unreine, wie sie vom Mosaischen Gesetz definiert werden: Aussätzige, an „Ausfluß“ Leidende

 

Außerdem führte er das Prinzip Barmherzigkeit in das Mosaische Gesetz ein. Wären die Pharisäer darauf eingegangen, hätten sie über kurz oder lang erlebt, dass große Teile des Gesetzes außer Kraft gesetzt worden wären – durch das übergeordnete Prinzip Barmherzigkeit.

 

Nun kann man natürlich nach Art des Gesetzes lange darüber streiten, ob hier in allen Fällen wirklich Gesetzesbrüche vorliegen. Aber wer mal die Strenge des Mosaischen Gesetzes auf sich wirken läßt, wird schnell merken, dass Jesus diese Strenge nicht teilte.

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  1. Kleine Ergänzung: Jesus forderte auch dazu auf das im Mosaischen Gesetz verankerte Konzept der Unreinheit zu hinterfragen (Mat 15). Es werden dort ja unreine Speisen, Tiere, Hauterkrankungen, Sexualakte etc. genannt Die Frage Jesu war nun: Was steckt hinter der Unreinheit, ein moralisches Fehlverhalten oder nur eine Angst vor körperlicher Verunreinigung bzw. Krankheit? Er stellte fest, dass wirkliche Unreinheit, moralische Unreinheit ist und aus dem Herzen der Menschen kommt: böse Gedanken, Ehebruch, Mord, Lästerung etc.
    Hier lässt sich z.B.gleich aus heutiger Sicht die Frage stellen, wie steht es mit dem Verbot des homosexuellen Geschlechtsverkehrs, Regeln nach dem Geschlechtsverkehr von Mann und Frau, Verbot der Berührung menstruierender Frauen, des Berührens von Leichen etc. aufgrund von Unreinheit? Was liegt jeweils zugrunde? Amoralisches, böses Verhalten oder Angst vor Krankheiten, Seuchen?

  2. Ergänzend zitieren wir aus diesem Kommentar https://konsequentegnade.wordpress.com/freiheit-vom-gesetz/abfallige-auserungen-uber-das-gesetz/#comment-967

    „Allgemein wird behauptet, dass Jesus mit seinen Heilungen am Sabbat nicht das heilige Gebot als solches angriff und damit auch kein Zeichen gegen die Heiligkeit der 10 Gebote/Gesetz gab. Er habe nur zeigen wollen, dass in akuten, schweren Not/Ausnahmefällen vom Gebot abgewichen werden kann. (etwas, was ohnehin schon im Gesetz stand).
    Aber stimmt das? Bei genauerem Hinsehen wirkt Jesus viel radikaler! Fast alle seine Sabbat-Heilungen, waren nämlich keine akuten Notfälle! Er hätte ohne weiteres am nächsten Tag heilen können, ohne, dass den Personen ein weiterer Schaden entstanden wäre (wie ein Arzt, der Sonntags keine Sprechstunde hat). Damit wäre der Heiligkeit des Gesetzes/10 Gebote entsprochen gewesen! Seine Heilungen waren wohl viel eher bewusste Zeichen, genau für diesen Tag geplant. Er spielte damit bewusst mit der Todesstrafe!
    Z.B. Das berühmteste Zeichen – der Mann mit der verdorrten Hand: Jesus geht in die Kirche (Synagoge), der Mann bittet gar nicht um Hilfe! (keine akute Notsituation), Jesus heilt trotzdem gegen das Gesetz am Sabbat. „Am Sabbat ist es erlaubt Gutes zu tun“ – allein mit diesen Worten begründet der Messias sein Handeln. „Voll Zorn und Trauer“ (Mk 3) ist er über die Priester, die nicht so denken, wie er.
    Eigentlich ein klares Zeichen: Nächstenliebe/Gnade steht immer über dem Gesetz, das Gesetz ist im Prinzip nur eine Richtlinie. (Es ist wahrscheinlich sogar die einzige Stelle im NT, wo Jesus direkt als zornig und traurig beschrieben wird!?)“

  3. „Thieves in the Temple“??!
    (wenn zu spekulativ, einfach löschen!)

    Ihr erwähnt oben den „Gesetzesbruch Davids“, den Jesus als Entschuldigung für den Gesetzesbruch seiner Jünger anbringt. Dies könnte eine der explosivsten (+komplexesten) Stellen des NT sein ??! (bin mir nicht sicher)
    Jesus deutet diese Episode aus dem AT nämlich so, als sei David in den Tempel gegangen und habe von den heiligen Broten gegessen und an seine Freunde verteilt („Wie er in das Gotteshaus ging und aß die Schaubrote, die doch weder er noch die bei ihm waren essen durften…“ Mat 12) – und zwar nicht alte, bereits weggenommene, sondern geweihte, dirket vom heiligen Tisch. Wenn das so war, wie Jesus es indirekt darstellt, dann hat David nicht nur einen einfachen Gesetzesbruch begangen, sondern ein für Juden schweres Verbrechen. Aber er war in Augen Jesu unschuldig!

    Jedenfalls erzählt Jesus die Geschichte des AT so, dass sie auf ihn verweisen könnte:
    Jesus/David öffnet den Weg in das Heilige, nimmt vom Brot des Lebens und gibt es seinen Freunden. Aber er ist kein Dieb im Tempel, der ihn in eine „Räuberhöhle“ verwandelt, denn: „Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10)

  4. Oft (absichtlich??!) übersehen: Jesu grundlegendster Widerspruch zum Gesetz! (10 Gebote)
    (wenn zu weitgehend , löschen!)

    Viele glauben an das Gesetz (10 Gebote) als abstrakte szs. philosophische Grundlage des Glaubens. Das ist aber laut Bibel nicht so! Es ist zeit- und buchstabengebunden an das AT – genauer gesagt an den Menschen des AT. Hier zwei Beispiele, wie selbst die 10 Gebote des AT im Widerspruch zum Bund Jesu und dessen neue Sicht auf den Menschen stehen:

    1. Die 10 Gebote definieren, die Frau nach Gen 2 als dem Mann untergeordnet: Die Frau ist sein Eigentum, seine Hilfe (10. Gebot). Dahinter steht der antike Gedanke, dass die wahre Liebe eigentlich männlich, heldisch, ist. Jesus hat dieser Auffassung z.B. im Abendmahl eine Absage erteilt. Jeder sei der Diener des Anderen, keiner habe einen natürlichen Vorrang. Nicht ohne Grund wird in Joh 1 vom Licht gesprochen, das in die Welt kam, um einen neuen Menschen zu schafffen, der nicht „aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern von Gott geboren“ ist.
    2. Die 10 Gebote definieren den Menschen als „Diener/Sklave“ Gottes, der Gott voraussetzungslos als den Mächtigsten zu lieben und zu ehren hat. (vgl 1. Gesetzestafel, Schma Jisrael u.a). Jesus kehrt dies bewusst um, z.B. Joh 21: Jesus bittet Petrus – als „Freund“ – ihn und Gott zu lieben und an die Erlösung zu glauben. Bekannt ist auch das: „Wir wollen lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1 Joh 4). Hier wird der neue Antwortcharakter der Gottesliebe deutlich: Der Mensch muss im Prinzip nur das an Liebe zurückgeben, was er in seinem Leben erfahren hat.

    Insgesamt kann man sagen, dass das NT den Anspruch auf einen neuen Schöpfungsakt des Menschen in/durch Jesus erhebt: Die alten Gesetze, Gegensätze und Streiterein der Welt usw. gelten nicht mehr, wie z.B. Paulus sagt: „Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid «einer» in Christus Jesus.“ Christen sind szs in ihrer Hoffnung „nicht von dieser Welt“ (Xavier N.), sie lassen die irdischen Gegensätze (z.B. Mann/Frau) hinter sich. (Dies sollte man auch bedenken, wenn es z.B. um Homosexualität geht, wie u.a. Prince paulinisch über die Liebe des Messias sang: I´m not a woman, I´m not a man…)

  5. (Hab ich mal gehört, etwas speziell, aber vielleicht interessant?)

    Pfingsten: Der ewige Geist Jesu vs. das Gesetz !?

    Das NT hält fest, dass die Jünger den Heiligen Geist am „Pfingsttag“ in Jerusalem empfingen: also am jüdischen Fest Schawuot. Das ist das Fest der 10 Gebote, der Tora: Man feiert ausgelassen den Tag, als am Sinai die Gesetzestafeln gegeben wurden – die „Heirat mit dem Gesetz“. Man preist in Gesängen und Tänzen dessen Herrlichkeit, den Eifer es zu glauben, den Kampf sich dafür einzusetzen usw. Aber die Jünger Jesu feiern an diesem Tag – wohl im Kontrast – ein anderes Fest: Sie feiern auf dem Zion den Heiligen Geist, der vom Himmel herabkam – den Geist der Gnade Gottes. Die alten Prophezeiungen hätten sich in Jesus erfüllt, der Glaube an die Gnade Gottes habe vom Tod gerettet: „Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.“ (Ps 16, Apg 2) Sie feieren das Fest der Heirat mit dem Geist der Gnade Gottes, die Herrlichkeit des neuen Bundes, von dem Paulus sagt: „Wenn aber schon der Dienst, der zum Tod führt und dessen Buchstaben in Stein gemeißelt waren, (…) eine Herrlichkeit ausstrahlte, die doch vergänglich war, wie sollte da der Dienst des Geistes nicht viel herrlicher sein?“.(2Kor3) Hier wird ein Kontrast entfaltet: vergängliches, verurteilendes irdisches Gesetz vs. ewige umfassende Gnade Gottes. Der Glaube an Gottes umfassenden, heiligen Willen zur Gnade steht über jedem buchstäblichen, irdischen Gesetz. Interessant scheint in diesem Zusammenhang auch: Im altem jüdischen Pfingsten wurden Gott besondere Brandopfer dargebracht, deren Feuer und Rauch in den Himmel steigen sollten, um Gott gnädig zu stimmen. Im neuen Pfingsten nach Jesus kommt der heilige Geist der Gnade, der von den Sünden erlöst als Feuer vom Himmel zu den Menschen. Wohl so ähnlich, wie es J. der Täufer vorausgesehen hatte: Der Messias als Verkörperung der Gnade Gottes wird nicht mit Wasser, sondern mit „Feuer taufen“, szs. mit dem heiligen Geist die Sünde für immer verbrennen und nicht bloß vorübergehend abwaschen !?

  6. Jesus: Von vornherein Gnadenbild/Gnaden-Zeichen vs. Eindeutiger Buchstabe, Wort, Gesetz !

    Die ganze Botschaft Jesu scheint von vornherein in einer poetischen Bildsprache angelegt, die gegen eine vermeintlich eindeutige Buchstaben- Wort- und Gesetzesinterpretation spricht. Jesus erscheint von vornherein als jemand, der in seinen Bildern und Zeichen jegliches wörtlich formulierte Gesetz weit übersteigt bzw. überwindet – der das Gesetz als toten Buchstaben zeigt, der kein Leben geben kann!
    (hab ich mal für mich zusammengefasst, Löschen no problem!)

    Paulus beschreibt den neuen Bund Jesu als Bund der Gnade bzw. der „Vergebung der Sünden“ (Hebr. 10) und erinnert an das AT, an das Bild des Jeremia (31), der diesen Bund als „Bund des Herzens“ prophezeite. Der Messias werde kommen und diesen Bund und dessen Gebote in das Herz der Menschen schreiben – wie einst der Finger Gottes auf die steinernen Tafeln. Jesus knüpfte direkt an dieses biblische Bild an, als er im Tempel mit dem „Finger“ Gottes auf den Boden – und damit in das Herz der Zuhörer – schrieb und sagte: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!“ Dieses Zeichen, dieser Geist der Gnade, soll von nun an das Herz der Menschen regieren. Der von Jesus gezeigte Wille Gottes zur Gnade, zur Erlösung der Welt, soll sich im Herzen und Handeln der Menschen widerspiegeln – jenseits aller irdischer Regeln und Gesetze. Der Bund des Buchstabens, der „Worte des Bundes, die zehn Worte“ (Ex 34), wird durch Jesus überwunden zu einem Bund des Geistes der Gnade, in dem die himmlische Gnade heilig ist und nicht mehr das Gesetz. Verdeutlicht werden kann dieser neue Bund eigentlich nicht durch einzelne eindeutige Worte und Buchstaben, sondern wohl nur durch (poetische) Zeichen/Bilder, die dessen Geist versinnbildlichen und den ungefähren Weg weisen.

    Zum Beispiel Bildsprache von „Brot und Wein“: Der Bund der Gnade „für die Vielen“ gibt das reine (= ungesäuerte) Brot als das Himmels-Geschenk, das Leben spendet. Er ist für einen Menschen, der (seelischen) Hunger empfindet, – also eigentlich für jeden – der einzige, enge Weg, um ewiges Leben zu erfahren und zu erlangen. Der Bund der Gnade reinigt/erlöst von den Sünden. Er ist ein blutroter himmlischer Wein, der an das Blut des Lammes erinnert, das auf den Altar gesprenkelt wurde, um von den Sünden zu befreien. Und er berauscht wie der beste Wein, wie er auf einer Hochzeit ausgeschenkt wird und betrunken macht (Kana, Pfingsten) Und er reinigt als Wein u.a. die Wunden des vom teuflischen Räuber Verwundeten, der sonst in der irdischen Wüste dem Tode anheimgegeben wäre (B. Samariter). Und so ist der Weinstock, die Wurzel dieser reinigenden Gnade, ein wahrer Baum des Lebens – und damit der Baum, der dem Vater als Weingärtner und Schöpfer des Lebens angehört! Und wer diese Gnade frei weitergibt, verkündigt, ist ein Arbeiter im Weinberg. Er ist eine lebendige Quelle Wassers im Weinberg jenseits der Wüste und gibt dem Weinstock Leben usw.

    Zum Beispiel Bundeszeichen „Fußwaschung“: Sie ist das alttestamentlich-orientalische Zeichen der heiligen Gastfreundschaft. Dem in der Fremde Irrenden/Verlorenen wird jenseits der Religion, Stammeszugehörigkeit usw. Hilfe und Schutz/Gnade wie einem Familienmitglied angeboten. Jesus erweist nun im neuen Bund die „Liebe in Vollendung“ (Joh 13), indem er als Gnaden-Zeichen Gottes allen Menschen gegenüber diese rituelle Handlung vollzieht: Gott will die irrenden Menschen gnädig (ganz gleich welcher Religion) in sein Haus aufnehmen und wie den eigenen Sohn unter seinen Schutz/Gnade stellen (vgl. verl.Sohn). Er deckt szs. als Diener im irdischen Tal des Todes vor den Augen der Feinde den Tisch und erweist echte Gastfreundschaft (Ps 23), indem er Wohnung und Schutz im väterlichen Haus – jenseits aller irdischen Gegensätze – verspricht (Barmh. Samariter) usw. Aber nicht nur das ! Die Fußwaschung entält nach Jesus auch das Bild/Zeichen der Reinigung von den Sünden durch heiliges Wasser. Wer auf die überirdische Gnade Gottes hofft, ist im Kern vor Gott rein und bedarf im alltäglichen Leben nur noch der Vergebung/Reinigung/Hilfe durch den gastfreundlichen Nächsten, der sich als barmherziger Diener jenseits aller irdischer Gegensätze erweist und versucht die irdischen Lasten, das Kreuz, die Verurteilung des Nächsten zu mildern. Wer die Sünden des Nächsten vergibt, wäscht szs. die Füße mit dem heiligem Wasser, das Leben gibt und den irdischen Wüstenstaub von den Füßen wäscht. Er spiegelt den Willen Gottes wider: Vergib, denn dir wird auch vergeben ! Usw.

    Aus derartigen Beispielen wird m.E. deutlich, dass man das NT wohl eher in Richtung auf eine elementare Poesie der Gnade hin lesen sollte und nicht so sehr als Regel/Anweisungs-Buch. Auch wenn man Gefahr läuft das Bild des Weinstocks zu ernst zunehmen und dann gleich zum Weinglas greift, nach dem Motto: In vino veritas – das steht schon inder Bibel !

  7. Der Name des Herrn: Jesus vs Tempel und das Gesetz

    (Hab ich mal gehört ! wenn zu weitgehend, löschen no problem !)

    Jesus prophezeite ja wiederholt die Zerstörung des irdischen, steinernen Tempels (den Hort des Gesetzes) und und prophezeite dessen spirituelle Ersetzung durch den Glauben an die umfassende Gnade Gottes: an seine Auferstehung als Gnadenzeichen (z.B. Joh 2) Hier scheint interessant, dass dies nicht nur das Ende des Alten Bundes, der Bundeslade und der steinernen Tafeln, beinhaltete, sondern eigentlich auch den Untergang des alten geheimnisvollen Gottesnamens JHWH – des Namens unter dem das Gesetz gegeben wurde (Ex 20).

    Es ist ja bekannt, dass das Judentum den unterschiedlichen Gottesnamen bis ins kleinste Detail eine große spirituelle Bedeutung zuschreibt (z.B. als sprechende Namen). Der Name JHWH galt in diesem Zusammenhang wohl als der heiligste – so heilig, dass nur der Hohepriester ihn aussprechen durfte. Und zwar nur einmal im Jahr an Jom Kippur – dem Tag, an dem das Gottesvolk von seinen Sünden befreit wird. Da aber nur die hohe Priesterschaft genau wusste, wie dieser Name korrekt ausgesprochen wurde und welche etymologische Bedeutung ihm eigentlich zugrunde lag, war nur sie in der Lage, das Volk von den Sünden nach dem Gesetz zu befreien usw. Und genau hier entfaltete sich historisch gesehen die Sprengkraft der Prophezeiung Jesu vom Untergang des Tempels: Der Name Gottes JHWH, seine korrekte Aussprache/Bedeutung, – und damit die Möglichkeit die Gnade Gottes unter dem Gesetz anzurufen – ist untergegangen. Interessant scheint in diesem Zusammenhang auch: Nach christlichem Verständnis ist Jesus der von Gott eingesetzte neue Hohepriester. Also welchen Namen gebrauchte er, um den gnädigen Gott anzurufen? Es ist wohl klar: Im NT wird der Name JHWH nicht mehr angerufen, sondern alles deutet auf den neunen Namen „abba“ – Gott als persönlicher Vater und Retter eines jeden.

    Überhaupt sollte ja nach jüdischer Vorstellung der Messias im Namen des Herrn kommen – und zwar als Retter (Hosianna = Hilf doch!) Und Jesus spricht von sich voller Stolz, dass er den Namen des Vaters (Abba) verherrlicht habe, indem er sich als Sohn des einzigen, väterlich gnädigen Gottes zeigte, um seine verlorenen Brüder zu retten (z.B. Joh 17). Und in diesem Zusammenhang spielt auch der Name Jesu eine Rolle, der nach jüdischem Verständnis im NT als sprechender Name gedeutet wird: „dem sollst du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden“ (Mt 1): Jesus = Jeshua = Jah/Gott ist gnädiger Retter. Folglich glaubt der, der an den Namen Jesu glaubt, nicht an die einzelnen korrekten Buchstaben seines persönlichen Namens, sondern an den Geist der hinter dem sprechenden Namen steht: an die Gnade Gottes, die die Menschen trotz ihrer vielen Fehler retten will. Ein Geist, der wohl am eindringlichsten vom Propheten David gedichtet wurde, der seinen persönlichen Gott als Retter von seinen vielen Sünden gegen das Gesetz sah.

    (Meine Meinung: Es wäre sogar möglich, dass in anderen Kulturen Propheten diesen Geist der hinter dem Namen Jesu steht, gedichtet haben, ohne die Buchstaben des Namens Jesus überhaupt zu kennen…)

  8. Der Geist der Osternacht vs die irdische Verurteilung durch die Sünde, Erbsünde und das Gesetz
    (löschen no Problem, hab für mich selbst zusammengefasst !)

    Das wohl mit älteste Zeugnis des christlichen Glaubens (3./4. Jh.) ist die (katholische) Liturgie der Osternacht. Hier wird das Evangelium Jesu, der Geist der Auferstehung, angerufen – und zwar wohl noch in seiner Ursprünglichkeit ! Dabei wird betont, dass der Glaube an die konsequente Gnade Gottes – gezeigt im Zeichen der Auferstehung Jesu – für immer von der Sünde, der Verurteilung und Strafe – szs allen „irdischen Gewalten“ – befreit. Hier einige Zitate aus dem „Exsultet“, dem traditionellen Osterlob:

    * Jubelruf: „Er hat für uns beim ewigen Vater Adams Schuld bezahlt und den Schuldbrief ausgelöscht mit seinem Blut, das er aus Liebe vergossen hat.“ (wohl Zitat von Kol 2: „Und Gott hat euch mit ihm lebendig gemacht, die ihr tot wart in den Sünden und in der Unbeschnittenheit eures Fleisches, und hat uns vergeben alle Sünden. Er hat den Schuldbrief getilgt, der mit seinen Forderungen gegen uns war, und hat ihn aufgehoben und an das Kreuz geheftet.“)

    * Jubelruf: „Dies ist die Nacht, in der die leuchtende Säule das Dunkel der Sünde vertrieben hat…“

    * Jubelruf: „Dies ist die Nacht, die auf der ganzen Erde alle, die an Christus glauben, scheidet von den Lastern der Welt, dem Elend der Sünde entreißt, ins Reich der Gnade heimführt…“

    * Jubelruf: „O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat. O glückliche Schuld, welch großen Erlöser hast du gefunden!“ (= Schuld, Erbschuld ist vernichtet = der sündige Mensch ist im Kern gut !)

    * Jubelruf: „Der Glanz dieser heiligen Nacht nimmt den Frevel hinweg, reinigt von Schuld, gibt den Sündern die Unschuld…“ (= sündige Menschen bekommen die Unschuld !)

    PS – damit noch hohe Literatur, Bildung ins Spiel kommt… Diese Jubelrufe, diese Osterbotschaft, sind es eigentlich, die Faust davon abhalten Selbstmord zu begehen wie Goethe schreibt: „Christ ist erstanden / Freude dem Sterblichen / Den die verderblichen / Schleichenden, erblichen Mängel umwanden“ (= Überwindung der Erbsünde der Menschheit durch das Evangelium der Osternacht)

    • na hoffentlich wird das nicht gelöscht, das ist ja hochinteresant!

      Es heißt „O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat …“ und meint, dass die Sünde das Heil bringt. Ohne Sünde wären wir nicht zum Vater in die Ewigkeit eingegangen.
      Was wäre also passiert ohne Sünde Adams? Wir wären auf ewig getrennt gewesen/geblieben von Gott. Jetzt wird klar, warum die Schrift sagt, sollen wir (mehr noch) sündigen, damit die Gnade übervoll wird?

      • Ich seh grade, dass im lateinischen Original was anderes steht:
        Oh, Du sicherlich nötige Sünde Adams, da der Tod des Christus getilgt ist.
        O certe necessarium Adae peccatum, quod Christi morte deletum est

        Dieses Latein ist Sche**e, der Anschluß des Nebensatzes mit quod ist unglücklich bis falsch, weil man den Anredefürfall, den Vokativ, nicht mit quod weiterführt. Drum muß der Kram mit „zum Segen“ hineingewürgt werden, da es nur sooo verständlich wird. Hier sehen wir wieder einmal, dass uns die Kirche für blöd hält.
        So einen Lateinfehler kann nur ein Vollpfostenjesuitenanwärter gemacht haben.

        • Da keine Kommentare zum Thema kommen, will ich das Ganze noch mal klären:
          „O wahrhaft heilbringende Sünde des Adam, du wurdest uns zum Segen, da Christi Tod dich vernichtet hat“
          ist unverständlich, weil das lat. Original was anderes sagt.
          Es sagt: „O certe necessarium Adae peccatum, quod Christi morte deletum est“ (~Oh, Du sicherlich nötige Sünde Adams, da der Tod des Christus getilgt ist) und ist folgendermaßen zu übersetzen:
          Durch den Vokativ angesprochenes Substantiv ist peccatum, Sünde.
          Das im Nebensatz (durch Kongruenz) zu identifizierende Verb ist deletum est, ist getilgt/ist ausgelöscht worden.
          Der Satz heißt somit Sünde ist getilgt/ ist ausgelöscht worden.
          Dann die Objektfrage: wie? wer/was?
          Antwort: quod Christi morte, weil/da Tod Christi. Das ist die genannte blöde Konstruktion im katholischen Neulatein (auch Adae für Adam im Genitiv ist nicht klassisch). Christi morte ist ein Ablativ mit Genitiv, genauer Ablativus Instrumenti, durch/mittels den Tod Christi.
          Schlußendlich kommt raus: Oh, [Du] sicherlich nötige Sünde Adams, weil/da [Du] durch Christi Tod [die Sünde] getilgt wurdest. Oder etwas freier:
          Oh, [Du] sicherlich nötige Sünde Adams wurdest getilgt durch den Tod Christi.

          Wir sehen: „Heilbringend“ oder gar „Segen“ ist überhaupt nichts; vielmehr wird uns gesagt, daß die Sünde getilgt wurde: NICHT sie brachte das Heil oder Segen, sondern der Tod Christi. Wie gesagt: Jesuitenanwärterlatein.

          Was soll dann also der ganze Kram mit der scheinbar unabsichtlich dümmlichen Übersetzung? Ganz einfach, der Schreiber will sich ein Hintertürchen offen halten, wenn er sagt, daß die HEILBRINGENDE (!) SÜNDE nötig war für den Segen. Dann kann er sagen, daß DAS auch ganz anders zu übersetzen geht …

  9. Der Segen Jesu / Abrahams vs das Gesetz und besondere religiöse Bildung!
    (Prost Neujahr ! Zusammenfassen ist mein Hobby ! Löschen no Problem ! Langsam texte ich euch zu !)

    Eine zentrale Prophezeiung über Jesus ist, dass durch ihn der Segen Gottes (der alte „Segen Abrahams“) zu „allen Völkern“ kommen werde (z.B. Apg 3,25). Gott hatte ja Abraham wiederholt seinen Segen, seine Gnade und Nachkommen wie Sand am Meer versprochen: Wie über jedem Kopf, jedem Haus ein besonderer Stern am Himmel zu stehen scheint, so unzählbar viele werden vom Segen Gottes betroffen sein. Auch Melchisedek, der Priester der „höchsten Gottes“, prophezeite Abraham diesen Segen unter den Gaben von „Brot und Wein“ (Gen 14). Und schließlich wurde Abraham die Ehre zuteil, Gott selbst zu bewirten und den Segen zu empfangen, als er die Fremden in der Wüste barmherzig als Knecht wie eigene Glaubensbrüder bewirtete und ihre Füße waschen ließ usw. Und so erscheint Abraham bei Paulus als „Vater des Glaubens“ – des Glaubens an die Gnade des einen Gottes und an den Segen, dem er dem Hoffenden zuspricht: »Abraham hat Gott geglaubt, und das wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.« (Röm 4,3). Abraham habe nicht an seine menschlichen Leistungen und besondere Werke des Gesetzes geglaubt, die ihn vor Gott gerecht machen sollten, sondern an Gott als seinen persönlichen guten Hirten, der ihm den Weg in das gesuchte Land bereitet und letztendlich ihn und sein Haus gnädig retten wird – und zwar jenseits seiner menschlichen Schwächen, „Ungerechtigkeiten und Sünden“ (Röm 4).

    Und so porträtiert Paulus Abraham als den Vater eines einfältigen, naiv-kindlichen Glaubens an die Gnade Gottes, an dem die „Klugen, Schriftgelehrten und Weisen“ verzweifeln, denn: „die göttliche Torheit ist weiser, als die Menschen sind, und die göttliche Schwachheit ist stärker, als die Menschen sind“ ( 1Kor1) Selbst bei der Opferung Isaaks sieht Paulus diesen einfachen, unverbildeten Glauben an die versprochene Gnade/Segen Gottes wirksam: Abraham glaubte nicht an negative Folgen, sondern sah das ganze als Test seines Glaubens an die versprochene Gnade für sein Haus !! Abraham „dachte: Gott kann auch von den Toten erwecken; als ein Gleichnis dafür bekam er ihn auch wieder“ (Hebr. 11)

    Und genau daran scheint Jesus anzuknüpfen, wenn er vor allen anderen die „geistig Armen“ und die „Kinder“ segnet und sogar als Vorbilder und erste im Glauben zeigt !! Selbst, wenn er hier bei seinen Jüngern auf Unverständnis stößt, die wohl das religiöse Bild im Kopf haben, dass Unmündige, Ungebildete in ihrer Schwachheit nicht eigenständig am Heil und Segen Gottes teilhaben können, da sie noch nicht richtig im Buchstaben und Wort der Religion und im Gesetz geschult sind. Doch für Jesus war es wohl genau umgekehrt: Das unmündige (noch nicht voll „leistungsfähige“) Kind muss – szs. in natürlichem Glauben – immer auf persönliche väterliche Gnade hoffen, um etwas zu empfangen und steht damit dem gnädigen Gott näher, als derjenige, der auf seine eigene Leistung und besondere (religiöse) Bildung bauen könnte. Ähnlich ebenso der Schwache, Ungebildete, Kranke, Sünder usw. Hier zeigt sich nach Paulus ein zentrales Paradoxon des Glaubens Jesu: „was gering ist vor der Welt und was verachtet ist, das hat Gott erwählt, was nichts ist, damit er zunichtemache, was etwas ist, auf dass sich kein Mensch vor Gott rühme.“ (1Kor1). Und Jesus sagt: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, dass du dies Weisen und Klugen verborgen hast und hast es Unmündigen offenbart.“ (Mat 11). Und im Tempel murren die öffentlich glaubensstarken Religions- und Gesetzeslehrer über die Wunder Jesu und die Kinder, Kranken, Zweifler und Sünder freuen sich in naiv-kindlichem Glauben und Hoffen: „Habt ihr nie gelesen ! Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du dir Lob bereitet !“ (Mat 21)

  10. Jesus: Bund der „Freiheit“ vs Bund des „Gesetzes“
    (Zusammenfassung von mir, vielleicht was Interessantes dabei ?! Das meiste habt ihr eh schon erwähnt ! Löschen no problem !)

    Eines der bekanntesten und interessantesten Worte Jesu ist wohl das von der „Wahrheit, die frei macht“. Leider wird oft dessen Kontext außer acht gelassen: Jesus sagte dies nämlich zu Juden, die noch unter dem Bund des Gesetzes waren – mit der Aufforderung einen Neuen Bund mit dem gnädigen Vater einzugehen und so Freiheit zu finden. Aber die gesetzestreuen Juden verstanden ihn nicht: Wie können sie, die doch alljährlich an Pessach die Befreiung von Sklaverei – also ihre Freiheit – feiern, Sklaven sein ?! Dieser Jesus muss ein falscher Prophet sein usw… (Joh 8)

    Offensichtlich begriffen die Juden die Bildsprache der Botschaft Jesu, wie sie dann auch Paulus gebrauchte, nicht richtig. Sie dreht sich ganz um den Gegensatz: geistiger Bund vom Zion – als Bund der freien Brüder, der Söhne des ewigen Vaters in ewiger Gastfreundschaft und Gnade VS buchstäblicher Bund der Diener/Knechte vom Sinai – als Bund, der im Kern sündigen, unfreien Diener (Sklaven) des Gesetzes Gottes in Angst vor Ungnade und Tod. Denn in dieser Bildsprache entfaltet sich nämlich ein Paradoxon, das auf den ersten Blick schwer zu lösen ist und das die Juden offenbar nicht verstanden: der Knecht/Sklave des Gesetzes als der Knecht/Sklave der Sünde (z.B. Röm 6) Denn: Wie kann ein strenger Diener des Gesetzes, der versucht sowenige Sünden wie möglich zu begehen – überhaupt menschliche Sündhaftigkeit zu bekämpfen – zugleich ein Diener/Sklave der Sünde sein ?!

    Jesu (u. Paulus) Antwort auf diese Frage zielt etwa in folgende Richtung: Indem ich das Bekämpfen der Sünde, wie sie durch das Gesetz erkannt wird, zum spirituellen Hauptprinzip erkläre, mache ich menschliche Sünden und überhaupt die menschliche Sündhaftigkeit zum Mittelpunkt des Menschseins. Ich definiere den Menschen (negativ) durch seine Sündhaftigkeit und mache ihn so zum unfreien, verlorenen „Knecht“ der Sünde – zu jemand, der in seinem Wesen der Sünde unterworfen und durch sie geprägt ist. Dies wird verdeutlicht im damaligen Bild der „Schuldknechtschaft“, der Sklaverei: Der Mensch unter Gesetz lebt im ständigen, verborgenen Gefühl der Schuld und Sünde, die er nicht abbezahlen kann und wird so der Sünde „versklavt“. Er versucht durch gute Werke, besondere Opfer, Heldentaten seine Schuld zu verringern, sich loszukaufen, aber es führt zu keinem wirklichen Erfolg, ja oftmals genau zum Gegenteil: Indem er versucht äußerst gut moralisch zu handeln, richtet er andere, führt vorschnell Kämpfe, setzt vorschnell sein Leben für eine vermeintlich gerechte Sache aufs Spiel (vgl. z.B. Christenverfolger Saulus). Auch wird er für andere manipulierbar, die ihn dann in die Grube führen und heilige Motive vorgeben usw. Kurzum: Der Mensch unter dem Gesetz hält sich für erhaben und frei, heldisch für eine gerechte Sache kämpfend usw., ist aber in Wahrheit unfrei, unter einem Joch, in Fesseln gefangen, geht unter verborgener Sündenlast gebückt, ist von einem verborgenen Geist der Unzulänglichkeit niedergehalten usw. Bildlich verdeutlicht u.a. wohl durch Jesus, als er am Sabbat gegen das Gesetz eine „Tochter Israels“ heilt, die von einem „Geist der Unzulänglichkeit“, der Schwäche ständig in unfreier, knechtisch-gebückter Haltung, vom „Satan in Fesseln“ gehalten wird (Lk 13). Ähnlich spricht und denkt wohl Paulus von der verstoßenen Sklavin Hagar, die unfreie Kinder zur Welt gebracht hat: „Hagar aber bezeichnet den Berg Sinai in Arabien und ist ein Gleichnis für das jetzige Jerusalem, das mit seinen Kindern in der Knechtschaft lebt…“ (Gal 3) und er kann sich dabei auf Worte des AT berufen, die den alten Bund bezeichnen, wie z.B. „meine Knechte sind sie, die ich aus Ägyptenland geführt habe“ (Lev 25,55) usw.
    Und so kann Paulus feststellen, dass Jesus uns aus Schuldknechtschaft, Sklaverei unter dem Gesetz „loskaufte“ (Gal 4) und fordern: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!“ (Gal 5) Diese Befreiung vom Joch des Gesetzes beschreibt Paulus mit folgenden Worten: „Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe.“ Und er entwirft folgendes Bild: Der Glaubende stirbt mit Jesus am Kreuz, ist dadurch dem Gesetz „getötet“, um dann rein aus der Gnade und dem Geist Gottes zu leben (Röm 7, Gal 2 u.a.) Damit ist wohl gemeint: Der Glaubende erfährt mit seinem Bruder Jesus die tödliche Verurteilung durch den Buchstaben des Gesetzes, wird aber dadurch vom Buchstaben-Glauben frei und bekommt dann den Geist der Auferstehung, den Geist der Gnade Gottes, den Geist der Sohnschaft usw.

    Somit wird wohl deutlich: Jesus feierte in seinem Pessach auf dem Zion ähnlich wie die damaligen streng gesetztestreuen Juden eine Befreiung des Gottesvolkes. Doch nun war es die Befreiung von Sünde und deren genaue Festlegung im vermeintlich „ heiligen Buchstaben“. Im Pessach Jesu erscheint der Mensch nicht mehr als unfreier, sündiger Knecht des Gesetzes Gottes, sondern Gott tritt in Jesus selbst als Knecht/Sklave den Menschen gegenüber, um ihn aus seinen Sünden gegen das Gesetz zu befreien, rein zu waschen usw. Der verlorene furchtsame Sohn, der sich für einen unwürdigen Schuldknecht hält, bekommt von seinem gnädigen Vater, der ihm entgegengeht, in Gastfreundschaft den Ehrenplatz als schuldfreier Erbe, auch wenn der streng gesetzestreue Bruder, dagegen ist (Lk 15) Und Jesus spricht am Abendmahl: „Ich nenne euch hinfort nicht Knechte (…) Euch aber habe ich Freunde genannt“ (Joh 15). Darüber jubelt Paulus: „Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen, sodass ihr immer noch Furcht haben müsstet, sondern ihr habt den Geist der Sohnschaft empfangen, in dem wir rufen: Abba, Vater“ (Röm 8). „Weil ihr aber Söhne seid, sandte Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen, den Geist, der ruft: Abba, Vater. Daher bist du nicht mehr Sklave, sondern Sohn; bist du aber Sohn, dann auch Erbe, Erbe durch Gott…“ (Gal 4) usw.

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