Pseudo-Entschuldigungen – eine fromme Unsitte

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Eine häufige fromme Unsitte: Pseudo-Entschuldigungen! Man entschuldigt sich, wenn man etwas falsch gemacht hat und das einsieht. Das ist normal.

Nicht normal ist es, sich zu entschuldigen, nur weil das Gegenüber eine heftigere emotionale Reaktion zeigt auf etwas, was man sagt oder tut oder nicht tut.

Wer also aus seiner Sicht nichts falsch gemacht hat, soll sich nicht entschuldigen. Das wäre einfach gelogen.

Man kann natürlich aber den anderen fragen, ob man was falsch gemacht habe. Wird das verneint, hat der andere entweder gelogen – oder es ist tatsächlich so.

Vielleicht kann der andere aber auch erklären, was so verletzend war – und vielleicht stellt sich dann heraus, was am eigenen Verhalten nicht ok war.

Beispiel: Mama ist verletzt, weil wir ihr sagen, daß uns ihr Essen nicht schmeckt. Haben wir es so formuliert „was für ein Frass ist das denn?“, ist es verständlich, daß Mama verletzt ist – durch die Art, wie wir es gesagt haben. Haben wir aber einfach nur gesagt „es schmeckt mir nicht“, dann ist eigentlich alles ok. Eigentlich – aber Mama macht ihren Wert leider an ihren Kochkünsten fest. Sie kann nicht begreifen, daß sie auch wertvoll ist, sollte ihr Essen mal nicht schmecken. Deshalb ist sie verletzt.

Soll man sich jetzt entschuldigen? Schließlich war es die Wahrheit zu sagen, es schmecke einem nicht. Nein, denn eine Entschuldigung wäre gelogen.

Aber man kann sagen „Mama, mir schmeckt es heute nicht – aber ich habe dich trotzdem lieb“.

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